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Bis zu 2 Millionen Dollar: Amazon lässt sich Spielzeug-Tipps gut bezahlen

Amazon-Markenschriftzug. (Foto: dpa)

In den USA hat Amazon gerade eine Liste mit Spielzeug-„Empfehlungen“ für Weihnachten veröffentlicht. Was nicht kommuniziert wird: Marken zahlen bis zu zwei Millionen US-Dollar, um dort gelistet zu werden.

Zum Weihnachtsfest hat Amazon.com eine umfangreiche Liste an Spielsachen veröffentlicht. „Die Liste wurde sorgfältig zusammengestellt, um den Käufern zu helfen, selbst die längsten Urlaubseinkaufslisten schnell zu bewältigen und mit wenigen Klicks die perfekten Kindergeschenke zu finden“, heißt es dazu auf der Seite. Was nicht erwähnt wird: Die gelisteten Spielzeughersteller haben teilweise mehrere Millionen gezahlt, um ihre Produkte dort unterzubringen.

Wie Bloomberg berichtet, zahlen Spielzeughersteller bis zu zwei Millionen Dollar für dieses Privileg. Je mehr ein Hersteller zahlt, desto mehr seiner Produkte erscheinen auf der Liste. Dieses Jahr soll Amazon Einnahmen von insgesamt 20 Millionen Dollar mit der Weihnachtsliste angepeilt haben. Eine ähnliche Auflistung gibt es auch im Sommer, laut Bloomberg verlangt der E-Commerce-Riese dafür aber weniger Geld.

Spielzeug-Empfehlungen zu Weihnachten: Bis zu zwei Millionen US-Dollar sollen Marken dafür an Amazon zahlen. (Screenshot: Amazon.com)

Spielzeug-Empfehlungen zu Weihnachten: Bis zu zwei Millionen Dollar sollen Marken dafür an Amazon zahlen. (Screenshot: Amazon.com)

US-Verbraucherschützer fordern von Amazon Offenlegung der Zahlungen

Robert Weissman, der Chef der US-amerikanischen Verbraucherschutzorganisation Public Citizen, fordert, dass Amazon die Liste als Werbung kennzeichnet. Konsumenten hätten das Recht zu erfahren, dass Gelder für die Aufnahme in die Weihnachtsliste geflossen sind. Schon im Juli 2019 hat Public Citizen eine Beschwerde über Amazon bei der US-Handelskommission wegen mangelnder Kennzeichnung von Werbung eingereicht. Konkret ging es dabei um bezahlte Werbung im Rahmen des Prime-Days.

Amazon selbst sieht aber offenbar kein Problem mit der Spielzeugliste und erklärt gegenüber Bloomberg, dass diese von internen Experten unabhängig kuratiert werde. Gleichzeitig räumt das Unternehmen aber ein, dass Marken die Möglichkeit haben, Spielzeuge vorzuschlagen und „die Sichtbarkeit dieses Spielzeugs zu erhöhen.“

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