E-Commerce

Amazon straft Artikelbezeichnungen mit mehr als 200 Zeichen ab: Was Händler jetzt tun müssen [Update]

Schluss mit überlangen Artikelbezeichnungen. (Screenshot: Amazon)

Amazon straft in den USA künftig lange Artikelbezeichnungen ab: Kommen mehr als 200 Zeichen zum Einsatz, verschwindet das Angebot aus den Suchergebnissen. Die neue Richtlinie wird auch in Deutschland nicht lange auf sich warten lassen.

Amazon hat Marketplace-Händler in den USA über eine neue SEO-Richtlinie informiert: Artikelbezeichnungen dürfen ab dem 15. Juli 2015 nicht mehr als 200 Zeichen enthalten. Listings, die gegen diese Richtlinie verstoßen, werden ab diesem Datum nicht mehr in den Suchergebnissen von Amazon angezeigt. Die Richtlinie dürfte bald auch in Deutschland zu erwarten sein, was Händler unter Zugzwang setzt: Unter Umständen muss das komplette Sortiment überarbeitet werden.

Update vom 23. Juni 2015:
Ab wann mit einer Einführung dieser Richtlinie auch in Deutschland zu rechnen ist, ist noch nicht bekannt. Laut einem uns vorliegenden Händlerhinweis soll die Beschränkung derzeit anscheinend in einem deutschen Beta-Programm erprobt werden. Auf Anfrage teilt uns Amazon Deutschland mit, dass sie „zu unseren zukünftigen Planungen bezüglich einer Umsetzung auf dem europäischen Marktplatz keine Äußerungen machen können“.

Wie das US-Blog E-Commerce-Bytes schreibt, werden Artikel, die vor diesem Zeitpunkt eingestellt wurden, von Amazon automatisch gekürzt, sollten betroffene Händler die Titel nicht selbst anpassen.

Das Beispiel zeigt, das mittlerweile Wildwuchs im Produktkatalog herrscht: Keyword-Spamming oder gleich die halbe Feature-Liste sind im Titel wieder zu finden. (Screenshot: Amazon)

Ein Amazon Angebot: Das Beispiel zeigt, das mittlerweile Wildwuchs im Produktkatalog herrscht: Keyword-Spamming oder gleich die halbe Feature-Liste sind im Titel wieder zu finden. (Screenshot: Amazon)

Amazon: Titel mit mehr als 200 Zeichen sind marktüblich

Die übliche Marktpraxis setzt bisher mehr als 200 Zeichen im Titel bei Marktplatzangeboten ein. Die internen Suchmaschinen von Amazon berücksichtigen verschiedene Faktoren, und auch Kunden suchen nach unterschiedlichen Begriffen. Vielfach führt das zu einer Verzerrung der Funktion der Artikelbezeichnung: In manchen Produktkategorien landet gleich die halbe Feature-Liste im Titel, in anderen Kategorien werden sämtliche Schreibweisen und Differenzierungen in den Titel gepackt.

Amazon sieht hier offensichtlich die Qualität des Produktkatalogs in Gefahr und will diese Praxis durch die neue Richtlinie unterbinden.

(Screenshot: Amazon)

Amazon Suchergebnisse: Die Nutzung von extrem langen Artikelbezeichnungen ist kategorie-übergreifend fast schon zu einem Standard geworden.Von unterschiedlichen Schreibweisen, Artikelbezeichnungen über komplette Funktionsaufzählungen ist alles zu finden. (Screenshot: Amazon)

Was Händler tun können: Titel überarbeiten

Amazon empfiehlt den betroffenen US-Händlern sich in die Seller-Central zu begeben und dort die Artikel unter dem Menüpunkt „Suppressed Asins“, also „Unterdrückte Asins“, aufzurufen und dort alle Artikelbezeichnungen zu überarbeiten. Vermutlich wird es diese Option zukünftig auch in der deutschen Seller-Central geben. Vorbereitend können sich deutsche Onlinehändler mit überlangen Artikelbezeichnungen jetzt schon auf eine neue SEO-Strategie bei Amazon einstellen. Die vorgegebenen Eingabe-Felder für Features und Keywords in der Seller-Central werden wohl intensiver genutzt werden müssen.

Mehr zur SEO-Strategie bei Amazon findest du in unserem Artikel „Gut gesucht, gut gekauft – So dominierst du die Amazon-Suche“.

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4 Kommentare
Symptome
Symptome

Die Suche funktioniert oft eh nicht gut. Aber Amazon behandelt lieber die Symptome als die Ursachen.

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Thomas Lang

ohhh, der Update ist vom 23. JULI 2015 – cooler Blick in die Zukunft ;-)

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Jochen G. Fuchs

Da soll doch noch einer sagen, wir wären unserer Zeit nicht voraus. ;-) Ich hab’s trotzdem mal auf Juni geändert.

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