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5G-Netzausbau: Netzbetreiber fordern Verwässerung der Netzneutralität

(Bild: Shutterstock)

Im „5G-Manifest“ setzen Telkos die europäische Telekomregulierungsbehörde unter Druck und fordern eine Aufweichung der Netzneutralität.

5G-Netz-Ausbau: Abschwächung der Netzneutralität laut Netzbetreiber notwendig

Ein 3.000 Seiten starkes Dokument (PDF) - von den Autoren als „5G-Manifesto“ bezeichnet –, umreißt die Anforderungen an den Ausbau des Mobilfunknetzes der Zukunft. Im Kern fordern die 17 beteiligten Telekommunikationskonzerne wie die Deutsche Telekom, Vodafone, British Telecom, Nokia und weitere Unternehmen, dass das 5G-Netz bis 2020 europaweit in Betrieb genommen werden könnte, sofern die europäische Telekomregulierungsbehörde (BEREC) sich dazu erweichen ließe, die Regeln der Netzneutralität aufzuweichen.

So erklärt die EU-Kommission das 5G-Netz. (Bild EU)
So erklärt die EU-Kommission das 5G-Netz. (Bild EU)

Gesetzt dem Fall, dass die Telekomregulierungsbehörde die Regeln der Netzneutralität nicht aufweiche, würde der Ausbau des 5G-Netzes langsamer verlaufen, betonen die Verfasser des Papiers. Konkret heißt es, dass die aktuellen Regeln der Netzneutralität „signifikante Unsicherheiten erzeugen, was den „Return of Investment des Netzausbaus“ betreffe. Daher könne es beim Netzausbau zu Verzögerungen kommen.

Ferner ist von Gefahren der strengen Regeln der Netzneutralität die Rede, mit denen das Konzept des „Network-Slicing“, das mit dem 5G-Netz eingeführt werden soll, nicht funktionieren würde. Denn verschiedene Einsatzzwecke des 5G-Netzes wie autonomes Fahren, Smart-Grid-Control, Virtual Reality und öffentliche Sicherheitsdienste erfordern eine „flexible und elastische Konfiguration der Ressourcen“, so das Manifest.

Auflockerung der Netzneutralität soll 5G-Netzausbau beschleunigen

Dem Manifest zufolge arbeiten die Netzbetreiber, sofern die Netzneutralität aufgelockert wird, an einer Roadmap nach der 2018 die Vorteile des 5G-Netzes in Autos, dem Gesundheits-Sektor, öffentlicher Sicherheit, Smart Cities und Unterhaltung demonstriert werden sollen. Bis 2020 soll der 5G-Standard schließlich in allen 28 Mitgliedsstaaten verfügbar sein.

Kritiker der 5G-Pläne visualisieren das Ganze kritischer. (Bild: Netzpolitk. org)
Kritiker der 5G-Pläne visualisieren das Ganze kritischer. (Bild: Netzpolitk. org)

Während die US-Medien wie The Verge und Thomas Lohninger auf Netzpolitik.org schreiben, dass diese Art der Netzausbaupolitik an Erpressung der unabhängigen europäischen Telekomregulierungsbehörde BEREC grenze, lobt auf der anderen Seite Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, das Manifest – er bezeichnete es als einen „wertvollen Input“. Ob sich die BEREC auf die Drohung der Telekomkonzerne und damit das Ende der Netzneutralität einlässt, bleibt abzuwarten. Ihr könnt euch übrigens auch Gehör verschaffen, indem ihr an der Konsultation zu den neuen Regeln zur Netzneutralität teilnehmt – sie läuft noch eine Woche.

Lesenswert zum Thema: Netzneutralität: Die Daten sind frei… noch! und Abschaffung der Netzneutralität: Die EU-Länder wollen das Internet zähmen [Kolumne] und 5G: Alles wird wireless, doch nur bis zum nächsten Kabel

via www.theverge.com

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Eine Reaktion
User

Für mich klingt es als würde die Telekommunikations-Lobby wieder augenscheinlich, Gründe suchen.

Darf man anderen Beiträgen zu 5G Glauben schenken, benötigen die Sendeanlagen von 5G einen konsequenten und flächendeckenden Glasfaserausbau. Und hier liegt der Hund begraben.

Um Geld zu verdienen müssen die Telekommunikationsunternehmen neue Produkte anbieten. Doch wo keine Infrastruktur, da auch keine neuen Produkte wie 5G.

Natürlich bremst dies den 5G Netzausbau und es gibt kein ROI. Allerdings nur weil die dafür notwendige Netzinfrastruktur seit 15 Jahren verschlafen wurde von den TKUs regelmäßig auszubauen und sicherlich nicht in 1-3 Jahren auf unteres Durchschnittsniveau ausgebaut werden kann, trotz sehr optimistischer versprechen der Politiker.

Doch anstatt den Stier bei den Hörnern zu fassen und endlich mal hin zu machen, wie es schon längst überfällig ist, wollen die Telekommunikationsunternehmen dem 5G-Netz wieder einen "bis zu" Stempel aufdrücken wie es schon bei den DSL und LTE Angeboten der Fall ist und die Funktionen soweit einschränken. Hauptsache Sie können wieder 4,99 € oder 9,99 € auf den bestehenden Vertrag aufschlagen.

Allerdings wissen die TKUs halt besser wie man Mist als Gold verkauft und den Bürger auch noch im Gefühl lässt, Sie hätten zugleich das Rad neu erfunden als die Infrastruktur mal Zukunftsweisend auszubauen. Das geht doch um so vieles einfacher und schneller.

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