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Exklusiv: Zuckerberg-Investment Adyen hat eine Banklizenz erhalten

Adyen mit starkem Börsendebüt. (Foto: Adyen)

Das niederländische Fintech konzentriert sich auf den Bezahlvorgang in Onlineshops. Firmen wie Netflix, Spotify und Uber setzen auf das „Einhorn“. Nun macht Adyen einen weiteren wichtigen Schritt.

Das Fintech Adyen hat eine Banklizenz erhalten. Seit dem 25. April 2017 ist das Unternehmen bei der niederländischen Zentralbank offiziell als Bank gelistet, wie t3n herausgefunden hat. Der Zahlungsdienstleister hatte den Erwerb bislang nicht kommuniziert. Durch die Banklizenz kann das Unternehmen nun – ähnlich wie der deutsche Konkurrent Wirecard – selbst Kontonummern vergeben und Zahlungen abwickeln. Bisher war Adyen dafür auf andere Banken angewiesen. Das niederländische Unternehmen hat sich auf Nachfrage von t3n bisher nicht zu den Hintergründen geäußert.

Aus dem Umfeld heißt es aber, dass das Unternehmen künftig nicht als Direktbank fungieren will, sondern weiter als Zahlungsdienstleister. Adyen bündelt mit seiner Technik verschiedene Bezahlwege für Firmen. Wenn ein Onlineshop beispielsweise Mastercard, Paypal und Sofortüberweisung anbieten will, müsste er dafür gewöhnlich mit jedem der Anbieter einen Vertrag abschließen und die Technik auf seinem Portal integrieren. Adyen hat ein System gebaut, das einen Großteil der Bezahlwege weltweit abdeckt, sodass der Onlineshop nur noch eine Schnittstelle braucht. Bisher musste das niederländische Unternehmen die Zahlungen über Banken abwickeln. Jetzt wird der Schritt über externe Anbieter wohl wegfallen. Dadurch könnten Beträge in Zukunft noch schneller vom Kunden zum Händler fließen.

Adyen: Hidden Champion aus den Niederlanden

Adyen ist gewissermaßen ein niederländischer Hidden Champion. Das Fintech-Unternehmen hat im vergangenen Jahr 659 Millionen Euro umgesetzt, anders als viele Konkurrenten aus der Startup-Szene macht es Gewinn. Es zählt zudem zu den wenigen Einhörnern, jenen Firmen mit mehr als einer Milliarde US-Dollar Bewertung. Digitalkonzerne wie Netflix, Spotify und Uber nutzen die Technik des Unternehmens. Auch Millionen von Konsumenten kommen täglich mit dem System in Berührung. Trotzdem kennen nur wenige Adyen selbst.

Pieter van der Does ist der CEO von Adyen. (Foto: Adyen)

Denn die Technologie des Unternehmens steckt im Hintergrund. Ob Onlineshop, App oder Streamingdienst – wenn ein Konsument im Web bei einem Kunden bezahlt, läuft die Transaktion über Adyen ab. Das Fintech sieht sich als Schnittstelle zwischen Shopper und Händler. Die Technik von Adyen kommt nach eigenen Angaben vor allem international agierenden Unternehmen zugute, die nicht in jedem Land zehn Verträge verwalten wollen.

Adyen ist nicht das erste Fintech in diesem Bereich, das eine Banklizenz erhalten hat. Auch der große deutsche Konkurrent Wirecard darf Bankgeschäfte abwickeln. Er kooperiert teils mit Startups wie Funding Circle oder früher auch N26. Ob Adyen ähnliche Whitelabel-Lösungen verfolgt, ist nicht bekannt.

Der niederländische Zahlungsanbieter wurde im Jahr 2006 von Pieter van der Does und Arnout Schuijff gegründet. Bisher hat das Unternehmen rund 260 Millionen Dollar an Risikokapital eingesammelt. Zu den Investoren gehört unter anderem das Family Office von Mark Zuckerberg und Jack Dorsey, Iconiq Capital. Adyen beschäftigt 500 Mitarbeiter weltweit.

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