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Bing straft Websites mit unklarer und anorganischer Struktur ab

Der Algorithmus von Bing wird künftig genauer hinschauen und Websites mit anorganischer Struktur abstrafen. (Foto: chrisdorney / Shutterstock)

Bing wird seine Webmaster-Richtlinien in den kommenden Wochen überarbeiten. Eine Änderung sind Strafen für Websites mit unklarer und anorganischer Struktur.

Bing hat angekündigt, seine Webmaster-Richtlinien in den kommenden Wochen zu überarbeiten. Die Änderungen werden über begleitende Blogartikel angekündigt. Damit wolle man Transparenz für die SEO-Community schaffen und die Qualität der Suchergebnisse wahren. Wie aus dem ersten Blogartikel hervorgeht, betrifft eine Änderung Websites, deren Grenzen durch Manipulation gezielt verwischt werden. Demnach seien Websites mit unklarer und anorganischer Struktur betroffen, die jeweils unter eigenen Domains eigenständig auftreten, aber eigentlich als eine Website anzusehen sind. Schlechte Nachrichten für Betreiber von Gutschein-Portalen, Private-Blog-Networks (PBN) und Doorway-Pages.

Täuschung des Bing-Algorithmus durch Hosting auf verschiedenen Domains

Die meiste Zeit erkenne und bewerte der Algorithmus von Bing korrekt, wo die Grenzen einer Website beginnen, wo sie enden und wann es sich um von der Hauptdomain unabhängige, eigenständige Inhalte handelt. Manchmal sei dies jedoch für den Algorithmus und selbst für Menschen nicht klar erkennbar. Solche Problemfälle will Bing sich angeschaut haben und dabei habe sich meist gezielte Manipulation durch die Betreiber abgezeichnet. Eine solche Täuschung des Algorithmus sei in der Tat sehr verlockend, da sich dadurch ein unfairer Vorteil erzielen ließe. Da die Websites auf unterschiedlichen Domains gehostet werden, werden Querverlinkungen als externe Links gewertet, die für Suchmaschinen ein Signal für wertvolle Inhalte darstellen. Diese Manipulation könne zu einem „netten Rankingzuwachs“ führen. Solche Manipulationen will Bing über seine Webmaster-Richtlinien untersagen, bei Verstößen ahnden und in den Suchergebnissen entsprechend downranken. In dem Blogartikel nennt Bing drei Beispiele, die dies betreffe.

Private-Blog-Networks (PBN)

Bei Private-Blog-Networks verteilt der Betreiber seine Website künstlich auf mehrere Domains. Verlinkt einer der Blogs nun auf einen der anderen im Netzwerk, stellt dies technisch einen externen Link dar, der zu Rankingvorteilen der einzelnen Blogs führen kann. Dies verstoße bereits gegen die Link-Richtlinien von Bing, sei künftig jedoch zusätzlich ein Verstoß gegen die demnächst eingeführte „inorganic site structure policy“.

Aufbau eines Private Blog Networks (Foto: Bing).

Aufbau eines Private Blog Networks. (Grafik: Bing)

Doorway-Pages

Doorway-Pages dienen lediglich als Brücke zu anderen Websites. Für den Suchenden stellen sie keinen Nutzen dar, sondern sollen der verlinkten Seite lediglich zu besseren Ergebnissen in den Rankings verhelfen. Die typische Situation sei laut Bing, dass eine Person Websites mit verschiedenen Domains aufruft, faktisch jedoch immer bei der gleichen Website oder dem gleichen Inhalt landet. Über die Webmaster-Richtlinien sei dies bereits verboten, es sei jedoch auch ein klares Beispiel für eine anorganische Seitenstruktur.

Funktionsweise von Doorway Pages (Foto: Bing)

Funktionsweise von Doorway-Pages. (Grafik: Bing)

Subdomain-Leasing

Als drittes Beispiel führt Bing das Subdomain-Leasing an. Dabei überlassen beispielsweise Gutscheinportale Subdomains, sodass Fremdanbieter dort ihre Inhalte einstellen können und von der Stärke der Hauptdomain profitieren. In den meisten von Bing überprüften Fällen habe es von der Hauptdomain nur sehr wenige Links zur Subdomain gegeben. Wenn überhaupt seien diese nur an sehr undurchsichtigen Stellen gesetzt gewesen. Dabei sei die Absicht eindeutig, dass die Subdomains von den Rankings der Hauptdomain profitieren sollen, obwohl ihre Inhalte eigentlich nichts mit denen der Hauptdomain zu tun haben. Da die Praxis dem Kauf von Ranking-Signalen entspreche, was sich nicht wesentlich vom Link-Kauf unterscheide, habe man entschlossen, auch das Subdomain-Leasing künftig als Verstoß gegen die Richtlinien zu ahnden.

Funktionsweise beim Subdomain-Leasing (Foto: Bing).

Funktionsweise beim Subdomain-Leasing. (Grafik: Bing)

Ähnliche Vorgehensweise bei Google

Die Konkurrenz Google hatte im August angekündigt, Inhalte auf Subdomains künftig anders bewerten zu wollen. Demnach verstößt das Subdomain-Leasing anders als bei Bing zwar nicht gegen die Richtlinien, der Suchmaschinenriese werde Inhalte auf Subdomains aber künftig anders bewerten, hieß es damals.

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Ein Kommentar
Jan
Jan

Fallen Redirects – zum Beispiel bei fehlerhaft geschriebenen Namen in der URL – zur korrekten Website auch unter „Doorway Pages“?

Antworten

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