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Connected Commerce Council: Digital Markets Act ist eine Bedrohung für KMU

Mit dem Digitale-Märkte-Gesetz wird sich für die großen Werbeplattformen einiges ändern – und dementsprechend auch für die Werbekund:innen. Der Connected Commerce Council befürchtet, dass kleine und mittlere Unternehmen stark darunter leiden werden.

2 Min. Lesezeit

Die europäische Kommission will mit dem DMA die Marktmacht von Gatekeepern aufbrechen. (Foto: Damir Sencar/ Shutterstock)

Der Connected Commerce Council (3C) ist eine Organisation, die sich für die Interessen von Kleinstunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen einsetzt. Im DMA, dem Digital Market Act oder Digitale-Märkte-Gesetz, sehen sie eine Bedrohung für die Existenz kleiner Unternehmen – denn Onlinewerbung werde durch die neuen Regulierungen deutlich teurer und weniger effizient. Es drohe, dass KMU nach der Pandemie zum zweiten Mal zum Kollateralschaden werden.

Der Digital Markets Act

Der DMA definiert Gatekeeper und neue Verpflichtungen und Verbote für diese. Dabei soll die Marktmacht der gängigen Techriesen eingeschränkt werden, um Startups und Innovationen mehr Raum zu geben und Wettbewerb zuzulassen. Gewerbliche Nutzer:innen, wie die Europäische Kommission sie nennt, sollen weniger in eine ausweglose Abhängigkeit geraten. Gatekeeper sollen nicht durch unlautere Praktiken Vorteile erlangen, erhalten oder ausbauen. Für Apple würde das beispielsweise bedeuten, dass auf den iPhones auch andere App-Stores erlaubt sein sollen. Facebooks Messenger Whatsapp könnte eventuell auch Nachrichten mit anderen Messengern wie Signal oder Telegram austauschen müssen; verglichen wird hier oft, dass Personen mit unterschiedlichen Netzanbietern sich dennoch gegenseitig anrufen können. Es soll auch nicht mehr möglich sein, Nutzer:innen daran zu hindern, vorinstallierte Software und Apps zu deinstallieren. Bei Verstößen will die Kommission Geldbußen verhängen.

3C: Mehr bezahlen für weniger Effizienz

In einer Pressemitteilung hat der 3C nun den aktuellen Vorschlag des DMA kritisiert. Denn wenn das Sammeln und Austauschen von Daten wie geplant in dieser Form eingeschränkt werde, sinke die Effektivität von Onlineanzeigen, während die Preise steigen. „Digitales Marketing und Online-Werbung gehören zu den wichtigsten Hebeln, die kleine und mittelständische Unternehmen zum Ausbau ihres Geschäfts nutzen. Viele KMUs, die ohnehin mit geringen Gewinn-Margen kämpfen, hätten ohne digitales Marketing die Pandemie ökonomisch nicht überstanden. Wie wichtig diese Tools sind, hat die Krise erneut verdeutlicht“, sagt Brandon Mitchener, ein europäischer Sprecher von 3C.

Die Änderungen des Digital Markets Acts beträfen zwar primär die großen Gatekeeper wie Google und Facebook, aber indirekt eben auch die KMU. Zielgerichtetes Onlinemarketing, so 3C, würde deutlich ungenauer werden und dazu teurer. Das gelte auch dann, wenn die Nutzer:innen nach DSGVO der Verwendung ihrer Daten zugestimmt hätten. Einige Änderungen hätten zudem die Auswirkung, dass der verfügbare Platz auf den Google-Suchergebnisseiten, den SERP, begrenzt wird. Dort erscheine aber nicht nur Suchmaschinenwerbung in Form von Anzeigen, sondern auch kostenlose Unternehmensprofile.

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Es würden „ökonomische Grundregeln“ gelten: Wenn das Angebot begrenzt ist, steigen die Preise. Mit begrenzten zur Verfügung stehenden Daten funktionieren die Algorithmen nicht ausreichend gut. KMU müssten so mehr zahlen, um dieselbe Menge an Menschen zu erreichen. Gerade während der Pandemie habe sich aber bewiesen, wie notwendig Online-Marketing ist. Es bestehe die Gefahr, dass KMU zu einem digitalen Rückschritt gezwungen werden, anstatt dass digitale Transformation gefördert würde. „Nach einer globalen Pandemie, deren wirtschaftliche Auswirkungen noch immer zu spüren sind, können es sich KMUs einfach nicht leisten, erneut zum Kollateralschaden zu werden“, so Mitchener.

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