Karriere

Warum der 8-Stunden-Tag stinkt – und wie wir stattdessen arbeiten sollten [Infografik]

Brauchen wir den 8-Stunden-Tag noch? (Grafik: Podio)

„Wer früher geht, fällt negativ auf“: Wie oft quälen wir uns aufgrund dieser vermeintlichen „Arbeitsweisheit“ durch einen langen, unproduktiven Tag im Büro. Dass das starre Festhalten am 8-Stunden-Tag zu gar nichts führt, zeigt eine neue Infografik.

8 Stunden, in denen sich alles abspielen muss

Ein 8-Stunden-Tag ist für die meisten Wissensarbeiter ganz normal. Nur Freelancer und ein paar glückliche IT-Profis können sich ihre Zeit freier einteilen. Aber ist es überhaupt sinnvoll, Wissen, Konzentration und Kreativität während dieser Zeitperiode geballt abzurufen? Jeder, der schon einmal ein hartes Mittagstief durchlaufen hat oder einfach ein paar Stunden lang unkonzentriert gewesen ist, würde wohl sagen: nein. In der Regel ist das menschliche Gehirn einfach nicht derart viele Stunden am Stück produktiv.

„Beim Arbeiten geht es heute nicht mehr um Zeit, sondern um Energie-Management.“

Wer kreative Arbeit verrichtet, kennt wahrscheinlich das Gefühl, nach einer besonders ertragreichen Arbeitsphase erst einmal eine Weile „Leerlauf“ zu benötigen. Andere brauchen ein Power-Nap, um nach dem Mittagessen wieder in Schwung zu kommen. Wieder anderen kommen die besten Ideen morgens beim Duschen, draußen in der Natur oder abends, wenn die Kinder im Bett sind. Auf all das nimmt ein starrer „Nine-to-Five-Job“ aber keine Rücksicht: Grund genug, seine Daseinsberechtigung einmal in Frage zu stellen.

Der 8-Stunden-Tag: Relikt aus einer vergangenen Zeit

Verpflichtende Arbeitszeiten von neun bis 17 Uhr, Montags bis Freitags, „können Zufriedenheit und Engagement der Mitarbeiter während der Arbeit negativ beeinflussen“, schreibt Julia Judge von Podio. „Sie können auch Auswirkungen auf das Familienleben und soziale Aktivitäten haben und es Unternehmen schwer machen, Talente zu halten.“

Der Collaboration-Software-Anbieter hat jetzt eine Infografik veröffentlicht, die dem Phänomen des 9-to-5-Arbeitstages auf den Grund geht. Sie zeigt: Zu Zeiten der Industriellen Revolution – als weitaus längere Schichten üblich waren – eingeführt und als soziale Errungenschaft gefeiert, passt der 8-Stunden-Tag längst nicht mehr zu den Arbeits- und Lebensgewohnheiten des 21. Jahrhunderts. Die Grafik wirft einen Blick auf die Wissenschaft dahinter und gibt Tipps, wie wir unseren Arbeitstag besser strukturieren könnten.

Zum Vergrößern der Infografik klickt einfach auf den folgenden Ausschnitt.

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Diese Infografik stellt den 8-Stunden-Tag in Frage. (Quelle: Podio)

Noch mehr vermeintliche Karriere-Weisheiten, die auf die Müllhalde gehören, findet ihr in diesem Artikel.

via visual.ly

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9 Kommentare
Dominik

Ich schätze den Produktivitätsgewinn im Mittel auf rund 30%. Knackpunkt ist wie immer die telefonische Erreichbarkeit.

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Hendrik

Ich bin ja immer skeptisch, wenn so faktisch daherkommende Infographiken zufällig perfekt zum Geschäftsmodell des Produzenten passen…

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nazeK
nazeK

Contentmarketing :D

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Hans Dampf
Hans Dampf

Ja genau, immer schön erreichbar sein und 24 Stunden an die Arbeit denken – sogar wenn die Kinder im Bett sind. Forget it, baby! Nach 18 Uhr will ich nichts mehr hören und auch nicht gegen 21 Uhr noch eine E-Mail mit „Ich brauche bis morgen früh noch die Excel Datei XY“, wenn ich gerade mit meiner Frau oder meinen Kindern einen Film gucke oder gerade spazieren gehe. Nehmt euch mal wieder etwas zurück und kommt mal runter! Wenn ich Feierabend habe, habe ich Feierabend. Ich arbeite um zu LEBEN und nicht umgekehrt!

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Dominik

Und dennoch gibt es viele Leute, die Ihre Arbeitszeit gern flexibel einteilen möchten. Es gibt halt auch Menschen die Spaß am Job haben, aber eben nicht unbedingt 8 Stunden am Stück.

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Dominik

Im Sinne von 8 Stunden am Stück konzentriert & effektiv arbeiten können. Das kann wohl keiner.

André
André

Es ist zwar nicht ganz falsch, dass unsere
Kontentration zyklisch hoch und runter fahren kann, aber dies fällt nicht immer so extrem aus, dass man auch unproduktiv wird. Gerade wenn man sich während eines Tiefs auf weniger komplexe Prozesse konzentrieren kann. Leider ignoriert der Ansatz etablierte Erkenntnissen zur Motivation, u.a. den Flow-Zustand, sowie zum „Soaß“ an einer Tätigkeit im Allgemeinen. Dadurch fallen u.a. die Zyklen nämlich weg, verlängern sich oder fallen weniger heftig aus.
Das Problem mit der Motivation der Verschmelzung zwischen ständiger Arbeit und Privatleben hat Herr Dampf ja bereits wunderbar aufgezeigt.

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Dominik

Mal fernab der These, dass man Abends Deadlines für den nächsten Morgen aufgebrummt bekommt, ich denke dann ist man ohnehin beim falschen Arbeitgeber. Ich war selbt Jahrelang Arbeitnehmer, bevor ich mich Selbständig gemacht habe. Es ist unglaublich effektiv, wenn man dann arbeiten kann, wann man möchte & entsprechend aufnahmefähig ist und keine starren Arbeitszeitvorgaben hat.

Ich denke da eher an einer Vertiefung der schriftlichen Kommunikation, die ohnehin effizienter ist. Ob und wann man diese liest/bearbeitet, ist ja dann jedem selbst überlassen.

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Hadi
Hadi

Flexible Arbeitszeiten würden nicht bei jedem Job passen, bei einigen braucht man wahrscheinlich die starren Zeiten von acht Stunden.

Fakt ist, es gibt Menschen, die ihre Arbeit lieben, aber trotzdem keine Workaholics sind. Es ist ein Teil ihres Lebens geworden. Diesen Menschen wird es bestimmt leichter fallen, sich an flexible Zeiten zu gewöhnen.

Wiederum gibt es Menschen, die einfach nur ihre acht Stunden hinter sich bringen möchten und froh sind, Feierabend zu haben.

Genau diese zwei Typen von Arbeitern in ein Arbeitsprozess zu integrieren wird nicht ganz einfach sein. Als Unternehmer sollte man schon Rücksicht auf seine Arbeiter und Angestellten nehmen, sonst leidet die Produktivität, was zum Nachteil von jedem ist.

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