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5G-Lizenzen – drohen Funklochkrise und digitale Spaltung?

5G. (Bild: Bund)

CDU-Politiker kritisieren die Pläne zum 5G-Ausbau der Bundesnetzagentur. Wenn die Rahmenbedingungen nicht verbessert würden, sollte die Vergabe der Frequenzen gestoppt werden.

Eine 20 Mal schnellere Datenübertragung, dabei weniger Energieverbrauch und das für fast ganz Deutschland. Die Pläne der Bundesnetzagentur zum 5G-Frequenzauktion klingen vielversprechend. Aber nur auf den ersten Blick, meinen neun CDU-Politiker, darunter der Vorsitzende des Beirats der Bundesnetzagentur Joachim Pfeiffer. In einem Brandbrief an Netzagentur-Präsident Jochen Homann kritisieren sie die Rahmenbedingungen der Auktion. Der achtseitige Brief liegt der Süddeutschen Zeitung vor.

Die Politiker fordern schärfere Vergabebedingungen und klarere Vorgaben für die Mobilfunkanbieter. Sonst würde der Kampf gegen Funklöcher scheitern – zumindest für weite Teile Deutschlands.

Kritker befürchten die digitale Spaltung

Die Bundesnetzagentur will die Mobilfunkanbieter verpflichten, bis 2022 mindestens 98 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Übertragungsrate von 100MBit/s zu versorgen. Anders gesagt heißt das aber, dass zwei Prozent der Haushalte kein schnelleres Netz kriegen – auf die Fläche gerechnet würden also mindestens 15 Prozent des Landes auf der Strecke bleiben, schätzt die Süddeutsche Zeitung. Deshalb werden die Pläne die Kluft zwischen Stadt und Land vergrößern, befürchten die Autoren des Brandbriefs.

Die Bundesnetzagentur hatte in den Verhandlungen mit den Anbietern ihre Forderungen runtergeschraubt: Zum Beispiel sollen jetzt statt aller Straßen nur noch Autobahnen und Bundesstraßen 5G-Netz bekommen. Außerdem kritisieren die CDU-Politiker, Bahnfahrer würden auf der Strecke bleiben: Die geplanten Übertragungsgeschwindigkeiten an den Bahnstrecken würden nicht reichen.

Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt in Gefahr

Die Autoren finden, eine Diensteanbieterverpflichtung sei durchaus eine Option. Sonst sei angesichts von nur drei Netzbetreibern auf dem Mobilfunkmarkt der Wettbewerb in Gefahr – und damit auch der schnelle 5G-Ausbau. Freenet-Vorstand Rickmann von Platen hat die Zustände auf dem Mobilfunkmarkt der Süddeutschen Zeitung gegenüber als eklatant bezeichnet. „Der Wettbewerb ist in schlechtem Zustand. Die Bedingungen für Verbraucher auch“, sagte er der Zeitung.

Ende November fällt die Bundesnetzagentur die endgültige Entscheidung.

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4 Reaktionen
Nope

Deutschland lebt noch von den Autos, wenn wir allerdings alle in naher Zukunft autonom umherfahren, wird es keinen interessieren ob es ein Benz oder ein anderes Auto ist was einen da abholt. Im Internet steckt noch so viel Potenzial und wir erfinden davon so gut wie nichts. Hier herrscht eher der glaube das DSL 16.000 ja für alles ausreicht und man mobil ohnehin nichts sinnvolles mit so hohen Geschwindigkeiten anfangen kann. Wir brauchen wirklich dringen Geld für die Bildung, Verkehrswege, das Gesundheitswesen und für den Netzausbau, aber all das würde sich lohnen. Irgendwo in Brandenburg sitzt ein fähiger Entwickler der das nächste Ding erfinden kann, wenn er denn auch Zugang zu einem schnellen Netz hätte.

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dennis

Lachhaft: Bis heute ist nicht mal das 4G Netz richtig ausgebaut. Jetzt sollen alle neue Handys kaufen, damit das vermeintlich besser 5G Netz genutzt werden kann. Wie wäre es, wenn man es überhaupt schaffen würde keine Funklöcher mehr zu haben. Ich wohne im Ruhrgebiet und selbst hier haben wir Funklöcher, ich mein, das Ruhrgebiet besteht aus Städten, die nahtlos in einander gehen, selbst hier ist das nicht möglich??? 5G? Geh 5 x nach Hause....

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ICU

"Eine 20 Mal schnellere Datenübertragung, dabei weniger Energieverbrauch und das für fast ganz Deutschland."

"für fast ganz Deutschland" - das sagt doch schon alles.

Weder die Politiker noch die Wirtschaft wollen eine flächendeckendes Mobilfunknetz.
Bei den Waldbränden in Brandenburg in diesem Sommer, hat die Telekom Notmasten für den Mobilfunk aufgestellt, damit die Feuerwehren und die ganzen Helfer kommunizieren können. Danach wurde alles wieder abgebaut.

Selsbt Katastrophen bringen die Politiker nicht dazu 100% Fläche zu fordern.

:-(

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Titus von Unhold

Jedem Politiker der Ernst der Lage doch eigentlich klar sein, oder? Und trotzdem passiert nichts, was über digitalen Brunnenbau hinaus geht. Mir fehlen die Worte.

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