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Amazon-Angestellte kauften Immobilien vor Bekanntgabe der neuen Standorte

Amazon-Logo an einem Büro in San Francisco. (Foto: Sundry Photography/Shutterstock)

Medienberichten zufolge haben Amazon-Mitarbeiter gezielt Immobilien in der Nähe des geplanten neuen Firmensitze erworben – und zwar noch bevor die Standorte offiziell bekanntgegeben wurden.

In Long Island City, einem der zwei neuen Amazon-Standorte in den USA, steigt bereits die Immobiliennachfrage. Gegenüber dem Wall Street Journal bestätigte eine ortsansässige Immobilienfirma, sie habe innerhalb weniger Tage 15 Mal mehr Wohnungen verkauft als üblich. Mindestens zwei Amazon-Mitarbeiter sollen Immobilien erworben haben, noch bevor der E-Commerce-Riese seine Standortentscheidung öffentlich gemacht hat.

Während der Kauf oder Verkauf von Aktien basierend auf nicht öffentlichen Informationen durch Firmenmitarbeiter illegal ist, gibt es keine entsprechenden Vorgaben für den Kauf von Immobilien, erklärt das Wall Street Journal unter Berufung auf mehrere US-amerikanische Immobilienanwälte. Wie viele Insider diese Möglichkeit genutzt haben, bleibt unklar. Sicher ist allerdings, dass die Immobilienpreise in der Gegend weiter steigen werden.

HQ2: Amazon lässt sich die Standortwahl teuer bezahlen

50.000 neue Arbeitsplätze und Investitionen in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar: So bewarb Amazon im September 2017 das geplante zweite Hauptquartier. Mehr als 200 US-Städte bewarben sich daraufhin bei dem Handelsriesen und überboten sich dabei mit Steuererleichterungen und anderen Geschenken an das Unternehmen. Am 13. November 2018 erklärte Amazon dann, der Konzern habe sich für zwei Standorte entscheiden und werde dort je 25.000 Arbeitsplätze schaffen. Die „Gewinner“ sind Long Island City im New Yorker Stadtteil Queens sowie Crystal City in der Nähe von Washington, D.C.

Amazon, Seattle: Ein Rundgang durch das Hauptquartier
Amazon-Headquarter, Day One North. (Foto: Jochen G. Fuchs)

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Für den Standort in New York erhält Amazon Vergünstigungen von fast drei Milliarden Dollar. Schon 2019 hat der Handelsriese Anspruch auf 33,4 Millionen Dollar – und muss dafür lediglich 595 Arbeitsplätze schaffen. Dabei kann es sich laut Vereinbarung sogar um Teilzeitjobs handeln. Auch am Standort Crystal City profitiert Amazon von massiven Förderungen. Dazu zählt auch ein Zuschuss in Höhe von 23 Millionen Dollar, der über 15 Jahre ausgezahlt wird und durch eine Erhöhung der Hotelsteuern finanziert wird. Außerdem wird der Bezirk entsprechend der Vereinbarung auch gleich in National Landing umbenannt.

US-Politiker und Medien kritisierten seit der Vergabe der Standorte, dass der Handelskonzern Milliarden aus der Steuerkasse erhält. So nahm das Wall Street Journal in einem kürzlich veröffentlichten Meinungsstück der Redaktionsleitung kein Blatt vor den Mund und nannte den Vorgang „Günstlingswirtschaft der schlimmsten Sorte“ und fügte hinzu: „Google und andere Unternehmen haben in New York Tausende von Arbeitsplätzen ohne ähnliche Subventionen geschaffen, und Amazon hätte dasselbe angesichts des intellektuellen Kapitals der Stadt vielleicht auch getan.“

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