Kommentar

5G: Es geht nicht um Huawei – es geht um China

5G ist weniger ein technisches Projekt, als ein politisches. Und das Problem ist nicht Huawei, sondern China. (Foto: dpa)

Ist günstige 5G-Technik aus China ein technisches Risiko? Können wir dieses Risiko wegprüfen? Nein. Es geht nicht um Technik. Es geht um Politik.

Die Telekom will 5G-Technik bei dem chinesischen Konzern Huawei einkaufen. Das ist so, als würden die USA plötzlich in Deutschland nachfragen, ob sich hier jemand mit  Abgasprüfstationen auskennt: im besten Fall überraschend, eher naiv. Aber erstmal der Reihe nach.

Können wir chinesischer Hardware vertrauen?

In Deutschland wird gerade der Ausbau der 5G-Infrastruktur verhandelt. 5G soll als zentrales Nervensystem all die Digitalisierung, die wir uns in den letzten Jahren so ausgedacht haben, miteinander verbinden: die Industrie 4.0, das Internet der Dinge, autonome Autos und uns selbst. Wenn es eine Schlüsseltechnologie gibt, dann das Internet. Die große Frage dabei: Können wir bei diesem wichtigsten aller Infrastrukturprojekte chinesischer Hardware vertrauen? Oder liefern wir damit unser neues 5G-Netz Spionage, Sabotage und Manipulation aus?

In den jüngsten Beratungen zwischen Bundesregierung, Ministerien und der Netzagentur scheint man sich auf eine Lösung verständigt zu haben: Alle Produkte sollen genau geprüft werden, die für die 5G-Infrastruktur infrage kommen. Man müsse sicherstellen, dass „das Unternehmen die Daten nicht einfach an den Staat übergibt“, hat Angela Merkel gesagt. Dazu soll es einen Sicherheitskatalog, eine Art 5G-Tüv und ein Kein-Spionage-Abkommen geben.

Die Idee der Kontrolle ist gut. Uns kam sie letztes Jahr auch schon. Leider greift sie viel zu kurz. Denn: Erstens ist es kein technisches Problem, bei dem ein Tüv oder ein Zertifikat irgendwie helfen könnte. Und zweitens: Niemand bei Huawei hat die Macht, sich gegen die chinesische Regierung zu stellen, wenn die etwas will.

Prüft, und ihr werdet nichts finden

Die Behörden können prüfen, wie sie wollen: Sie werden in Huaweis Technik keine gewollten Hintertüren finden. Die amerikanischen Geheimdienste suchen seit Jahren erfolglos danach. In der berüchtigten Operation „Shotgiant“ ist die NSA ja selbst bei Huawei eingebrochen, und konnte keine Beweise für Hintertüren oder eine problematische Verbindung zur chinesischen Armee finden. Es ist unwahrscheinlich, dass die Leute vom BSI da jetzt noch etwas entdecken.

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3 Kommentare
Seehenhörenverstehen
Seehenhörenverstehen

Ohje, ist das überhaupt noch ein redaktioneller Beitrag oder nur noch Angstpropaganda?
Welchen der zahlreichen Vorwürfe kann man nicht auf die USA anwenden?

Stichworte: Guantanamo Gefängnis, Patriot Act, Edward Snowden, Hiroshima und Nagasaki, 800 Milliarden Militärbudget und viele andere. Da muss einem halbwegs gebildeten Menschen doch ein Licht aufgehen.

Wenn die USA so ein Rechtsstaat ist, warum garantieren sie dann Edward Snowden nicht einen fairen, öffentlichen Gerichtsprozess?
Warum hat die Spionage aller Bürger, Politiker, Unternehmen und Institutionen bis heute keine politische Konsequenzen?

Habe bisher sehr gerne auf t3n gelesen, doch so ein politisch motivierter, einseitiger, subjektiver, panikmachender und kurzsichtiger Beitrag übersteigt deutlich die Schmerzgrenze.
Hoffe das war ein einmaliger Ausrutscher. Würde mich nicht wundern wenn es selbst bei diesem Artikel nicht mit rechten Dingen zugeht.

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WhyNot
WhyNot

@Seehenhörenverstehen
Mir scheint wir haben nicht den selben Artikel gelesen. In dem Artikel den ich las, werden die USA mit keinem Satz als postive Alternative angepriesen. Es wird auch nicht gefordert die Technik statt aus China lieber aus den USA zu kaufen. Die beiden Alternativen die hervorgehoben werden (Nokia und Ericsson) sind beide europäisch, daher verstehe ich nicht wirklich warum dein Kommentar einzig und allein aus Kritik an den USA besteht, die zwar nicht Falsch ist, mir allerdings bezüglich des Artikels komplett fehl am Platz zu sein scheint.

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Thomas Kiefer
Thomas Kiefer

Sehenhörenverstehen kann ich mich nur anschließen. Huawei ist wohl besser in Netzwerktechnik, da in China, schließlich ein Land mit fast drei Mal so viel Einwohner als in der EU, Huawei viele Erfahrung und wohl dadurch bessere Technologie günstiger anbieten kann. Soll Europa der USA hörig sein, da deren Geheimdienst leichter seine Spionagesoftware leichter bei Nokia und co. installieren kann? Schließlich wurde mit amerikanischer Spionagetools sogar unsere brave Kanzlerin abgehört.
Fazit: traue keinem Geheimdienst, auch nicht dem chinesischen und am wenigsten den US-amerikanischen. Das Huawai-Managemet sagt: wenn chinesische Regierungsstellen den Konzern zur Herausgabe von Daten auffordern würden, würden sie auf das Geschäft verzichten. Denen glaub ich. Und unsere Regierung sollte sich von China und den USA verbindlich bestätigen lassen, das in der digitalen Infrastruktur keine staatliche Spionagesoftware eingebaut werden darf und dies mit harten Strafen bei Nichtbeachtung belegt. Da hätten die Us-Amerikaner eher größere Probleme, als die Chinesen. Und traurig ist: wenn wir nicht mir China zusammenarbeiten, wird G5 viel teurer und kommt viel später. Das Ganze erinnert schon sehr an England vor über hundert Jahren, das seine Dampfmaschinentechnologie gegenüber ausländischen „Billiganbietern“ schützen wollten und wo jetzt indische und chinesische Konzerne die größten industrielen Arbeitgeber sind. TATA und Geely zum Beispiel.

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