Kommentar

5 Floskeln, die deiner Karriere schaden

5 Karriere-Floskeln – und warum sie dir schaden. (Foto: Shutterstock-Irina Bg)

„Wer hoch hinaus will, kann tief fallen!“ Wer solchen Floskeln auf den Leim geht, verpasst es, sich zu entwickeln, meint t3n-Autor Andreas Weck. Stimmst du zu?

Mit Glaubenssätzen ist das so eine Sache: Sie können uns voranbringen oder uns stoppen. Ich habe in meiner Karriere schon viele Floskeln gehört und mir dazu immer auch meine eigenen Gedanken gemacht. Diese fünf Tipps haben meinem persönlichen Prüfstand nicht standgehalten. Wie stehst du dazu?

„Wer hoch hinaus will, kann tief fallen.“

Ein Satz, der häufig von ängstlichen Menschen herausposaunt wird. Angst haben sie vor allem vor Fehltritten. Die Devise: Mach nur das, was du kannst und was von dir gefordert wird. Klar ist jedoch auch, dass du so keine großartige Entwicklung hinlegen wirst. In Wahrheit ist es doch so, dass du vor allem aus Fehlern lernen wirst. Wer also mutig ist und neue Dinge ausprobiert, wer dafür kämpft, dass sie passieren, der entwickelt sich weiter – egal, ob Erfolg oder Misserfolg am Ende warten. Wer dazu nicht bereit ist, bleibt im Mittelmaß.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“

Das Schlimme an diesem Satz ist vor allem, dass er suggeriert, dass Arbeit keinen Spaß machen darf. Wo das der Fall ist, verpuffen jedoch jegliche Motivation und Begeisterung sofort. Natürlich gibt es immer auch Aufgaben, die nerven und trotzdem erledigt werden müssen. Jedoch solltest du deine Arbeit zum allergrößten Teil mit Freude angehen. Wenn das bei dir nicht so ist, solltest du unbedingt überlegen, etwas zu verändern. Das Leben ist zu kurz und die Zeit, die wir auf Arbeit verbringen, zu lang, um sie in verhassten Jobs zu verbringen.

„Geld ist nicht alles.“

Es stimmt: Geld ist auf jeden Fall nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts! Es geht nicht darum, reich zu werden. Es geht nicht darum, ein dickes Auto zu haben. Und es geht nicht darum, immer die größte Glotze zu Hause stehen zu haben. Aber dein Einkommen schafft Sicherheit. Und diese Sicherheit schafft gedankliche Freiheit, um gute Arbeit zu leisten. Kümmere dich also darum, dass du entsprechend deiner Leistung und deiner Erfahrung vernünftig bezahlt wirst. Im Zweifel heißt das auch, woanders dafür zu sorgen.

„Nur wer hart arbeitet, wird erfolgreich sein.“

Klar ist: Wer bereit ist, die Extrarunde zu gehen, wächst daran in der Regel. Trotzdem glaube ich, dass vor allem das „hart“ hier mit Vorsicht zu genießen ist. Nicht wer bis zur Erschöpfung arbeitet, wird erfolgreich, sondern wer es inspiriert tut. Wenn Arbeit also zur Qual wird, weil beispielsweise tagtäglich übermäßig viele Überstunden anfallen, kommt es irgendwann zu Problemen. Achte also auch drauf, dass du dich erholst und achtsam mit dir umgehst. Ein wichtiger Soft Skill heutzutage: Lerne, auch mal Nein zu sagen!

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“

Noch immer herrscht hierzulande der Glaube, dass du zwar immer schön fleißig sein, jedoch nicht über deine Ergebnisse sprechen solltest. Wer gewinnt, stehe sonst als Angeber da. Wer verliert, sei schön doof, das auch noch an die große Glocke zu hängen. Und jetzt ein für allemal: Das ist Quatsch! Wer Erfolg oder Misserfolg hat, darf darüber reden. Zum einen ist das wichtig, damit auch andere Kollegen von dem Wissen profitieren. Zum anderen ist es von Vorteil für die Karriere, wenn du als kompetenter Ansprechpartner wahrgenommen wirst.

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Jobsuche: Die kostenlose Truffls-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n / dunnnk)

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2 Kommentare
Tim Gerdes

Ein guter und überfälliger Beitrag. Ich finde, alle fünf Glaubenssätze gehören als mahnendes Beispiel erinnert, wie es nicht zu sehen ist.
Einzig das Thema „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ erzeugt eine gewisse Ambivalenz bei mir. Ich finde, man kann das auch so sehen, dass man erst die Aufgaben erledigen sollte, die einem nicht so sehr liegen um dann diejenigen befreit angehen zu können, an denen man Spaß hat.
Da greift natürlich das absolute „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ zu kurz und müsste vielleicht umformuliert werden in etwas wie: „Erst die Überwindung dann der Flow“.

Antworten
Marianne Kook
Marianne Kook

Was erledigt werden muss, das muss erledigt werden – und zwar möglichst bald. That much is true.

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