Ratgeber

Alles über Starlink: Das musst du zu Elon Musks Satelliten-Internet wissen

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Kommen sich die Satelliten nicht gegenseitig in die Quere und was ist mit dem Weltraumschrott?

Nein, die Einheiten stören sich gegenseitig nicht. Die Starlink-Satelliten fliegen auf sehr erdnahen Umlaufbahnen in einem Distanzspektrum von 328 bis 580 Kilometern, derzeit auf 550 Kilometern Distanz. Dabei werden die Geräte-Gruppen so ausgesetzt, dass sie nicht mit anderen kollidieren können – zumindest nicht mit solchen des gleichen Herstellers. Zukünftige Starlink-Einheiten sollen in maximalen Höhen von bis 1.200 Kilometern ausgesetzt werden.

Wer schon einmal Starlink-Einheiten am Nachthimmel erspäht hat, könnte beobachtet haben, wie Satelliten sich vermeintlich gegenseitig überholen. Diese Art optischer Täuschung kann sich ergeben, wenn Satelliten auf unterschiedlichen Umlaufbahnen fliegen. Einheiten auf derselben Umlaufbahn fliegen stets gleich schnell.

Konventionelle Satelliten hingegen liegen auf sogenannten geostationären Umlaufbahnen in 36.000 Kilometern Höhe. Hier bewegen sie sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Erde und stehen deshalb immer an einem festen Punkt über dem Äquator.

SpaceX plant, einmal gesetzte Satelliten rund fünf Jahre im Orbit zu behalten und dann gegen dem Fortschritt der Technik entsprechende Modelle auszutauschen.

Die FCC will Regularien erlassen, die Satellitenbetreiber zwingen, ihre Satelliten nach Ende der Nutzungsdauer auch wieder aus dem Orbit zu entfernen, anstatt sie einfach als Schrott in der Umlaufbahn zu lassen.

Kleine erdnah platzierte Satelliten verglühen schnell und vollständig beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Das hat SpaceX mit Tests an zwei Satelliten bereits nachgewiesen. Die aktuelle Generation der Starlink-Einheiten verglüht danach zu 100 Prozent, also restlos, beim Atmosphäreneintritt.

Um Kollisionen mit anderen Himmelskörpern zu vermeiden, verfügen die Starlink-Einheiten über Erkennungssysteme, einen Lagesensor und einen Hallantrieb. So können sie Zusammenstößen ausweichen.

Klein-Satelliten wie die Starlink-Einheiten stehen nicht optisch fest am Firmament, sondern fliegen in relativ geringer Höhe sichtbar um die Erde. Am Nachthimmel zeigen sich die Starlink-Einheiten stets als Lichterketten.

Das Licht entsteht durch die Reflexion von Sonnenstrahlen auf dem Solar-Panel. Die Kettenoptik resultiert aus dem Deployment im Orbit. Gleichzeitig gestartete Satelliten-Pakete bleiben beieinander.

Als Ausfluss der niedrigen Umlaufbahn und der daraus resultierenden, sichtbaren Flugbewegung, benötigt Starlink für eine verlässliche Abdeckung des Globus deutlich mehr Satelliten als es bei einer geostationären Lösung der Fall wäre. Deshalb muss SpaceX so viele Einheiten platzieren.

Eine geostationäre Lösung würde im gegebenen Anwendungsfall aber nicht funktionieren, weil die Entfernung von 36.000 Kilometern zur Erde zu einer inakzeptablen Latenz führen würde. Die Daten würden schlicht zu lange brauchen, um von der Erde zum Satellit und zurück zu gelangen.

Wenn ihr wissen wollt, wo sich die Starlink-Satelliten am Nachthimmel besonders gut beobachten lassen, solltet ihr die Website Findstarlink konsultieren.

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6 Kommentare
Zero
Zero

Der Weltraum ist ein rechtsfreier Raum? Hat nicht die NASA oder eine andere US-Institution vor einiger Zeit verlautbart, dass zumindest Rohstoffförderung im Weltraum durch diese genehmigt werden müsse?

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Ima
Ima

Interessant. Die Bundesnetzagentur hat hier für den Raum DE auch ein Wörtchen mit zureden … Diese vergibt nämlich die jeweiligen Frequenzen im Auktionsverfahren. Ähnlich wird das auch in anderen Ländern gehandhabt.

Auch interessant wäre die jeweilige Sendeleistung in Watt oder dBm – gibt es hierzu Details?
Vg

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Udo

Das wird in den USA enden, dort wird es als Hype starten. Dann fallen die ersten Satelitten aus, danach immer mehr. Dann versagt die Technik tagelang oder in „Hotspots“ sinkt die Rate.
Was ist denn schon ein Terrabyte

Wenn nicht zuviel Raketen das Ziel verfehlen. Nach Coron wird das Geld knapper

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Andrew
Andrew

Ich hoffe dass der Weltraumschrott sich baldmöglichst selbst zerstört und dann die nervösen Erkrankungen wieder abnehmen.

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Dorothee
Dorothee

Wo kommen die Milliarden her, die ein solches Projekt kostet?

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Engin
Engin

Wie wird die qalität und leistung beeinträchtigt wenn die laser verbindungen durch umwelteinflüsse wie regen,nebel oder schnee gestört werden

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