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5 Dinge, die du diese Woche wissen musst: Europa wird aus Mut gemacht

Die Flagge der EU. (Foto: Shutterstock)

Jeden Montagmorgen berichtet t3n.de-Chefredakteur Stephan Dörner über fünf Dinge, die zum Wochenstart wichtig sind. Dieses Mal wird es politisch.

1. Europa wird aus Mut gemacht

Wer hätte 1945 nach zwei Weltkriegen mit Millionen Toten und einem industriellen Massenmord an der jüdischen Bevölkerung in Teilen Europas gedacht, dass mehr als 70 Jahre Frieden, wachsender Wohlstand und wirtschaftliche Zusammenarbeit folgen? Der Kontinent, auf dem sich Königreiche über Jahrhunderte bekriegten, ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden.

Leider reicht das nicht für die Zukunft. Denn diese Zukunft wird gerade überwiegend in China und den USA gemacht. Wir glauben daher: Die Zukunft muss auch aus Europa gestaltet werden – mit in Europa verankerten Werten wie dem Schutz der Privatsphäre, sozialem Ausgleich und der Einhegung von Konzernmacht unter fairen Spielregeln.

Der Plattformkapitalismus des Silicon Valley stößt an ­soziale und moralische Grenzen, die Mischung aus autori­tärem Staatskapitalismus und digitaler Totalüberwachung in China entwickelt sich zunehmend in Richtung einer düsteren Dystopie. Was Europa dem entgegensetzen kann, haben t3n-Print-Chefredakteur Luca Caracciolo und ich in unserem digitalen Manifest für Europa beschrieben.

Wir freuen uns auf eurer Feedback und die Diskussion! Die einzelnen Punkte des Manifests samt Möglichkeit, diese zu kommentieren, findet ihr hier. Außerdem schauen wir täglich, was ihr unter dem Hashtag #HeyEuropa dazu auf Twitter und Instagram schreibt.

Auch prominente Köpfe der Tech-Szene haben uns ihre Vision für Europa 2030 geschildert:

2. CDU/CSU, SPD und AfD haben ein Problem: die Jugend

Die Jugend geht wieder auf die Straße – für ihren eigenen Lebensraum. Der besteht einerseits aus dem virtuellen Internet (Artikel-13-Demos), andererseits aber auch aus dem Planeten, der sich – so der Konsens der ganz großen Mehrheit der Klimawissenschaftler – vor allem deshalb so rapide aufheizt wie noch nie zuvor in der Erdgeschichte, weil der Mensch massenhaft Co2 freisetzt. Unser Planet war zwar schon mal wärmer – aber nie hat er sich schneller aufgeheizt.

Unter anderem deshalb hat der Youtuber Rezo kurz vor der Europawahl eine 55-minütige Wutrede auf Youtube gegen CDU/CSU, SPD und AfD veröffentlicht – und uns im Interview erklärt, warum. Das Video mobilisiert nicht nur die Jugend, es beherrschte vergangene Woche auch die Schlagzeilen aller klassischen Medien. Und als wäre das nicht genug, kam es für die genanten Parteien am Freitag vor dem Wahlsonntag noch mal richtig dicke: Mehr als 70 Youtuber haben sich dem Appell angeschlossen.

Vielleicht können beide Seiten etwas davon lernen: die Politikerinnen und Politiker der etablierten Parteien, bei Themen wie Upload-Filter oder Klimaschutz weniger Verlags- und Auto-Lobbyisten zuzuhören und wieder mehr denen, deren Lebensraum ihre Entscheidungen betreffen – Internetnutzern und der Bevölkerung. Und die Jugend lernt vielleicht, dass ihre Interessen immer wieder übergangen werden, wenn sie sich selbst nicht politisch engagiert und somit auch nicht repräsentiert ist. Unter den jungen Wählerinnen und Wählern haben CDU, CSU und SPD am Sonntag besonders stark verloren – die Grünen waren besonders stark. Auch ein „Rezoeffekt“?

Gerade allerdings deutet sich schon das nächste Desaster an: Innenminister Seehofer will Messenger-Dienste wie Whatsapp, Threema und Signal zum Entschlüsseln zwingen.

3. Was der Handelskrieg für Smartphone-Nutzer bedeutet

Die große Weltpolitik läuft eigentlich immer dann am besten, wenn man als einzelner Bürger möglichst wenig davon mitbekommt – also abstrakt bleibt. Der von US-Präsident Donald Trump vom Zaun gebrochene Handelsstreit mit China wird für viele Smartphone-Nutzer gerade ziemlich konkret, insbesondere für diejenigen mit Huawei-Smartphone: Dort wird es bis auf weiteres keine neuen Android-Versionen mehr geben: Das bedeutet der Rauswurf für Smartphone-Nutzer. Eine Folge: Die Android-Alternative von Huawei könnte schon in diesem Jahr erscheinen. Wie sie aussieht, hat unser Hardware-Redakteur Andreas Floemer beschrieben.

4.  Wo China uns voraus ist

Apropos China: Mit der künstlichen Intelligenz in Deutschland ist es wie bei einem Autounfall, schreibt unser Gastautor Steven Mc Auley: Alle gucken hin, aber keiner tut etwas. In seinem Artikel nennt er drei Beispiele, die zeigen, warum uns China in vielen Dingen voraus ist.

5. Der Praxistipp zum Wochenstart: 1,1 Millionen Suchanfragen zeigen, worauf es bei Google ankommt

Zuletzt wie immer der Praxistipp zum Start in die Woche – diesmal geht es um Suchmaschinenoptimierung. Eine aktuelle Studie gibt Anhaltspunkte, wie man auch 2019 gute Rankings auf Google erzielen kann – unser Redakteur Vladimir Simovic hat sie zusammengefasst.

Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche!

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