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5G: Alles wird wireless, doch nur bis zum nächsten Kabel

(Foto: Barta IV / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Wenige Menschen haben so eine genaue Vorstellung von 5G wie Michael Lemke. Er weiß, dass alles letztlich nur mit Glasfaser möglich ist.

Mobilfunk der 5. Generation werde in Deutschland nicht ohne eine gut ausgebaute Glasfaserinfrastruktur möglich sein, sagt Michael Lemke, Senior Technology Expert bei Huawei. „In Anlehnung an unsere Corporate-Strategie sage ich immer Folgendes: Alles wird wireless, es ist nur eine Frage, wie weit das nächste Kabel entfernt sein wird. Das fängt zu Hause mit fünf Metern an, und setzt sich außerhalb vielleicht mit 50, 100, 200 Metern fort“, sagt Lemke im Gespräch mit Golem.de . „Wir werden bei 5G sehr viel mehr Straßeninstallationen sehen, beziehungsweise Wiederbenutzung von existierenden Installationsorten.“ Sonst ließe sich 5G nicht realisieren.

Es bestehe die große Sorge, dass es mit dem neuen Standard in Deutschland kein Festnetz mehr geben werde. Der neue Mobilfunkstandard werde sich aber auch komplementär zum Festnetz entwickeln. „Physikalisch ist der Glasfaserausbau wichtig, um dann irgendwann auch mal ein Drahtlos-Endpunkt zu werden“, betont der promovierte Physiker, der vor Huawei für Siemens und Nokia Siemens Networks tätig war.

5G: höhere Anteile oder mehr Überbrückungen

 

Shutterstock)

Ziel für 5G ist es aut dem Mobilfunkausrüster weiterhin, eine Datenübertragungsrate von 10 GBit/s oder sogar Höchstwerte von 20 GBit/s und eine geringe Latenzzeit von weniger als 1 Millisekunde zu erreichen. Nach den Worten von Lemke ist Glasfaser jedoch weiter nötig, es werde ein Technologiemix von Festnetz und Mobilfunk bleiben. „Das ist ganz sicher, denn Glasfaser zum Haus ist von der Mächtigkeit her und von den evolutionären Möglichkeiten ungeschlagen, allein physikalisch gesehen. Aber 5G kann sozusagen höhere Anteile oder mehr Überbrückungen leisten.“

Die kleineren Netzbetreiber bauten wie verrückt an Fiber To The Home, sagte Lemke. „Das Problem ist aber auch, dass von rund 2,3 Millionen Anschlüssen lediglich 300.000 benutzt werden. Die Geiz-ist-geil-Mentalität in Deutschland ist auch nicht sonderlich gut für diesen Bereich der Digitalisierung.“ Da könne man nicht viel erwarten.

Huawei habe einen Satz von Vorschlägen und Technologien vorgelegt, die der Konzern als Kandidaten für den 5G-Standard betrachte. „Wenn man sich die Meilensteine anschaut, dann liegen die Entscheidungen über das Air Interface irgendwo im nächsten Jahr. Hier wiederum kennen wir unsere Kandidaten, die haben wir eingebracht, und die stehen jetzt im Wettkampf mit den anderen Kandidaten. Wir glauben an unsere Vorschläge, und natürlich werden wir alles dafür tun zu beweisen, dass das die besten Vorschläge sind. Aber das heißt nicht, dass sie sich deshalb durchsetzen.“ Das Standardisierungsgremium 3GPP als Kompromiss-Veranstaltung werde das erarbeiten. „Ich erinnere mich auch, wie das bei LTE lief. Bei der vierten Generation kämpfte LTE gegen Wimax“, sagte Lemke.

Zeitplan für einen Standard

Nokia-Sprecherin Martina Grüger-Bühs sagte Golem.de in dieser Woche: „Die Phase 1 der Standardisierung von 5G bei der 3GPP ist gestartet. Das heißt, die Beteiligten wie Technikhersteller und Netzbetreiber treffen sich jetzt in regelmäßigen Runden und diskutieren, welche Technologien Bestandteil des 5G-Systems werden sollen. Die Standardisierung für 5G Phase 1 wird nach derzeitiger Planung und aus unserer Sicht spätestens 2018 und für Phase 2 im Jahr 2019 abgeschlossen sein.“

Beim Narrow Band Internet of Things sei Huawei bereits völlig fertig mit seiner Lösung gewesen. Doch es musste „das noch mal stoppen wegen Ericsson. Dann haben wir nochmal angehalten und jetzt implementieren wir den Standard, der entschieden wurde – bis Juni. Das ist eigentlich das beste Schulbeispiel, wo wir sagen, wir wollen das 3GPP-basierte Ökosystem unterstützen, das werden wir nicht beschädigen“, betonte Lemke.

Kabelnetzbetreiber seien auch unterwegs und würden auch ihren Anschluss „in dieser schönen neuen Welt“ der Gigabit-Netze suchen. „Und da muss man schon sagen, da gibt es durchaus auch Lücken“, erklärte Lemke.

Autor des Artikels ist Achim Sawall.

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