News

Chrome 80 will Adblocker einschränken

Foto: FOXARTBOX / Shutterstock.com)

Google nimmt umfangreiche Schnittstellenänderungen am Chrome-Browser vor. Diese schränken Adblocker wie Ublock Origin und Adblock Plus deutlich ein. Nun hat Google eine erste Vorschau mit der Entwicklerversion des Chrome 80 veröffentlicht.


Google hat damit begonnen, die umstrittenen Schnittstellenänderungen für Browser-Erweiterungen umzusetzen. Diese schränken Adblocker wie Ublock Origin, Ghostery und Adblock Plus deutlich ein. Die entsprechenden Änderungen hat Google kürzlich in die Entwicklerversion des Chrome-Browsers (Chrome Canary) integriert. Nach Aussagen des Google-Mitarbeiters Simeon Vincent befinden sich die Änderungen noch im Alpha-Stadium, mit einem stabilen Release ist laut Google erst im nächsten Jahr zu rechnen.

Mit dem Regelwerk Manifest V3 plant Google größere Umbauarbeiten an seinem Browser Chrome sowie der Open-Source-Version Chromium. Besonders umstritten ist die geplante Abschaffung der Blockierfunktion der webRequest-API, die von Werbe- und Trackingblockern genutzt wird. Erweiterungen sollen künftig Browseranfragen nur noch lesen, nicht jedoch blockieren, modifizieren oder umleiten können.

Als Alternative soll die declarativeNetRequest-API eingeführt werden, bei welcher der Browser selbst die Filterung vornimmt – die jedoch auf 150.000 Elemente beschränkt ist. Dies reicht zwar für die weitverbreitete Filterliste Easylist, nicht jedoch für eine Kombination von mehreren umfangreichen Filterlisten, wie sie beispielsweise mit Ublock Origin möglich ist. Diese Beschränkung hatte Google erst im Juni nach Protesten angehoben, davor lag sie bei 30.000 bis 40.000 Elementen.

Die declarativeNetRequest-API wurde bereits in die Entwicklerversion 80 des Chrome-Browsers integriert. Die stabile Version Chrome 80 soll im Februar 2020 erscheinen. Wann die Schnittstellen des Vorgänger-Manifests V2 abgeschafft werden, hat Google noch nicht bekanntgegeben. Neben Chrome setzen auch viele Alternativ-Browser die Chromium-Engine ein. Der Gründer des Brave-Browsers hat bereits angekündigt, die webRequest-API weiter pflegen zu wollen. Auch Mozilla bietet im Firefox eine entsprechende Schnittstelle, die nicht eingeschränkt werden soll.

Adblocker direkte Bedrohung?

Kritiker werfen Google vor, mit der Schnittstellenänderung gegen Adblocker vorzugehen, die das Werbegeschäft des Browser-Herstellers empfindlich stören. So bezeichnet Googles Mutterkonzern Alphabet im Jahresbericht an die US-Börsenaufsicht Werbeblocker als eine direkte Bedrohung: „Die meisten unserer Google-Einnahmen stammen aus Gebühren, die im Zusammenhang mit der Schaltung von Online-Anzeigen an uns gezahlt wurden. Infolgedessen könnten solche Technologien und Tools unsere Betriebsergebnisse beeinträchtigen.“

Dieser Artikel wurde verfasst von Moritz Tremmel.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

4 Kommentare
Mitch

Wer vermutet bei sowas Hintergedanken? Bei Googles 116 Mrd. $ Werbeumsatz 2018 …

Ich finde ja ein Internet ohne Werbeblocker nahezu nicht benutzbar. Insofern ist ein Umstieg auf Mozilla Firefox und ublock origin absolut sinnvoll.

Chrome zum testen von Webseiten, fein, aber zur regelmässigen Benutzung, niemals.

Antworten
toshi
toshi

Stimme da nur zu

Antworten
Andreas

Mozilla Firefox ist mir leider viel zu langsam …trotz Quantum
experimentiere gerade mit der Host Datei und verschiedenen Listen …läuft prima !!
sehe so gut wie keine Werbung mehr auf Seiten, Youtube Videos laufen ohne Werbung
was will ich mehr ?
Habe daher soeben Adguard aus dem Browser entfernt, weil jedes Addon die Geschwindigkeit ausbremst und das geht ja bei mir gar nicht.
Von mir aus entwickelt Google nun einen Browser der jeden Adblocker sofort löscht und von mir aus nimmt man alle Adblocker aus dem Chrome Web Store…ich brauche sie nicht mehr
Ab jetzt wird die Host Datei editiert, wenn ich was weg haben will.

Antworten
Sascha
Sascha

Interessant Andreas! Würdest Du so nett sein und erklären, wie genau Du das umsetzt mit der host-Datei? Oder könntest Du eine Anleitung verlinken?
Merci :)

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung