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20 Day Stranger: App teilt dein Leben für 20 Tage mit einem Fremden

20 Day Stranger (Bild: MIT)

Bei 20 Day Stranger handelt es sich um eine von MIT-Studenten entwickelte App, mit der du und ein völlig Fremder für 20 Tage den Alltag teilt. Der Ansatz dabei soll weniger voyeuristische Triebe befriedigen, sondern für mehr Verständnis sorgen.

Zugegeben: die Idee, einem Fremden mitzuteilen, wann man ins Bett geht, wann man aufsteht und wo man sich befindet, klingt erst mal ziemlich seltsam. Die App 20 Day Stranger soll aber genau das für einen Zeitraum von 20 Tagen leisten. Laut einem Artikel von den Kollegen des Boston Herald wird 20 Day Stranger derzeit am MIT entwickelt.

20 Day Stranger verbindet zwei völlig fremde Menschen miteinander und lässt sie für 20 Tage ihr Leben miteinander teilen. (Bild: MIT)
20 Day Stranger verbindet zwei völlig fremde Menschen miteinander und lässt sie für 20 Tage ihr Leben miteinander teilen. (Bild: MIT)

20 Day Stranger: der alltägliche Wahnsinn

20 Day Stranger wird am Dalai Lama Center for Ethics and Transformative Values des Massachusetts Institute of Technology (MIT) für iOS entwickelt. Die App verbindet zwei Teilnehmer miteinander und sendet dann automatisch anonymisierte Informationen darüber, was jeder der beiden Anwender so treibt. Dabei sind die Informationen allerdings bewusst allgemein gehalten und beinhalten zum Beispiel vom Accelerometer gesammelte Daten sowie Location Data. So erfährt der zugewiesene Partner beispielsweise, dass sein Gegenüber grad Rad fährt, in einem Café sitzt oder sich am Flughafen befindet. Das Ganze wird visuell aufbereitet, indem die App auf Dienste wie Google Maps oder Instagram zurück greift, um ein Foto der jeweils aktuellen Location mit dem anonymen App-Partner zu teilen.

20 Day Stranger will verantwortungsvoll mit Daten umgehen

20 Day Stranger will seine Nutzer nicht gläsern machen und ist die Entwickler sind sich offenbar möglicher Gefahren in Bezug auf die Privatsphäre bewusst. Kevin Slavin, Leiter der Playful-Systems-Gruppe am MIT Media Lab, äußerte sich gegenüber dem Boston Herald wie folgt: „Es geht uns darum, ein Fenster zu öffnen. Es geht nicht darum, das Leben des Nutzers transparent zu machen, sondern die App soll viel mehr die Vorstellungskraft des Anwenders anzuregen und so zu mehr Verständnis für andere Menschen zu führen.“

Laut Angaben des MIT soll 20 Day Stranger keine Daten sammeln. Ob sich der ungewöhnliche Ansatz allerdings großer Beliebtheit bei Nutzern erfreuen wird, darf dennoch bezweifelt werden.

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5 Reaktionen
MSch

Ich finde die App extrem bedenklich! Ich teile einem mir unbekannten Menschen also mit wo ich wohne und auch wann ich nicht zu Hause bin. Willkommen im leeren Haus, viel Spass beim leerräumen!

Antworten
Steffen Kühne

Also ich finden den Ansatz durchaus interessant. Ich kann mir gut vorstellen, dass die App den Nerv einer kleinen, aber treuen Zielgruppe trifft.

Natürlich wird die App niemanden aus seiner sozialen Isolation befreien oder schlagartig die Augen für eine neue Kultur öffnen. Ich denke es geht eher darum emotionale Momente teilen. Vielleicht schafft es auch der ein oder andere Nutzer die Welt der anonymen Vernetzung zu durchbrechen und mit interessanten Personen außerhalb der App Kontakt aufnehmen – zum Beispiel durch ein Foto der eigenen E-Mail-Adresse.

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Stefan Kausalius

Hallo Herr Rutsch,

meine Gedanken hierzu passen zu Ihrem Beitrag, weswegen ich die Form der Antwort wähle.

Ich denke sehr wohl das eine solche App sehr spannende Informationen über das Leben eines Menschen (in einer anderen Kultur) geben kann. Ein muslimischer Mensch beispielsweise wird öfter am Tag einen Ort zum beten aufsuchen, ein südamerikanischer Christ wird jeden Sonntag in einer Kirche zu finden sein. Ein britischer Bänker wird 12 Stunde des Tages im Büro zu finden sein. Und das spannende bei diesen ganzen Sätzen ist für mich persönlich der Nachsatz '... oder eben nicht?'. Ich denke schon das man anhand von GeoLocationen viel aus dem Alltag (welchen ich neben dem Smalltalk im Urlaub über die Kultur) potentiell sehr aufschlussreich und ehrlich finde.

Des Weiteren finden Tätigkeiten wie 'auf dem Pott sitzen' und 'von der Palme wedeln' beide wahrscheinlich an einem Ort statt, nämlich der Wohnung.

Also: sehr spannendes Projekt - bin gespannt wie es umgesetzt wird.

Hochachtungsvoll,
Stefan Kausalius

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gast

als experiment bestimmt interessant.

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Michael Rutsch

Für mehr Verständnis? Was für ein Blödsinn. Wenn ich eine neue Kultur kennen lernen will, rede ich mit der Person. Lerne sie kennen. Ich lern sicher nichts über jemanden kennen, wenn ich weiß, dass er täglich um 7:05 aufm Pott hockt und sich jeden Abend um 19:27 einen von der Palme...

Kennen lernen hat etwas mit Kultur zu tun. So etwas tut man gemeinsam. Nicht alleine. Aber hauptsache wieder eine App in der weiten Welt der sozialen Isolation in der alle miteinander vernetzt sind.

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