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Kommentar

Alexa fängt plötzlich an zu lachen? Warum das ein verdammt cooles Feature ist

(Foto: dpa)

Neuerdings sorgt Amazons Sprachtechnologie Alexa mit verstörenden Lachanfällen für Aufsehen. Der Konzern will das Problem schleunigst beheben. Ein Fehler, findet unser Gastautor.

Einige Alexa-Nutzer berichteten in den letzten Tagen von einem neuen und etwas verstörenden Verhalten der digitalen Assistentin. Anstatt wie gewohnt Befehle auszuführen, scheint die Amazon-Technologie in einigen Fällen seine Nutzer zu ignorieren und mit einem irren Lachen zu belästigen.

Alexa zeigt endlich Persönlichkeit

Auch wurde von Fällen berichtet, wonach Alexa es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht hat, die Rolle eines Poltergeistes einzunehmen und entweder nachts vor sich hinzulachen oder ungestellte Fragen zu beantworten.

Amazon hat inzwischen bestätigt, dass es sich dabei keineswegs um ein Feature, sondern einen Bug handelt. Mit dem nächsten Softwareupdate dürfte Alexa also wieder mehr Hausmädchen als Poltergeist sein. Leider.

Denn, seien wir ehrlich: Auch wenn Alexas Lachen wirklich gruselig ist, ist es wahrscheinlich der größte Ausdruck an Persönlichkeit, den die digitale Assistentin seit langem hervorgebracht hat. Was noch vor einem Jahr als „neues Computerparadigma“ angekündigt wurde (ein Titel, den inzwischen Augmented Reality geerbt hat), ist in der Realität – mit Verlaub – stinklangweilig.

Mehr SAP als Magie

Die Bedienung von Alexa gleicht noch immer mehr einem Zauberspruch aus Harry Potter als einem reibungslosen Interface. Nicht nur muss ich der Assistentin den genauen Namen der App geben, die ich aufrufen will, ich muss der App auch noch den korrekten Befehl geben. Und wehe ich zögere, verspreche mich, das Mikrofon nimmt meine Stimme nicht sauber auf oder ich habe auch nur ein wenig Dialekt in meiner Aussprache – die trockene und emotionslose Reaktion folgt prompt:

„Entschuldige, ich habe dich nicht verstanden.“

Wie erfrischend ist in diesem Kontext doch ein zufälliges manisches Lachen aus dem kleinen Lautsprecher. Alexa und andere „Smart Speaker“ könnten dabei so viel mehr sein. Wo sind die Smart Speaker, die Gedichte aufsagen und richtig intonieren können? Wo sind die Smart Speaker die tatsächlich einmal gute Witze erzählen? Wo die Smart Speaker, die tatsächlich eine Persönlichkeit haben, mit kleinen Kanten und Schnitzern. Und wo die Smart Speaker, die nicht der sexistischen Vorstellung einer unterwürfigen Dienerin entsprungen sind? Die Realität ist, dass Sprachoberflächen noch immer mehr SAP als Magie sind. Und sie werden es wahrscheinlich auch noch etwas bleiben.

Passend zum Thema: Die nützlichsten Sprachbefehle für Alexa

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