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5G-Auktion: Ende des Frequenz-Monopoly absehbar

5G. (Foto: dpa)

In der seit Monaten andauernden Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzen wird ein Ende allmählich absehbar. Die Bundesnetzagentur entschied am Mittwoch, das Mindestzusatzgebot deutlich zu erhöhen.

Seit 19. März 2019, also immerhin seit zweieinhalb Monaten, bieten die Mobilfunkanbieter um die begehrten 5G-Lizenzen. Inzwischen sind wir in Runde 475 angelangt – aber das Ende ist allmählich absehbar. Denn die Bundesnetzagentur legte am Mittwoch fest, das Mindestzusatzgebot deutlich zu erhöhen – eine Sonderregelung der Regulierungsbehörde, von der sie Gebrauch machen kann, wenn sich das Ganze zu sehr in die Länge zieht.

Künftig müssen die Bietenden also mehr Geld auf den Tisch legen, um ein Höchstgebot abzugeben und einen zusätzlichen Block zu bekommen.Künftig ist hingegen eine Zusatzzahlung von mindestens 13 Millionen Euro nötig.

Die 5G-Auktion könnte bald vorbei sein

Durch die Änderung dürfte der Bund nicht mehr Geld einnehmen als nach den alten Regeln, aber es könnte bald das Ende der Bietschlacht erreicht sein. Die Teilnehmer – die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch – wären somit schneller an ihrer Schmerzgrenze, an der sie nicht noch tiefer in die Tasche greifen wollen. Dann würde kein neues Höchstgebot abgegeben und die Auktion endet. Die Änderung betrifft nur die umkämpften Blöcke im 3,6-Gigahertz-Bereich – hier zeigen sich die Firmen seit Wochen unnachgiebig. Bei den Zwei-Gigahertz-Blöcken ist hingegen seit Langem mehr oder minder Ruhe, hier scheint die Verteilung entschieden.

Die Höchstgebote summieren sich aktuell nach 475 Runden auf knapp 6,3 Milliarden Euro – der bisherige Rundenhöchstwert lag bei 224 Runden. Den aktuellen Stand in der Frequenzauktion findet ihr auf der Seite der Bundesnetzagentur.

5G-Auktion: Rekordergebnis könnte auch zum Problem werden

Natürlich ist es im Sinne der Steuerzahler, wenn die Provider möglichst tief in die Tasche greifen müssen. Das kann sich aber auch schnell ins Negative wenden – dann nämlich, wenn es den Anbietern nicht gelingt, das Ganze vernünftig zu refinanzieren. Der Kunde müsste dann entweder unverhältnismäßig viel für schnelles Internet zahlen oder die Provider würden den Ausbau länger hinziehen als unbedingt nötig. Unklar ist auch noch, in welcher Form Unternehmenskunden wie die Bahn oder Messegesellschaften mit den Providern ins Geschäft kommen können (und somit einen nicht geringen Teil der Kosten für den Ausbau übernehmen könnten).

Mit Material der dpa.

t3n meint: Der Schritt der Regulierungsbehörde könnte dazu führen, dass die Beteiligten die Karten auf den Tisch legen müssen und es somit zu einem Ende der Auktion kommen kann. Noch sind viele Fragen offen: Etwa ob United Internet als Neuling in diesem Geschäft einen Mindestbedarf zugesichert bekommt. Denn für das Unternehmen aus der Eifel lohnt sich ein Netz natürlich nur mit einer entsprechenden Größenordnung an zugesicherten Blöcken. Doch gerade das wäre natürlich im Interesse der anderen Provider, wenn sie nicht mit United Internet über die Roaming-Konditionen in den nächsten Jahren verhandeln müssten. Tobias Weidemann

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Ein Kommentar
Hans
Hans

Schlechter Artikel, der nicht darlegt, warum jetzt ein Ende in Sicht wäre. Das ist genauso wenig in Sicht wie bisher, weil nicht klar ist, bei welcher Schmerzgrenze Drillisch aussteigt. Bei einer Gebotssumme von 6 Milliarden und einer Erhöhung von 13 Mio wird also nun alles anders? Mit Verlaub, aber das ist Käse, lesen Sie doch mal die wenigen guten Artikel zur Auktion (genau genommen 2, Stichwörter: „Spieletheorie“ sowie „Strategie der Etablierten“). Es geht nicht nur um den einen Block, sondern um darum, Drillisch überhaupt nicht zum Zug kommen zu lassen. Das in Verbindung mit den Auktionsregeln (auf wieviele weitere Blöcke darf man zusätzlich „plötzlich“ bieten) für zur aktuellen Strategie.

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