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Neue Akku-Technologie soll Reichweite von Elektroautos auf über 1.100 Kilometer erhöhen

Anwendungsszenarien für die Powerchip-Technologie von XNRGI. (Grafik: XNRGI)

Das Startup XNRGI will einen Weg gefunden haben, wie sich Lithium-Ionen-Akkus sicherer und deutlich leistungsfähiger machen ließen. Elektroautos könnten so über 1.100 Kilometer weit fahren.

Bisher sind Versprechen von großen Reichweiten für Elektroautos Zukunftsmusik. Aktuell kommen E-Autos mit einer Akkuladung im Schnitt kaum mehr als 400 Kilometer weit. Die Tesla-Fahrzeuge sind mit bis zu 600 Kilometern Reichweite hier eher die Ausnahme als die Regel. Jetzt will das in Portland, im US-Bundesstaat Oregon, beheimatete Startup XNRGI einen Weg gefunden haben, die Reichweite herkömmlicher E-Autos mehr als zu verdoppeln. Dabei geht es nicht um einen neuen Wunder-Akku, sondern um eine Optimierung beim Aufbau der Lithium-Ion-Akkus, wie Digitaltrends berichtet.

Powerchip-Akku-Technologie soll aktuelle Li-ion-Probleme lösen

Demnach setzt XNRGI auf die sogenannte Powerchip-Akku-Technologie, für die das Startup eine ganze Reihe von Patenten besitzt. Zudem kann XNRGI auf eine Förderung des US-Energieministeriums verweisen. Entsprechend vollmundig erklärt Firmenchef Chris D‘Couto, er glaube, dass XNRGI gleichzeitig alle derzeitigen Probleme von Lithium-Ion-Akkus gelöst habe. Die drehen sich vor allem um die Sicherheit – Stichwort: Brandgefahr – und die offenbar stark ausbaufähige Energiedichte.

Dazu setzt XNRGI auf die aus der Halbleiterindustrie bekannten Wafer. Damit müsse nichts neu erfunden oder entwickelt, sondern eine funktionierende Technologie von der Chipfertigung auf die Akkuherstellung übertragen werden, so D‘Couto. Weil XNRGI auf eine ältere Generation der Wafer baue, seien auch das Angebot und die Preise kein Problem. In die Zwölf-Zoll-Wafer werden laut XNRGI bis zu 160 Millionen mikroskopisch kleine Löcher gebohrt. Die eine Seite wird mit einer leitenden, die andere mit einer nichtleitenden Beschichtung versehen.

Die Technologie will XNRGI schließlich bei der Anode der Batterie einsetzen, wo sich bei einer vollgeladenen Batterie die Elektronen sammeln. Bisher wird dort oft Grafit verwendet. Die löchrige, dreidimensionale Oberfläche der Anode von XNRGI soll laut dem Startup eine zehnmal höhere Energiedichte ermöglichen. Außerdem könne die Lebensdauer um das Drei- bis Fünffache gesteigert werden. Und sicherer als die aktuellen sollen die neuen Akkus auch noch sein.

Neuer Akku erst in fünf Jahren in Elektroautos

D‘Couto verspricht, dass eine nach der XNRGI-Idee gefertigte Elektroautobatterie innerhalb von 15 Minuten auf bis zu 80 Prozent geladen werden kann. Zudem solle die Reichweite auf 280 Prozent gesteigert, also fast verdreifacht werden können. Das bedeutet, dass Elektroautos mit aktuell rund 400 Kilometer Reichweite diese auf über 1.100 Kilometer steigern könnten. In E-Scootern, Drohnen oder Robotern sollen die neuen Akkus schon 2020 Einsatz finden. In Elektroautos könne es bis 2024 dauern, bis die Batterien in großer Zahl eingebaut werden.

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4 Kommentare
Gef
Gef

Es gab schon so viele Versprechungen über bessere Akkus (Bsp. Graphen Akkus) und keins von denen wurde marktreif eingeführt.

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Wolfgang Lipschus
Wolfgang Lipschus

Wenn die „Reichweite um 280 Prozent“ steigt, wird sie fast vervierfacht, nicht verdreifacht. Der weitere Text lässt vermuten, dass es „Reichweite auf 280 Prozent“ heißen muss.

Aber selbst diese Leistung wäre prima. Schnell laden, lange fahren. Genau das fehlt bei der Elektromobilität. In den Großstädten ist es kaum möglich, sein Fahrzeug zu laden. Nicht öffentlich, nicht privat. Denn die Hausanschlüsse sind auf diese Leistungsaufnahme gar nicht ausgelegt.

Gruß
Wolfgang

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Jörn Brien

Komplett richtig, danke für den Hinweis. Ist korrigiert.

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Atalanttore
Atalanttore

Und monatlich grüßt das Akkutier …

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