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5G-Frequenzen: Telefonica will die Frequenzauktion mit einem Eilantrag torpedieren

5G-Mast. (Foto: Shutterstock/Tadej Pibernik)

Die Auktion der 5G-Netze bleibt spannend – genauso wie die Frage, wann der neue Standard in Deutschland ankommt. Denn jetzt schießt Telefonica per Eilantrag gegen die Frequenzauktion quer.

Der Terminplan für den Netzausbau der 5G-Netze gerät weiter in Gefahr. Denn die für März geplante Versteigerung von Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G könnte jetzt doch nicht wie geplant stattfinden, wenn es nach dem Mobilfunkkonzern Telefonica (O2) geht. Telefonica hat nämlich beim Verwaltungsgericht Köln einen Eilantrag eingereicht mit dem Ziel, die Frequnzauktion bis zur Entscheidung über die bereits im Dezember eingerichte Klage gegen die Vergabe- und Auktionsregeln auf Eis zu legen. „Wenn die Kammer der Klage nachkommt, dann kann keine Versteigerung stattfinden“, erklärte eine Gerichtssprecherin. Die Bundesnetzagentur muss binnen zehn Tagen nun eine Stellungnahme dazu abgeben.

Grund für die Klage und den damit verbundenen zusätzlichen Eilantrag sind offenbar die mit der Frequenzvergabe verbunden Auflagen zur Versorgung in der Fläche und zur Zusammenarbeit mit anderen Anbietern beim Roaming. Telefonica ist nicht der erste der Mitbietenden, der sich an den Regeln für die landesweite Versorgung stört. Auch die Deutsche Telekom und Vodafone haben deshalb bereits Klagen eingereicht, bislang aber darauf verzichtet, eine aufschiebende Wirkung ihrer Klagen zu beantragen. In der aktuellen Situation sehe die Welt allerdings schon wieder etwas anders aus, erklärt die Telekom, deren Ziel es offenbar war, den Vergabeprozess nicht zu verzögern.

5G-Netze: Deutschland ist ohnehin schon spät dran

Wie ein Telekom-Sprecher gegen der dpa erklärt, habe der Konzern bislang auf einen Eilantrag verzichtet, um den Zeitplan der Auktion nicht zu gefährden. Von Vodafone war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Ein weiterer Player, der die gesamte Auktion besonders spannend machen wird, ist die United-Internet-Gruppe, die mit 1&1 Drillisch ebenfalls um die begehrten Lizenzen mitbieten wird. Das Investment – die Firmenführung unter Ralph Dommermuth hat für den Ausbau immerhin eine Kreditlinie von 2,8 Milliarden Euro über die Jahre bewilligt bekommen – könnte sich für die Beteiligten bezahlt machen. Dommermuth fordert zumindest für die ersten Jahre ein nationales Roaming, um die bestehenden Netze gemeinsam nutzen zu können – ein Ansinnen, dem sich die Bundesnetzagentur ebenso wenig wie die anderen Netzbetreiber anschließen wird. (mit Material von dpa)

t3n meint: Sicher ist, dass sich der Netzausbau, wenn die Telefonica mit ihrem Antrag durchkommt, weiter verzögern wird – nachdem der Zeitplan ohnehin bereits im Hintertreffen ist. Und währenddessen gibt es in anderen Ländern, etwa in den USA und in Südkorea, bereits funktionierende 5G-Netze – und auch der diesen Monat stattfindende Mobile World Congress in Barcelona dürfte mal wieder stark 5G-geprägt sein. Man kann sich die Diskussion also allenfalls dahingehend schön reden, dass Deutschland bei der Ausgestaltung der Standards die Fehler anderer Länder nicht mehr machen wird. Tobias Weidemann

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2 Kommentare
MrX
MrX

Ich bin für eine Verstaatlichung des Handynetzes. Dann ist sichergestellt das jeder versorgt wird, und nicht nur die Rosinen in den Ballungsgebieten

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Gerrit
Gerrit

Wäre mal schön wenn Deutschland den Netzausbau agressiv vorantreibt. Da liegen wir teilweise hinter afrikanischen Ländern…

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