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Analyse

Alibaba-Gründer Jack Ma tritt ab – und geht dennoch nicht ganz

Alibaba will den stationären Einzelhandel digitalisieren. (Foto: dpa)

Jack Ma ist mit dem chinesischen Konzern Alibaba verbunden wie kaum ein anderer Gründer mit seinem Konzern. Jetzt hat Ma seinen Rückzug bekannt gegeben. Wer ihm folgt und was das für Chinas größtes E-Commerce-Unternehmen bedeutet.

Erst hieß es, er zieht sich nur aus dem Tagesgeschäft bei Alibaba zurück, dann doch eher nicht oder vielleicht nicht ganz oder nicht so schnell. Jetzt ist klar: Jack Ma, Gründer und Geschäftsführer von Chinas größtem und bedeutendstem Onlinehandelsunternehmen Alibaba kann sich mit der Rente mit 54 doch noch nicht so ganz anfreunden. Heute verkündete Ma, dass er innerhalb der kommenden zwölf Monate die Geschäftsführung an Patrick Zhang abgeben wird. Er hat damit das Rätselraten um seine Personalie, das die letzten drei Tage entbrannt war, beendet.

In einem Brief an Investoren und Kunden teilte Ma mit, er werde eng mit Zhang zusammenarbeiten, um bis zum 10. September 2019 einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Mit Daniel Zhang wird ein seit langen Jahre im Unternehmen erprobter CEO zum Chairman. Das Unternehmen weiß nach fünf Jahren, was es von ihm zu erwarten hat und Zhang, welche Schlagzahl die Investoren sich von ihm erhoffen.

Wie Jack Ma mitteilt, wird er zumindest bis zum nächsten Treffen der Investoren 2020 im Vorstand bleiben. Zitiert wird der gelernte Englischlehrer Jack Ma mit dem Satz: „Lehrer wollen immer, dass ihre Schüler sie übertreffen. Das Verantwortungsvollste für mich und das Unternehmen ist es, dass jüngere, talentiertere Leute die Führung übernehmen.“

Alibaba-Chef will sich karitativen Dingen widmen

Ma will sich in Zukunft mehr auf seine Stiftung konzentrieren und in karitativen Umfeldern, etwa bei der Bildungsförderung in ländlichen Gebieten Chinas engagieren. Das alles erinnert ein wenig an den Schritt, den Bill Gates vor einigen Jahren gegangen ist. Dennoch dürften seine Handschrift und sein Geschäftssinn auch weiterhin bei Alibaba zu sehen sein – einem Unternehmen, das es wie kein anderes in Fernost versteht, sämtliche Bereiche der Internetwirtschaft zu erfassen und miteinander zu verknüpfen.

Dass der beispiellose Aufstieg von Jack Ma und Alibaba so gelingen konnte, verdankt Ma seiner Tätigkeit als Übersetzer, die ihn 1995 erstmalig in die USA führte. Dort nahm er das aufkommende Internet wahr und erkannte die Chancen im E-Commerce auch für China. Heute gilt Alibaba als das größte börsennotierte Unternehmen Chinas und sein Vermögen wird auf 40 Milliarden US-Dollar (34 Milliarden Euro) geschätzt. Sein erstes Unternehmen, eine Suchmaschine für Handelskontakte, scheiterte Ende der 90er Jahre. Mit Alibaba, dem zweiten Versuch, adressiert Ma heute 576 Millionen Nutzer. Zuwachsraten von 60 Prozent beim Jahresvergleich zeigen, wie viel Potenzial der chinesische Markt weiterhin bietet. Und doch: In China befürchten viele Beobachter in den nächsten Monaten eine Eintrübung des Geschäftsklimas und der Zukunftsaussichten, weswegen Alibaba aktuell vor allem außerhalb Chinas nach Expansionsmöglichkeiten sucht.

Alibaba: Auf dem Weg nach Europa

Für das Unternehmen kommt der Führungswechsel nicht ganz unerwartet, wohl aber der Zeitpunkt. Schließlich ist Alibaba gerade dabei, in Europa Fuß zu fassen, und könnte hier vieles im E-Commerce verändern – auch und gerade in Deutschland. Die Rede ist davon, dass Alibaba in China neben JD.com, dem zweiten großen Player, der inzwischen höhere Zuwachsraten verzeichnen kann als der Marktführer Alibaba, in naher Zukunft ihre Expansionsbestrebungen in Amerika und Europa ausleben wollen. Zu erwarten ist, dass dieses Gewinnen von Beteiligungen und Marktanteilen mit sehr viel Kapital einhergehen wird. Es spricht vieles dafür, dass beide Unternehmen Unternehmensübernahmen auch in Deutschland, einem der wichtigsten Märkte für die Expansion in Westeuropa, planen.

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