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Änderungen für den Adblocker in Chrome: Google reagiert auf die Kritik

Google Chrome (Foto: BigTunaOnline/Shutterstock)

Wegen einer neuen Schnittstelle können Adblocker künftig nicht mehr wie bisher Werbeanzeigen blockieren. Google hält an den Plänen dazu fest – trotz Kritik.

Google arbeitet aktuell an einer neuen Schnittstelle, die viele popuäre Adblocker unbrauchbar machen könnte. Entwickler kritisieren die Pläne. In einer Google-Gruppe hat Google-Mitarbeiter Simon Vincent auf die Kritik geantwortet.

Laut Vincent seien die Pläne noch nicht final und man nehme die Kritik ernst. Trotzdem geht aus seinem Post hervor: Google bleibt bei seinen Plänen.

Werbeblocker können Inhalte nur noch lesen

Werbeblocker werden oft als Browser-Erweiterungen in Google Chrome integriert und arbeiten mit dessen Webrequest-API. Diese Schnittstelle wird jetzt so umgestaltet, dass die meisten Werbeblocker nicht mehr funktionieren. „Chrome schafft die Blockierfunktion der Webrequest API mit dem Manifest V3 ab“, schreibt Vincent dazu.

Heißt: Erweiterungen können Browseranfragen zwar weiterhin lesen, aber nicht mehr blockieren, modifizieren oder umleiten – genau damit arbeiten Werbeblocker aber. Die Änderung würde zum Beispiel Ublock Origin, Umatrix und Ghostery treffen. Die Änderung soll übrigens nicht für die Unternehmensversion des Chrome Browsers gelten.

Als Alternative führt Google Chrome die Declarativenetrequest-API ein. Diese soll allerdings selbstständig die geladenen Inhalte kontrollieren – Erweiterungen haben also über diese Schnittstelle keinen Zugriff mehr auf die Anfragen.

Entwickler von Adblockern werfen Google vor, mit den Änderungen die Gewinne auf dem Werbemarkt steigern zu wollen. Googles Argument, die neue API würde Sicherheit und Funktionalität sichern, stößt dagegen auf Unverständnis. Das Unternehmen hinter Ghostery hat im Januar sogar bereits mit einer Kartellklage gedroht.

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4 Kommentare
Jürgen Auer

Wenn Google Adblocker blockiert, deren Funktionalität bei FireFox weiterhin funktioniert:

Mal sehen, ob dann nicht diverse Leute wieder zu FireFox wechseln.

Bei allem Respekt für Zeitungen angesichts des Problems des Geldverdienens: So überladen und blinkend, wie viele Zeitungswebsites sind: Da ist an ein sinnvolles Lesen ohne Adblocker nicht mehr zu denken.

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Philipp
Philipp

Es ist ja nicht so, als gäbe es keine Alternativen im Browser-Markt. Opera fährt gerade auch eine große Kampagne und möchte sein Produkt wieder besser platzieren. Wenn Google der Meinung ist, dass die Nutzer, die heute auf AdBlocker wert legen, das einfach so akzeptieren, dann sollen sie es tun.

Zwar ist ein Umstieg immer mit ein wenig Aufwand verbunden, aber sobald Google diesen Schritt geht und ich mehr Werbung sehe, als mir lieb ist, bin ich weg. Da braucht man eigentlich gar nicht klagen. Vielleicht machen die Tech- und Medien-Portale dann noch einen kleinen Artikel zu guten Alternativen. ;)

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Loki
Loki

Ähm Opera nutzt als Unterbau Chromium und das ist von der Änderung auch betroffen.

Auch Edge, Brave, Kiwi usw Browser nutzen Chromium. Der einzige mit einer eigenen Engine ist Firefox. Deshalb macht Google auch jetzt erst diesen Schritt weil nun quasi Browser Monopol haben.

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Samuel
Samuel

Ich habe gerade erst den Wechsel zu Chrome vollzogen, da ich das Zertifikat-Debakel beim Firefox nicht aussitzen wollte. Und jetzt sowas?
Gut, kein Problem. Ich war jahrelang mit Firefox zufrieden und werde es wieder sein, wenn das Googles Wunsch ist.

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