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Altersdiskriminierung: Google einigt sich außergerichtlich und zahlt 11 Millionen Dollar

(Foto: dpa)

Mehrere hundert Mitarbeiter haben Google in den USA wegen Altersdiskriminierung verklagt. Das Unternehmen zahlt jetzt 11 Millionen US-Dollar, sieht sich aber dennoch im Recht.

Es wäre wohl ein spannendes Gerichtsverfahren geworden, das interessante Details über Google, aber auch über andere US-amerikanische Unternehmen der Digitalwirtschaft offenbart hätte. Jetzt hat Google 11 Millionen US-Dollar auf den Tisch gelegt und sich so mit den mehreren hundert Klägern geeinigt, die Google Altersdiskriminierung im Bewerbungsprozess unterstellen. Im Schnitt erhalten die 227 Betroffenen rechnerisch so jeweils rund 35.000 US-Dollar, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Gelohnt hat sich die Aktion auch für die Anwälte, die die Kläger vertreten haben: Sie erhalten laut Bloomberg insgesamt 2,75 Millionen US-Dollar.

Gleichzeitig gelobt Google – genauer der Alphabet-Konzern – Besserung und will seine Personalverantwortlichen und Recruiter dahingehend schulen, dass Altersdiskriminierung zu unterbleiben habe. Das Unternehmen will außerdem Altersdiversität durchsetzen und sich in Zukunft dafür stark machen, dass auch ältere Mitarbeiter beschäftigt werden. Welche konkreten Schlüsse und Maßnahmen sich daraus ergeben, ist nicht bekannt.

Initiatorin der Sammelklage war viermal abgelehnt worden

Ins Rollen gebracht worden war der Fall von einer Frau, die erklärte, dass sie im Laufe von sieben Jahren viermal in Gesprächen für Jobs als Entwicklerin gewesen sei und trotz hochkarätiger Qualifikation und Programmiererfahrung aufgrund ihres Alters nie ein Jobangebot erhalten habe. Cheryl Fillekes, so der Name der Frau, warf dem Unternehmen „ein systematisches Muster und eine Praxis der Diskriminierung“ älterer Menschen vor.

Google weist die Vorwürfe erwartungsgemäß zurück und erklärt, sowohl Fillekes als auch die anderen Klagenden hätten technisch nicht die Eignung nachweisen können, die erforderlich sei. Man treffe starke Maßnahmen gegen Diskriminierung, auch und besonders in puncto Alter, so das Unternehmen.

t3n meint:

Und ähnlich wie bei der Diskriminierung von Frauen bleibt auch hier (nicht nur bezogen auf Google sondern auf die gesamte Tech-Branche im Silicon Valley) die Frage offen, ob zum einen der Anteil an Menschen jenseits der 40 niedriger ist als in anderen Branchen und Bereichen (wohl schon) und ob das zum anderen damit zusammenhängt, dass sich diese Altersgruppen seltener bei den Unternehmen bewerben.

Tobias Weidemann

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