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Amazon-Betrug: So wurde das Unternehmen um 1,2 Millionen US-Dollar geprellt

Ihr Paket wurde zugestellt, hieß es bei dem verurteilten Paar aus Indiana insgesamt mindestens 2.700 mal. (Bild: Jeramey Lende / Shutterstock)

Mal eben Amazon mit angeblich defekter Ware betrügen? Krimineller Kleinkram gegen das, was jetzt in den USA vor Gericht als Fall verhandelt wurde. Dabei ist eine Sache auf den ersten Blick verwunderlich.

Dass Amazon für seine vergleichsweise großzügigen Rückgabepolitik und den oftmals wohlwollenden Umgang bei Reklamationen bekannt ist, weiß wohl jeder, der schon mal ein entsprechendes Problem als Kunde hatte. Das geht so weit, dass manche Marketplace-Händler an der Kundenfreundlichkeit verzweifeln. Natürlich gibt es auch Kunden, die so etwas ausnutzen – und einige tun das wohl in richtig großem Stil, wie ein spektakulärer Fall in den USA zeigt.

In Indiana wurde jetzt ein Paar, das über zwei Jahre hinweg Amazon im großen Stil betrogen hatte, schuldig gesprochen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Über zwei Jahre hinweg hatten Erin und Leah Finan Elektronikgeräte im Wert von insgesamt mehr als 1,2 Millionen US-Dollar bei Amazon bestellt und jeweils als defekt gemeldet. Amazon tauschte diese um und das Paar verkaufte die Geräte über einen Hehler weiter. Unter den 2.700 Bestellungen waren Laptops, Digitalkameras, Spielkonsolen und Gopro-Kameras. Das Paar soll auf diese Weise über die Jahre 750.000 Dollar eingenommen haben, ein weiterer Verurteilter, der die Ware weiterverkaufte, immerhin 500.000 Dollar. Der Gesamtwert der Produkte dürfte sich also noch höher beziffern, als die in der US-Meldung genannten 1,2 Millionen Dollar.

Amazon-Betrug: Langjährige Haftstrafen

Die beiden Drahtzieher wurden jetzt von einem US-Bezirksgericht zu 71 und 68 Monaten Gefängnis verurteilt, der Komplize zu 24 Monaten. Die vergleichsweise hohe Strafe wurde damit begründet, dass diese Form des Betrugs letztlich alle Kunden schädige.

Dabei verwundert es tatsächlich, dass ein Betrug in diesem Umfang so lange unentdeckt blieb, beziehungsweise dass Amazon nicht früher dagegen vorging. Offenbar arbeiteten die Finans mit viel krimineller Energie, einer großen Zahl an Nutzerkonten und Identitäten und wohl auch unterschiedlichen Zustellverfahren und –adressen. Anders ist es nicht zu erklären, dass Amazon, die in einzelnen Fällen wohl auch bei einer deutlich geringeren Retourenquote aktiv werden, dem Treiben so lange zugesehen haben soll.

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