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Flugtaxi versus Pendlerflugzeug: Airbus und Boeing kämpfen um die neue Macht in der Luft

Der City-Airbus soll bis zu vier Personen transportieren können. (Foto: Airbus)

Airbus will 2018 ein batteriebetriebenes Flugtaxi fliegen lassen, Boeing arbeitet an einem Hybrid-Pendlerflugzeug. Die beiden Flugzeugbauer denken nicht als einzige über neue Transportmittel nach.

Bisher konkurrieren Airbus und Boeing darum, wer die meisten Flugzeuge für die meisten Fluggesellschaften bauen darf. Jetzt tragen sie ihren Wettbewerb auch auf die Kurzstrecke: Beide Flugzeugbauer wollen in den kommenden Jahren kürzere Transporte in der Luft ermöglichen – mit zwei unterschiedlichen Konzepten.

Boeing kauft Aurora Flight Services, Airbus schließt erste Tests ab

Boeing lehnt seine Idee an das typische Flugzeug an: Gemeinsam mit dem US-Startup Zunum Aero will es ein Hybrid-Pendlerflugzeug für zwölf Personen bauen. Angetrieben werden soll es von zwei Elektromotoren, auch eine Turbine und ein elektrischer Generator sollen eingebaut sein. Der Flieger soll einen Weg von bis zu 700 Meilen zurücklegen können und etwa 340 Meilen pro Stunde fliegen (knapp 550 Stundenkilometer). Auf den Markt kommen soll das Mini-Flugzeug 2022.

Gleichzeitig hat der Flugzeugbauer das Unternehmen Aurora Flight Sciences gekauft. Die Firma setzt auf autonome Flugsysteme, die per Batterie betrieben werden. Die Akquisition soll Boeing dabei helfen, selbstfliegende Fluggefährte zu bauen – sowohl für den kommerziellen als auch für den militärischen Einsatz. Aurora Flight Services soll demnach nach der Übernahme als eigenständiges Unternehmen weiterarbeiten.

Gemeinsam mit dem Flugzeugbauer Boeing plant Zunum Aero ein Pendlerflugzeug, das bis zu zwölf Personen trägt – und mit Airbus‘ Flugtaxi konkurriert. (Foto: Zunum Aero)

Airbus werkelt an einem anderen Konzept. Ein batteriebetriebenes Flugtaxi soll Ende 2018 seinen ersten Jungfernflug hinlegen, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung verkündet. Der City-Airbus erinnert vom Aussehen her an eine überdimensionierte Drohne und soll vier Personen transportieren können. Er startet und landet vertikal wie ein Hubschrauber und soll Passagiere in Großstädten schnell zu wichtigen Orten wie Bahnhöfen oder Flughäfen bringen.

Die ersten Tests des City-Airbus liefen ohne menschliches Zutun ab. Die ersten Flüge sollen aber von einem Piloten gesteuert werden. Langfristig setzt Airbus – genau wie Boeing – auf selbstfliegende Flugzeuge. Das Flugtaxi soll bis zu 120 Kilometer pro Stunde erreichen können. Der erste Test der Antriebssysteme sei erfolgreich gewesen, heißt es von Seiten Airbus‘.

Flugtaxis: Kein Zweikampf zwischen Airbus und Boeing

Wer das Rennen in der Luft für sich entscheidet, das wird sich zeigen müssen. Klar ist, dass Airbus und Boeing längst nicht mehr allein um die Hoheit kämpfen. Das Startup Lilium Aviation hat erst kürzlich 90 Millionen US-Dollar für seinen Elektrojet eingesammelt. Mit dem wollen die Münchner – genau wie Airbus und Boeing – neue Transportkonzepte erschließen. Dubai hat erst vergangene Woche einen fünfminütigen Flug mit einem drohnenähnlichen Gefährt absolviert, das von dem deutschen Startup Velocopter entwickelt wurde. Und Taxikonkurrent Uber hat vor ein paar Monaten einen dreitägigen Summit zum Thema Flugtaxis abgehalten und plant erste Tests bis 2020. Das Rennen um das erste Flugtaxi ist also längst kein Zweikampf mehr.

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