Analyse

Alexa, kauf eine Waschmaschine bei Otto: Amazon öffnet Echo für alle

Amazon Echo: Ende des Jahres wird wohl der 100-millionste smarte Lautsprecher verkauft. (Foto: dpa)

Amazon Pay ist jetzt für Alexa verfügbar. Es klingt nach einer Randnotiz, ist aber eine gewaltige Umwälzung. Denn jetzt kann jeder über Alexa verkaufen. Zeit für Händler, zu reagieren.

Jeder, der etwas verkaufen möchte, kann jetzt einen Alexa-Skill dafür entwickeln. Klingt banal, ist aber genau das Gegenteil: Amazon setzt große Hoffnungen in seine Echo-Geräte und die Sprachassistentin Alexa. Bequem und schnell etwas per Zuruf bestellen, das passt einfach zu Amazon. Dass der US-Konzern jetzt Alexa für alle öffnet, ist ein großer Schritt. Selbst Otto könnte jetzt Waschmaschinen aus dem eigenen Onlineshop über die Echo-Geräte verkaufen. Überraschend kommt das allerdings nicht, denn Amazon verdient immer mehr an den Gebühren, die aus seinem Ökosystem als zusätzlicher Erlösstrom generiert werden. Mehr als mit dem direkten Verkauf von Produkten. Im Laufe des Jahres geht es los. Onlinehändler sollten die Chance nutzen, ganz vorne mit dabei zu sein.

Amazon Pay ist jetzt bei Alexa für physische Güter und Dienstleistungen verfügbar

Für Händler, die ihre Produkte nicht über Amazon verkaufen wollen oder noch zusätzlich einen eigenen Onlineshop betreiben, bietet Amazon mit Amazon Pay einen eigenen Payment-Provider an. Kunden, die in einem fremden Onlineshop mit Amazon Pay bezahlen, greifen dabei auf ihre Zahlungsinformationen und Lieferadressen zurück, die bei Amazon hinterlegt sind. Physische Artikel sind dabei für den Käufer zusätzlich noch über die A-Z-Garantie von Amazon abgesichert, ein Käuferschutzangebot.

Zukünftig steht Amazon Pay auch Händlern oder Dienstleistern zur Verfügung, die ihre Produkte per Sprache über Alexa-kompatible Geräte verkaufen wollen – auch über die verschiedenen Versionen von Amazon Echo. Nutzen können das alle Amazon-Pay-Händler, die physische Waren oder Dienstleistungen verkaufen. Digitale Güter scheinen aktuell nicht vorgesehen zu sein.

Amazon Pay startet für Alexa: Entwicklerphase beginnt jetzt

Der öffentliche Start von Amazon Pay auf der Alexa-Plattform soll im Laufe des Jahres erfolgen. Händler können sich bereits für die Developer-Preview-Version anmelden. Sie ermöglicht die Entwicklung von Alexa-Skills mit Amazon-Pay-Funktionen.

Echo in vielen Geschmacksrichtungen: Amazons Alexa-fähige Geräte können bald per Amazon Pay in anderen Onlineshops einkaufen. (Bild: Amazon)

Händler, fangt an zu bauen

Theoretisch können Händler jederzeit ihre Kunden mit einem Alexa-Skill versorgen, wenn sie das Gefühl haben, dass die Stammkunden diesen Dienst gerne hätten. Gibt es keinen Bedarf, könnten Händler das Thema auch ruhen lassen. Das wäre dann aber ein fataler Fehler und eine vertane Chance. Denn hier öffnet sich eine Tür ins Amazon-Universum, ohne Produkte über Amazon verkaufen zu müssen. Es geht nicht um die eigenen Stammkunden, sondern um Amazons Stammkunden. Amazon Pay ist eine Chance, an dieses eigentlich verlorene Klientel wieder heranzukommen.

Im Platz des durchschnittlichen Amazon-Kunden ist kein Platz für viele zusätzliche Anbieter. Händler, die sich dort verankern wollen, müssen klare Alleinstellungsmerkmale besitzen – und von Anfang an dabei sein. Denn der Start wird ein Wettrennen um die Aufmerksamkeit der Amazon-Kunden: Wer sich dort zuerst platziert, gewinnt. Denn er kann sich in die Alexa-Alltagsroutine des Kunden integrieren. Auch wenn keine weitere Nutzung des Dienstes Amazon Pay geplant sein sollte: Für Alexa sollten Händler sich jetzt anmelden und einen Skill entwickeln.

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