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3GPP: Standardisierung von 5G ist fertig

(Foto: 3GPP)

Der 5G-Standalone-Standard ist verabschiedet worden. Nokia und die Deutsche Telekom erklären, was das für die Branche heißt.

Das 3GPP-Plenartreffen hat die Fertigstellung des Standalone (SA)-Release 15 für die 5G-Spezifikationen genehmigt. Das gab das Standardisierungsgremium 3GPP bekannt. Nach der Veröffentlichung der 5G-NR-Spezifikationen für den Non-Standalone-Betrieb (NSA) im Dezember 2017 wurde damit ein weiterer wesentlicher Schritt zur Standardisierung von 5G abgeschlossen.

Es existiert nun ein konsistenter Satz von 3GPP-Spezifikationen, mit denen 5G-Netze unabhängig von existierenden 4G-Netzen aufgebaut werden können. Vollständig spezifiziert wurde der NG-Core, das Kernnetz der nächsten Generation, für die Implementierung der Kommunikations- und Industrieanwendungen.

Der Datenfluss zwischen Endgeräten und Anwendungsservern kann mit Slicing in flexiblen Netztopologien erfolgen. Wichtiges Architekturelement ist die Trennung von Datenfluss-Steuerebene (Control) und der Nutzerdaten-Weiterleitungsebene (User-Plane).

Volker Held, für das 5G-Marketing bei Nokia zuständig, sagte: „Erst mit der soeben in der 3GPP verabschiedeten Standalone (SA)-Spezifikation wird die 5G-Netzarchitektur komplett. Hierbei wird das 5G-Radionetz nicht nur einfach in bestehende LTE-Netze als Kapazitäts-Booster integriert, wie es bei den NSA-Varianten der Fall ist. Vielmehr wird ein neues 5G-Core-Netz definiert, das im Zusammenspiel mit 5G New Radio zu einer weiteren Leistungssteigerung führt.“

5G könne damit praktisch das gesamte Spektrum von unterschiedlichen Anwendungen und Anforderungen abdecken, seien sie auch noch so anspruchsvoll, was Datendurchsatz, Zuverlässigkeit und Latenzzeiten angeht. Der neue Mobilfunkstandard kommt bis zum Jahr 2020 und soll 10 Gigabit pro Sekunde, bei einigen Anwendungen sogar 20 Gigabit pro Sekunde, eine sehr niedrige Latenzzeit von weniger als 1 Millisekunde und hohe Verfügbarkeit ermöglichen. Weltweit sollen 100 Milliarden mobilfunkfähige Geräte gleichzeitig ansprechbar werden. 5G soll künftig auch die Übertragung in Hochgeschwindigkeitszüge bis 500 Stundenkilometer und Flugzeuge bis 1.000 Stundenkilometer ermöglichen.

5G SA insbesondere für die spezifischen Anforderungen der Industrie

„In der Umsetzung werden wir voraussichtlich zunächst 5G NSA sehen, da sich damit Anforderungen im Endkonsumentenbereich wie höhere Bandbreiten und größere Kapazitäten gut umsetzen lassen, während 5G SA insbesondere für die spezifischen Anforderungen der Industrie notwendig ist“, betonte Held.

Die Deutsche Telekom erklärte: „Wir begrüßen die pünktliche Fertigstellung der Standalone-Architektur mit einem Cloud-freundlichen Kernnetzwerk als Teil des Rel-15 3GPP-Standards. Dies ist ein weiterer entscheidender Meilenstein für die Realisierung eines vollständigen End-to-End-5G-Systems“, sagte Alex Jinsung Choi, Senior Vice President Research & Technology Innovation der Deutschen Telekom. „Die Deutsche Telekom hat kürzlich in einem kommerziellen Netzwerk in Deutschland die weltweit erste Non-Standalone-Architektur-Trial implementiert.“ Man freue sich jetzt darauf, die branchenübergreifende Zusammenarbeit fortzusetzen, um die 5G-Ökosystem-Entwicklung zu beschleunigen und Anwendungen mit reduzierter Latenz und Netzwerk-Slicing zu erforschen.

Die gemeinsame Erklärung ist unterzeichnet von China Mobile, Anritsu, Asia Pacific Telecom, AT&T, British Telecom, CAICT , CATT, China Telecom, China Unicom, Chunghwa Telecom, Deutsche Telekom, DISH Network, Ericsson, Fujitsu Limited, Huawei, Intel, InterDigital, Keysight Technologies, KDDI, KT, Kyocera, Lenovo, LG Electronics, LG Uplus, MediaTek, Microelectronics Technology, Mitsubishi Electric, NEC, Nokia, NTT Docomo, OPPO, Orange, Panasonic, Qualcomm Technologies, Rohde-Schwarz, Samsung Electronics, Sharp, SK Telecom, Softbank, Sony Mobile Communications, Spirent Communications, StarPoint, Sumitomo Electric Industries, TIM, Unisoc, Verizon, Viavi, Vivo, Vodafone, Xiaomi und ZTE.

Autor des Artikels ist Achim Sawall.

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