Fundstück

Und raus bist du: Dieser Algorithmus verrät euch, wer bei Game of Thrones lebt oder stirbt

(Bild: Shutterstock)

Vorherzusagen, dass in Game of Thrones jemand stirbt, ist kein Kunststück. Wer als nächstes den Löffel abgibt, ist hingegen nur schwer absehbar. Außer, man ist ein Algorithmus.

Wissenschaftler der Technischen Universität München haben einen Algorithmus mit Daten aus dem Game-of-Thrones-Universum gefüttert, um zu erfahren, wie wahrscheinlich es ist, dass ein bestimmter Charakter überlebt oder stirbt. Das funktioniert erstaunlich gut. Demnach kann Ser Bronn schon mal sein Testament machen – die Wahrscheinlichkeit, dass er stirbt, beträgt ganze 93,5 Prozent. Drachenmutter Daenerys Targaryen hingegen kann sich in Sicherheit wiegen – bei ihr liegt die Wahrscheinlichkeit gerade einmal bei 0,9 Prozent.

Mit Statistik nach Westeros

Das Team der TU München wendet für seine Untersuchungen einen Ansatz an, der auch in der Medizin oder von Versicherungsgesellschaften eingesetzt wird. Dabei wird auf statistische Informationen zurückgegriffen, das Lebensalter und biografische Details, die in Zusammenhang dazu stehen könnten. Bei uns wären das beispielsweise Faktoren wie das Rauchen und die Ernährung, in Westeros hängt viel vom Familienstand und der Lebendigkeit des Partners ab, der Zugehörigkeit zu einem Haus und mit wem man sich verbündet hat.

Die Data-Science-Experten haben auf Grundlage von Fan-Wikis Tausende Charaktere und ihre Biografien durchforstet. Dazu kommen die Informationen direkt von der Quelle: Gender und Aufenthaltsort und das, was man Metadaten nennen könnte, also ob jemand ein Haupt- oder ein Nebencharakter ist und wie oft er oder sie in den Wikis erwähnt wird.

Das alles bringt einige grundlegende Gegebenheiten hervor, die bei Game of Thrones gelten: Männer leben gefährlicher als Frauen (22 Prozent Sterbewahrscheinlichkeit stehen elf Prozent bei den Frauen gegenüber), manche Häuser sind langlebiger als andere – das hängt, wenig verwundernd, zusammen mit dem Einfluss, den das jeweilige Haus hat. Die Baratheons haben eine fünf Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, zu sterben, während es für die Lannisters deutlich besser aussieht: Ihre Chancen, zu überleben, liegen ganze 45 Prozent über denen der Konkurrenz.

Ein Lied von Leben und Tod

Mit den vereinten Kräften von Statistik, Machine Learning und neuronalen Netzen haben die Wissenschaftler also Vorhersagen aufgestellt, was das Schicksal einzelner Charaktere angeht.

Guter Gesundheit zum Staffelfinale sollten sich also folgende Kandidaten erfreuen können, ihre Sterbewahrscheinlichkeit (in Prozent) ist recht niedrig:

  1. Daenerys Targaryen (0,9)
  2. Tyrion Lannister (2,5)
  3. Lord Varys (3,2)
  4. Samwell Tarly (3,3)
  5. Jaime Lannister (4)

Keine langfristigen Pläne oder Verbünde eingehen sollten diese Charaktere, denn für sie sieht es schlecht aus:

  1. Ser Bronn (93,5)
  2. Gregor Clegane (80,3)
  3. Sansa Stark (73,3)
  4. Bran Stark (57,8)
  5. Sandor Clegane (47,5)

Die große Frage lautet natürlich: Wie gut sind diese Vorhersagen, wie verlässlich sind sie? 2016 hat sich das Team der TU auch schon mit Game of Thrones beschäftigt und lag mit seinen Vorhersagen gar nicht mal so falsch. Damals sagten sie mit hohen Prozentwerten den Tod von Tommen Baratheon (97), Stannis Baratheon (96), Daenerys Targaryen (95), Davos Seaworth (91) und Petyr Baelish (91) voraus. Daenerys und Davos leben noch, dafür wurde aber die Rückkehr beziehungsweise Wiederauferstehung von Jon Snow korrekt vorhergesagt.

Anderer Autor, andere Daten

Interessanterweise schlägt sich auch der Punkt in den Daten nieder, an dem die Drehbuchschreiber die Buchvorlage einholten und dann ihre eigene Version der Geschichte erzählten. Unter George R.R. Martin lag die Sterbewahrscheinlichkeit von Daenerys Targaryen noch bei 95 Prozent – ein deutlicher Unterschied zu den aktuellen 0,9 Prozent.

Weil die Untersuchung auf historische Daten für ihre Vorhersagen zurückgreift, kann sie natürlich keine zukünftigen Ereignisse und unvorhergesehenen Wendungen mit einberechnen. Im Moment regiert Haus Lannister, aber sobald die verschiedenen Truppen in King’s Landing einmarschieren, kann sich das ändern – und damit auch die Überlebenschancen aller Beteiligten. Am Ende gilt auch in Westeros, was für unsereins gilt: Leben ist das, was passiert, während du andere Pläne schmiedest. Und wer am Ende auf dem Eisernen Thron sitzt – wir werden es ziemlich sicher erleben.

Algorithmen können auch noch andere Dinge:

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