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Amazon kämpft gegen Betrugsfälle – und bestraft dabei unbescholtene Händler

Amazon hat derzeit eine Vielzahl von Problemen mit Betrugsfällen rund um den Marketplace. (Foto: Shutterstock / Frank Gärtner)

Bei Amazon liegen die Nerven offenbar ziemlich blank. Nach vermehrten Betrugsfällen sperrt das Unternehmen nun auch aus nichtigen Gründen Amazon-Marketplace-Konten. Selbst wer nur die Bankverbindung wechselt, ist schon verdächtig.


Amazon sperrt manchen Marketplace-Händlern das Nutzerkonto, wenn diese nur ihre Bankverbindung ändern oder der Nutzer sich von einem anderen Rechner als dem üblichen einloggen will. Das berichtet das Magazin Onlinehändler-News. Ein Händler hatte sein Geschäftskonto zu einer anderen Bank verlegt und wurde offenbar daraufhin gesperrt. Die Kosten für das Marketplace-Nutzerkonto würden aber weiter berechnet, heißt es laut Golem. Für Händler ist das mehr als ärgerlich, wenn so zumindest ein Teil ihres Umsatzes von einem Tag auf den anderen wegfällt. Der Fall zeigt, dass es vernünftig ist, sich als Händler auf möglichst viele Partner zu verlassen. Auch falls einzelne ihr Gebührenmodell oder ihre Spielregeln ändern, verringert das die Abhängigkeiten.

Amazon Marketplace: Neues Konto oder anderer Rechner kann schon zu Sperrung führen

Im Sellercentral-Forum des Konzerns berichten mehrere Nutzer über ähnliche Probleme, dass ihnen nach dem Einloggen über ein neues System die Verkaufsberechtigung wegen eines angeblich unberechtigten Zugriffs entzogen wurde. Der Amazon-Kundenservice habe darauf verwiesen, die Anfrage an die Performance-Abteilung weiterzuleiten, bislang erfolglos. Ob Amazon hier Veränderungen in der Anti-Fraud-Detection vorgenommen hat, ist unklar, aber wahrscheinlich.

In den letzten Monaten hatte Amazon immense Probleme mit betrügerischen Verkäufen, die über Konten anderer Mitglieder getätigt wurden. Bei den Fakeshops geht es in erster Linie nicht darum, Kunden zu schädigen, sondern den Marktplatz selbst. Für Amazon entwickelt sich die A-bis-Z-Garantie zum Problem, da sie im schlimmsten Fall bereits das Geld an den vermeintlichen Verkäufer ausbezahlt haben, bevor der Betrug festgestellt wird.

Betrugsfälle: Amazon hat derzeit etliche Baustellen

Anders gelagert ist das Problem bei Konten, bei denen organisierte Kriminelle an Amazon vorbei Ware verkaufen wollen. Im Vorfeld wird zur Kontaktaufnahme über eine E-Mail-Adresse aufgefordert. Die Bezahlung soll dabei nicht über das Amazon-Konto abgewickelt werden, sondern über Bezahldienste wie Paypal, Western Union oder Paysafe. Das Geld ist dann weg, die Konten verschwinden schnell wieder.

Eine dritte kriminelle Strategie, mit der Amazon derzeit vermehrt zu kämpfen hat, sind etablierte Konten, deren Zugang über eine Phishing-Mail erbeutet wird. Hacker erhalten so Zugriff auf Konten mit längerer Vergangenheit und bieten hierüber Produkte an, die nicht ausgeliefert werden. Als Konto wird hierbei eine Bankverbindung der Kriminellen genutzt, die meist noch mit einem ahnungslosen Verkaufsagenten arbeiten, über dessen Konto das Geld fließt. Das ist wohl der Grund, warum Amazon derzeit bei Änderungen einer Kontoverbindung so allergisch reagiert.

Insgesamt kann man Händlern daher nur raten, derzeit möglichst wenig Veränderungen vorzunehmen, bis sich die Lage normalisiert hat. Auch eine Aktivierung der Zwei-Wege-Authentifizierung kann hier hilfreich sein, da viele Probleme mit Kontosperrungen laut Erkenntnissen von E-Commerce-Experte Mark Steier vor allem bei nicht auf diese Weise geschützten Konten auftreten.

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3 Kommentare
Andreas
Andreas

Amazon wird tätig gegen Betrüger ? Lächerlich! Jedes 3. Angebot von frequentierten Waren sind betrügerische Angebote (s. z.B. in der Beschreibung „… schreiben Sie eine Email an: ….. @ ….“. Dann meldet sich der „Verkäufer“ und möchte eine Banküberweisung auf sein polnisches Konto. Letzte Woche habe ich Ware bei einem Verkäufer erstanden dessen Konto gehackt wurde. Amazon wusste schon seit 2 Wochen von einer Anzeige bei der Polizei, der Artikel war immer noch online. Ich denke Amazon macht viel, aber wenig gegen Betrug.

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Allie
Allie

Welch ein wahrer Satz: Bei den Fakeshops geht es in erster Linie nicht darum, Kunden zu schädigen, sondern den Marktplatz selbst. Auch Andreas gebe ich Recht: Amazon macht nichts gegen Betrug, aber alles gegen seine Händler, Mitarbeiter und Kunden – die Menschen, die Amazon mal so groß gemacht haben – und den Amazon nichts weiter als Undankbarkeit erwiesen hat – gegen die geht Amazon vor oder vernachlässigt ihnen gegenüber seine Fürsorgepflicht. Amazon hat sich zu viele Feinde gemacht. Die gefallen Händler hacken die Konten, von den noch verkaufenden Händlern. Gequälte Mitarbeiter machen unsinnige Dinge, wie altgediente Händlerkonten sperren, bei Änderung der Bankverbindung! Seit 20 Jahren sperrt Amazon schon die Konten der Händler, bei der geringsten Änderung des Händlerkontos. Wird das kommuniziert, dass man da nichts ändern darf? Nein. Wird die Funktion der Änderung der Bankverbindung abgeschaltet? Nein! Richtet Amazon sichere Verbindungen für seine Händler ein? Nein! Werden die Händler per Pflichtveranstaltung auf Sicherheit geschult? Nein! Wenn weder der Händlerbund, die Wettbewerbszentrale, das Bundeskartellamt, die Polizei und Politk gegen Amazon was unternimmt, wird eben Selbstjustiz praktiziert und Amazon mit schlechten Absichten unterwandert. Amazon ist das unethischste Unternehmen auf dieser Welt! Was soll man von einem Chef halten, der alle von der Klippe schleudern will! Amazon sollte ganz schnell reguliert und unter Aufsicht gestellt werden!

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Mokus
Mokus

Ich hatte das Vergnügen, den Laden von innen kennen zu lernen. In einem Satz: Amazon gehört abgeschafft. http://www.markus-vogelsanger.ch/amazon-nein-danke/

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