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27C3: Hacker kritisieren Angriffe auf Paypal, Mastercard & Co.

Die Hacker des Chaos Computer Club (CCC) haben sich auf ihrem Chaos Communication Congress 27C3 deutlich von den Hackerangriffen gegen die Server von Paypal, Mastercard & Co ausgesprochen. Pro-WikiLeaks-Aktivisten hatten wiederholt Server von Unternehmen angegriffen, die sich gegen die Enthüllungsplattform gestellt hatten. In der Eröffnungsrede warnte der Niederländer Robert Gonggrijp vor ähnlichen Aktionen wie die der Anonymous-Gruppe und betonte, „echte Hacker würden so etwas nicht tun“.

27C3: „Wir kommen in Frieden“

Die Hacker-Legende Gonggrijp sieht die Enthüllungen von WikiLeaks durchaus zwiespältig. Zwar halte er deren Prinzipien der freien Verbreitung von Informationen grundsätzlich für richtig, allerdings wird es seiner Meinung nach dadurch in den nächsten Jahren auch schwieriger sein, die Meinungsfreiheit im Internet auf dem Stand von heute zu halten. Gonggrijp machte in diesem Zusammenhang auch darauf aufmerksam, dass die Hacker-Attacken der Anonymous-Gruppe sehr amateurhaft durchgeführt wurden. Echte Hacker hätten in den scheinbar anonym versendeten Pressemitteilungen wohl kaum ihre Namen in den Metadaten der Dokumente hinterlassen.

Die Leere vor dem BCC in Berlin täuscht: Der Chaos Computer Club konnte 4.000 Karten für den 27C3 verkaufen und viele Besucher mussten sogar draußen bleiben (Foto: anders_hh, Lizenz: CC BY-SA 2.0).

Auch die „Ionenkanone“ wurde auf dem 27C3 kritisiert

Gleich an mehreren Stellen kritisiert wurde die „Ionenkanone“ der Anonymous-Gruppe, mit der sich jeder Amateur an den Angriffen auf Paypal und Mastercard beteiligen konnte. Doch ohne ausreichende Kenntnisse über die Technik des Internets und die genaue Funktionsweise der Hackersoftware, führte die „Ionenkanone“ bei einigen Amateur-Hackern zu einer unwissentlichen Lücke in der Anonymisierung. In Folge dessen wurde mindestens ein Beteiligter, ein 16-jähriger Niederländer, von der Polizei festgenommen.

Alvar Freude fordert auf dem 27C3 mehr „Nerd-Lobbyismus“

Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) hat sich auf dem 27C3 für einen größeren politischen Einfluss der Hacker auf Entscheidungen zur Zukunft des Internets stark gemacht. Dem massiven Bestreben aus Brüssel beispielsweise Sperren für kinderpornografische Websites einzuführen, müsse ein entsprechend starker „Nerd-Lobbyismus“ entgegengestellt werden. Ziel müsse es sein, die Bestrebungen, solche Sperren auch für andere Bereiche im Internet auszudehnen, bereits im Keim zu ersticken. Schon jetzt hätte zum Beispiel die Musikindustrie die Hoffnung, die Sperren auch auf Seiten mit urheberrechtsverletzenden Inhalten auszudehnen. Statt Websites mit kinderpornografischen Inhalten lediglich zu sperren, sollten die Inhalte vielmehr gelöscht werden.

Für das nächste Jahr erwartet Freude einige wichtige rechtliche Entscheidungen und viel Arbeit für den AK Zensur. So sei die Novellierung des JMStV zwar zunächst gekippt worden, doch damit sei das Thema noch längst nicht vom Tisch. Und auch beim Zugangserschwerungsgesetz, dessen Aussetzung Ende Februar ausläuft, wird es weiteren Handlungsbedarf geben.

Und so gilt es in den nächsten Jahren frei nach dem Motto der Veranstaltung „Wir kommen in Frieden“ weitere Überzeugungsarbeit zu leisten und den Expertenstatus des CCC weiter auszubauen.

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