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Amazon-Aktionäre: Konzern soll keine Überwachungstechnologien an Regierungen verkaufen

Amazon-Logo an einem Büro in San Francisco. (Foto: Sundry Photography/Shutterstock)

Eine Gruppe von Amazon-Aktionären fordert Firmenchef Jeff Bezos dazu auf, dass sein Konzern keine Gesichtserkennung mehr an Regierungen verkauft. 70 Organisationen und eine von 150.000 Menschen unterzeichnete Petition stellen ähnliche Forderungen.

In einem offenen Brief haben sich 19 Amazon-Aktionäre an den CEO des Unternehmens gewandt. Sie fordern Jeff Bezos darin auf, dass Amazon keine Gesichtserkennungstechnologie an Strafverfolgungsbehörden verkauft. Mit diesen Werkzeugen könnten staatliche Überwachungsprogramme ausgebaut werden. Die Unterzeichner warnen auch davor, dass durch den Verkauf solcher Technologien an Regierungsstellen das Ansehen und damit der Wert Amazons sinken könnte.

„Während Gesichtserkennung dafür gedacht sein kann, einige Strafverfolgungsaktivitäten zu verbessern, sorgen wir uns darum, dass sie letztlich vielleicht Bürger- und Menschenrechte verletzen könnte“, heißt es in dem Brief. Gleichzeitig hat auch US-Bürgerrechtsorganisation ACLU ähnliche Bedenken geäußert und ebenfalls einen offenen Brief veröffentlicht. Der wiederum wurde von Vertretern von 70 gemeinnützigen Organisationen unterzeichnet. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Electronic Frontier Foundation, das Tor Project und Human Rights Watch. Beide Briefe wurden von der ACLU am Montag, dem 18. Juni 2018, gemeinsam mit einer Petition, die von 150.000 Menschen unterzeichnet wurde, bei der Amazon-Zentrale in Seattle abgegeben.

Amazons Gesichtserkennung: Bürgerrechtler schlagen Alarm

Amazons cloud-basierte Gesichtserkennungslösung wird laut ACLU bereits von der Polizei in Orlando und einem Sheriff-Department in Oregon eingesetzt. Die Software soll über hundert Gesichter auf einem einzigen Bild erkennen und mit einer Datenbank abgleichen können. Die Gesichter von mehr als 300.000 Menschen sollen bereits mit Verbrecherfotos abgeglichen worden sein. Kritiker sehen darin einen Eingriff in die Bürgerrechte. Amazon verteidigt das System und erklärt, dass die Kunden letztlich selbst für den Einsatz verantwortlich seien.

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