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Entwicklung & Design

Creative Cloud: Adobe stellt auf Hausmesse MAX das File-Sharing der Zukunft vor [Teil 2]

Adobe Creative Cloud 2015. (Grafik: Adobe)

Auf der Hausmesse Adobe MAX stand neben mobilen Apps vor allem der Workflow mit Creative Sync und Creative-Cloud-Bibliotheken im Mittelpunkt. Was nur nach File-Sharing klingt, könnte tatsächlich ein Riesenschritt sein: Designer arbeiten statt mit Dateiformaten und Ordnern nur noch mit Farben, Grafiken, Schriften und anderen Assets.

„Was die kreative Welt im Moment mehr als alles andere braucht, ist eine einfachere Art zu arbeiten“, sagte Scott Belsky von Adobe auf seiner Keynote der Adobe MAX. Aus Sicht von Adobe bedeutet das, sich an vielen Stellen von alten Lasten und Einschränkungen zu befreien. Kreative sollen die Fesseln des Schreibtischs abwerfen und mit Mobile-Apps überall da gestalten, wo die Inspiration kommt.

Zweitens ging es an vielen Stellen um Assets. Beim digitalen Gestalten ist die Arbeit mit Elementen wie Farbpaletten, Pinseln, Vektorgrafiken, Fotos und Fonts Pflicht. Tatsächlich war es vor Creative Cloud schwierig, genau diese Assets von Programm zu Programm auszutauschen. Hier war oft Handarbeit, wie das Notieren von Farbwerten oder Schriftnahmen, notwendig – im nächsten Programm ging es dann von vorne los.

Creative Cloud: Konnektivität ist der Schlüssel

Das iPad Pro könnte bei den Möglichkeiten mit Mobile Apps noch einmal für kräftigen Aufwind sorgen. (Foto: t3n)
Das iPad Pro könnte bei den Möglichkeiten mit Mobile Apps noch einmal für kräftigen Aufwind sorgen. (Foto: t3n)

Das soll sich jetzt ändern. „Bei Creative Cloud dreht sich alles um Konnektivität“, sagte Scott Belsky bei seiner Keynote auf der Adobe MAX. Der Dienst Creative Sync läuft immer im Hintergrund und verbindet die Apps zu einem unterbrechungsfreien Arbeiten. „Ohne Creative Sync wären unsere Apps nur Apps, die völlig isoliert arbeiten. Mit Creative Sync ist eure Erfahrung verbunden und es finden Transformationen statt. So sind alle Assets – Fonts, Dateien und Bibliotheken, in denen Assets verlinkt sind – in allen Apps und auf jedem Gerät verfügbar.“

Seit es Design am Computer gibt, mussten sich Kreative mit Projektordnern, Dateinamen und -formaten beschäftigen. Für viele eigentlich eine unnötige Last, was sich oft an – jeder kennt sie – Ordnernamen wie „Neues Projekt“ und Dateinamen wie „Logo5-neu.jpg“ zeigt. Jetzt sieht das anders aus: In Creative Cloud liegt in jedem Programm und jeder App eine Creative-Cloud-Bibliothek griffbereit. Assets müssen dort nicht mehr über Dateinamen gesucht werden, sondern kleine Miniaturbilder machen das Auffinden des Firmenlogos, Farben, Textstilen und so weiter einfach. Auch das Speichern läuft super einfach: „Man platziert einfach Assets per Drag & Drop in diese Bibliotheken – und wieder aus ihnen heraus – und gestaltet in einem nahtlosen Prozess“, so Belsky. Die Assets werden automatisch umgewandelt, sodass sie für die weitere Bearbeitung in anderen Desktop-Programmen oder Mobile-Apps im richtigen Format vorliegen. Und Creative Sync läuft immer im Hintergrund, sodass die Assets auf allen Geräten immer auf dem neuesten Stand sind.

Mehr Tempo und Effizienz durch die Creative Cloud

Die Direktanbindung an den hauseigenen Bilderdienst Adobe Stock soll Zeit sparen. (Foto: t3n)
Die Direktanbindung an den hauseigenen Bilderdienst Adobe Stock soll Zeit sparen. (Foto: t3n)

Die Zusammenarbeit wird so nicht nur unter den Programmen selbst nahtlos möglich, es ist auch einfach, die Creative-Cloud-Bibliotheken im Team auszutauschen. So können Teams projektbezogene Bibliotheken anlegen, alle für das Projekt und den Kunden relevanten Dateien wie Logos, Farben und Fonts hineinlegen und im Team freigeben. „Assets sind die moderne Form des Style Guides“, sagt dazu Mala Sharma, Vice President Creative Pro bei Adobe. „Creative-Cloud-Bibliotheken sind jetzt das Herzstück, der Weg wie die Assets für jeden und überall verfügbar sind.“ Die Assets sollen jetzt einfach dem Designer von Programm zu Programm, von Gerät zu Gerät folgen – um das „Wie“ kümmert sich dabei der Sync-Dienst im Hintergrund.

Was ebenfalls in der Praxis viel Zeit kostet, ist die Suche nach dem richtigen Bildmaterial und passenden Schriften. Das soll mit Creative-Cloud-Bibliotheken ebenfalls einfacher werden, weil sie direkt an den hauseigenen Stockfoto-Dienst Adobe Stock angebunden sind. In Minuten sind per Suchabfrage Bilder zu einem Stichwort gefunden und die Vorschaudateien in die Creative-Cloud-Bibliothek geladen. Damit kann in Photoshop schon retuschiert werden. Das Kaufen des Stockfotos ist direkt aus Photoshop mit dem Befehl „Bild kaufen“ aus dem Kontextmenü möglich. Danach wird einfach die hochaufgelöste Version des Bilds in die Creative-Cloud-Bibliothek heruntergeladen. Das Wasserzeichen verschwindet einfach. Der Clou dabei: Alle Bildmanipulationen in Photoshop bleiben dabei erhalten. Vorher hätte man das Bild kaufen und alle Arbeitsschritte mit der hochaufgelösten Version nachvollziehen müssen.

Adobe hat es geschafft, den Schriftendienst Typekit auf Mobilgeräten und Layouts verfügbar zu machen. (Foto: t3n)
Adobe hat es geschafft, den Schriftendienst Typekit auf Mobilgeräten und Layouts verfügbar zu machen. (Foto: t3n)

Genauso einfach funktioniert das Herumexperimentieren mit Schriften aus dem angebundenen Dienst Typekit, der zum Beispiel auch webfähige Fonts bereithält und sich um die Einbindung in den Quellcode der Websites kümmert. In der App Adobe Comp lassen sich auf dem iPad zum Beispiel schnell Layouts entwerfen. Mit dem Zugriff auf den Schriftendienst Typekit von der mobilen App aus hat Adobe einen großen Schritt gemacht, da Schriftenverwaltung auf Mobilgeräten bisher immer noch ein heikles Thema war. Jetzt ist das volle Schriftenangebot aus Typekit in der iPad-App verfügbar.

Die Basis wird noch ausgebaut

Ein großer Vorteil des Arbeitens mit Creative-Cloud-Bibliotheken wurde in diesem Jahr deutlich: Beim Gestalten konzentriert man sich tatsächlich auf die Assets und gibt sie einfach ans nächste Programm oder Kollegen weiter, statt sich um Dateinamen und -formate, sowie den Transport zur nächsten App kümmern zu müssen.

Creative-Cloud-Bibliotheken wurden schon im letzten Jahr von Adobe, ebenfalls auf der MAX vorgestellt, waren aber zunächst nur in einigen Programmen wie Photoshop und Illustrator verfügbar. Jetzt wurden wichtige Lücken geschlossen und die Bibliotheken sind in allen Desktop- und Mobile-Apps präsent. Nicht nur der Austausch intern soll nahtlos laufen. Adobe will Creative Cloud als Plattform für Drittentwickler öffnen und hat dafür schon im letzten Jahr Creative SDK vorgestellt, das neue Partnerschaften hervorbrachte. Zum Beispiel öffnet sich Creative Cloud Diensten wie Slack für Teamkommunikation, Invision für Prototyping und Twitch für Online-Videoübertragungen.

Creative Cloud hat sich populären Diensten wie zum Beispiel Slack, Invision und Twitch geöffnet. (Foto: t3n)
Creative Cloud hat sich populären Diensten wie zum Beispiel Slack, Invision und Twitch geöffnet. (Foto: t3n)

Auch die Arbeit mit mobilen Apps steht erst am Anfang. Adobe will nicht nur das Angebot der mobilen Apps noch erweitern, es bleibt auch spannend zu beobachten wie sich die nächste Hardwaregeneration auswirken wird. Hardware-Begrenzungen waren bisher der Flaschenhals bei den Möglichkeiten mit mobilen Apps. „Die nächste Generation der Hardware wird neue Möglichkeiten beim mobilen Arbeiten freisetzen“, kündigte Belsky in seiner Keynote an. Adobe habe mit Apple bei der Entwicklung des im nächsten Monat erwarteten iPad Pro zusammen gearbeitet und schon früh Zugriff auf die Hardwarespezifikationen gehabt, um seine mobilen Apps für das iPad Pro anpassen zu können.

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