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Kommentar

Amazon, beweg dich! Dein Marktplatz ist in Gefahr

Amazons Marktplatz wird von betrügerischen Fake-Händlern bedroht. (Quelle: Shutterstock / Julie Clopper)

Amazon wird von Millionen gefälschter Angebote überflutet, Onlinehändler verzweifeln, Kunden sind verunsichert: Greift der US-Konzern nicht bald durch, schadet das dem Marktplatz.

In „Täglich grüßt das Murmeltier“ erlebt Bill Murray wieder und wieder den selben Tag. Die kafkaeske Geschichte treibt Murray fast in den Wahnsinn. Mancher Onlinehändler fühlt sich in diesen Tagen wie Bill Murray. Jeden Tag wird morgens der Amazon-Marketplace-Shop geprüft – und da sind sie wieder: Hhank11, Fastco und viele andere zwielichtige Gestalten, teilweise auch mit fantasievollen deutschen Namen. Und sie platzieren hunderte, tausende und hunderttausende gefälschte Angebote überall auf dem Amazon-Marktplatz. Amazon löscht zwar buchstäblich im Minutentakt, bei vielen Händlern bleibt trotzdem nur noch ein frustrierendes Gefühl der Machtlosigkeit übrig. Greift dieses Gefühl auch auf Kunden über, wird das dem Markplatz Amazon Schaden zufügen. Amazon muss schneller und deutlicher reagieren.

Gefälschte Produktangebote treiben Händler in den Wahnsinn

Mittlerweile generieren die Händler mehr Umsatz auf Amazons Marktplatz, als Amazon selbst. Die Vitalität und die Vielfalt des Marktplatzes sind stark von den Händlern abhängig – und damit auch ein spürbarer Teil von Amazons eigenem Umsatz.

Doch um die Händler ist es nicht gut bestellt im Moment. Die immer wieder neu auftauchenden Fake-Verkäufer treiben nicht nur die in den Wahnsinn, deren Accounts gekapert wurden, sondern auch viele andere. Praktisch jeder Händler kann durch ein gefälschtes Angebot geschädigt werden. Ein Beispiel: Amazon führt in seinem Katalog eine Produkt-Detailseite. Auf dieser Seite können theoretisch beliebige Händler ein Angebot veröffentlichen. Taucht ein Fake-Händler auf dieser Seite mit seinem Angebot auf, verlieren durch den unrealistisch niedrigen Preis andere Verkäufer an Umsatz. Oder gar den begehrten Platz direkt in Amazons „Kaufen-Button“.

Eines von vielen gefälschten Angeboten, der geschädigte Händler vertreibt eigentlich Sanitätsartikel.(Screenshot: Amazon)

Noch ärgerlicher ist das Fake-Problem für Händler mit eigenen Marken. Theoretisch kann niemand das Produkt außer dem Markenhändler verkaufen, die Produkt-Detail-Seite „gehört“ ihm sozusagen exklusiv. Taucht ein Fake-Händler auf dieser Seite auf, ist das deshalb doppelt ärgerlich. Das verursacht Arbeit und beschädigt die Marke. Nach der Löschung des Fake-Angebotes mussten Betroffene nach t3n-Informationen auch noch ihre Artikelinformationen auf der Produkt-Detailseite mühsam wiederherstellen.

Nicht genug, dass Arbeit, Ärger und Mühe entstehen – sehr viele betroffene Händler beschweren sich in verschiedenen Verkäuferforen und im Gespräch mit t3n bitter über mangelnde Unterstützung von Amazon und lange Reaktionszeiten. In vielen Fällen dauert es Tage, bis eine Sperrung von Fake-Verkäufern veranlasst wird, im manchen nur eine Stunde. Inhaber von gekaperten Händlerkonten beschweren sich zusätzlich über lange Reaktivierungszeiten ihrer Konten.

Der Kunde wird langsam auch verunsichert

Das Dilemma erstreckt sich aber nicht nur auf Händler, sondern auch auf die Amazon-Kunden. In unserem Artikel über die Fake-Attacken auf Amazon haben wir für Kunden ein paar Hilfestellungen bei der Erkennung von Fake-Händlern gesammelt. Eines ist bei der Erstellung der Tipps klar geworden: Etwas Zeit und Mühe muss zur Erkennung der Betrüger aufgewendet werden.

Zwei Fake-Händlerangebote, die echten Angeboten an Stelle zehn und elf folgen. (Screenshot: Amazon.de)

Es stellt sich die Frage ob jeder Kunde dazu bereit ist, oder dann doch lieber die Finger von dem Kauf lässt. Oder, insofern der Artikel auch bei Amazon erhältlich ist, lieber bei Amazon direkt kauft. Mit Sicherheit bleibt bei Kunden ein Gefühl der Verunsicherung zurück, wenn ein Einkauf auf dem Marktplatz getätigt wird. Und ein verunsicherter Kunde ist nicht gut fürs Geschäft. Weder für den Händler, noch für Amazon.

Amazon muss dringend reagieren

Viele Betroffene äußern sich bei uns und im Netz harsch und bezweifeln, dass Amazon ein Interesse am Wohlergehen seiner Händler hat – das sollte aber mehr denn je gegeben sein. Bei Betrachtung der letzten Jahresbilanz und der Einnahmen, die Amazon über den Marktplatz erwirtschaftet, dann wird schnell klar wieso: Amazons Wachstum hängt auch von seinen Händlern und deren Angeboten ab. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass sich Amazon dessen nicht bewusst ist.

Die bisherigen Erkenntnisse der t3n-Recherche, deuten daraufhin, dass alle uns bekannten Fake-Händler per Phishing an Marktplatz-Konten gekommen sind. Dabei handelt es sich entweder um Privatkunden-Konten, die dann in „neue“ Verkäuferkonten umgewandelt wurden, oder um gekaperte Verkäuferkonten. Diese Erkenntnis haben wir auch an Amazon weitergeleitet. Es kann nicht oft genug betont werden, wie wichtig die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung in Kunden- und Verkäuferkonten ist.

Es bleibt aber die Frage, wieso Amazon so lange Reaktionszeiten hat und wieso es der US-Konzern riskiert, seine Kunden und damit sein wichtigstes Kapital  zu verunsichern. Und, last but not least, wieso die Kommunikation in Richtung der professionellen Händler und deren Unterstützung nicht verbessert wird. Hier muss mehr auf Augenhöhe passieren. Und schneller.

Amazons Größe hat auch ihre Nachteile. Die Überwachung mehrerer Millionen Händlerkonten und hunderter Millionen Kundenkonten, die mit wenigen Klicks in einen Verkäuferaccount umgewandelt werden können, ist aufwändig. Aber von einem Unternehmen, das eine der weltweit größten IT-Infrastrukturen betreibt und mittlerweile häufig eher als IT- denn als Handelsunternehmen betrachtet wird, können Kunden wie Händler eine Lösung erwarten. Es wird Zeit dafür. Am besten noch vor 12 Uhr Mittags. Um diese Uhrzeit sind nämlich spätestens die nächsten Fakeshops bei Amazon zu erwarten.

Zu diesem Kommentar gehört eine Analyse: Amazons Kampf gegen organisierte Kriminelle: Millionen gefälschte Angebote.

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18 Reaktionen
SW

Ich muss sagen, mich als Käufer ärgert es auch immer wieder, dass man nicht sofort sehen kann, ob der Verkäufer ein Marketplacehändler ist und woher dieser seine Ware versendet. Das hat mich immer geärgert. Der einzige Hinweis dass die Ware aus einem anderen Teil der Welt geliefert wird, ist die Versandzeit. Man muss echt aufpassen, früher hab ich so gut wie alles dort gekauft, aber mittlerweile gehe ich gern zu anderen Onlinehändlern.

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Caroline

Sehr schön, dass Du Deine Bewertungen löscht! Amazon löscht alle schlechten Bewertungen, die Amazon betreffen. Auch das ist eine erhebliche verzerrung und ungerechtigkeit den Händlern gegenüber! Dieses ungerechte Bewertungssystem sollte an auf keinen Fall unterstützen!

Das Internet ist voll von Beschwerden von selbständigen Deutschen, die bei Amazon gekauft haben und dann keine Rechnung mit ausgewiesener Mwst. erhalten können. Der ausländische Anbieter mit seiner überaus großzügigen "Kleinunternehmerreglung" von 100.000 Umsatz umsatzseuerfrei in Deutschland, darf keine entsprechende Rechnung mit Mwst ausstellen!

Amazon hat arglistig die Deutschen Händler grund und fristlos gekündigt - ja so ist das, wenn man Jagd auf die Falschen macht. Amazon hat bad Karma angehäuft.

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Allie

Herr Schreiber, doch unserem Staat mache ich schon den Vorwurf, den sarken ausländischen Firmen solche Steuererleichterungen anzubieten. Im Zeitalter des Internets ist es auch ungerecht, wenn Amerikanische Händler hier in Deutschland eine "Kleinunternehmerregelung" von 100.000 haben, und der Deutsche nur von 17.000. Das ist die Aufgabe des Staates darauf aufzupassen, das ein System gerecht ist, das die Bürger und Steuerzahler gerecht behandelt werden. So lässt unser Staat eine ungerechte Wettbewerbsverzerrung zu, zu Lasten der Deutschen.

Da ich nur ein Jahr hauptberuflich für Amazon tätig war, konnte ich problemlos in meinen eigentlichen Job wieder einsteigen. Ich rede tag täglich so schlecht wie nur irgend möglich über Amazon, und da ich täglich viele Menschen treffe, die mich sehr gut kennen und diese auch noch sehr gut verdienen, schadet das Amazon. Ich selbst kaufe dort nicht mehr und jeder der mich kennt auch nicht - und mich kennen sehr viele.

Im Sommer kommt wieder eine Sendung ins Fernsehen, die zeigt, wie Amazon seine deutschen Händler beklaut und runinert. Ich finde es ein trauriges Versäumnis unserer Politik, die eignen Bürger abzuzocken und Amazon mit Steuerbefreiung und Rechtsfreiheit entgegen zu kommen - und das auch noch in einem Wachstumsmarkt. Amazon ist rücksichtslos und unfair, genau wie unser Staat.

Und das mit den Fakeshops kann man einfach nicht glauben. Amazon kriminalisiert die langgedienten deutschen Händler, die Amazon mal so groß gemacht haben, wirft ihnen so einen Quatsch wie Geldwäsche vor und hat jetzt mit Fakeschops Probleme? Wie wäre es, mal den wirklichen Verbrechern auf die Spur zu kommen und nicht den deutschen Handel zu vernichten? Ich bin mir ganz sicher, je mehr man über die Verfehlungen von Amazon spricht, desto eher wird Amazon sozial geächtet. Ein Herr Kleber hat eher den Umsatz halbiert, anstatt erhöht. Wie hoch der Umsatz wäre, hätte Amazon nicht so viele Händler absichtlich in den Ruin geschickt, beklaut und so viele Mitarbeiter in den BurnOut getrieben - weiß man nicht - ich bin mir jedoch sicher, dass das erhebliche Einbußen zur folge hatte. Ich rede ja tag täglich über die Verfehlungen von Amazon und bekomme deshalb auch die Meinung über Amazon mit! Die ist sehr sehr schlecht!

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Schreiber

Ok, man darf dazu unterschiedliche Meinungen haben. Ich werde weiterhin niemandem einen Vorwurf machen, der legal Steuern reduziert.
Es wäre Aufgabe des Staates und bei uns der EU, dies zu verhindern, aber ich erkenne außer Worten nichts. Gut, wer leitet die Kommission, woher kommt der und in welchem Land gibt es viele Vereinbarungen über pauschale Steuerzahlungen? Ein Schelm ... .

Ich sehe es genauso wie Sie: die Politik ist gefordert, macht aber die Augen fest zu. Allerdings würde ich auch zuerst wünschen, dass die Privatverkäufer, die eigentlich gewerblich sind (und das eigentlich für jeden erkennbar), endlich auch mal zur Kasse gebeten werden, damit man nicht schon allein die MwSt als preislichen Nachteil hat neben den Pflichten die gewerbliche Verkäufer erfüllen müssen. Um es den großen Konzernen zu erschweren, Steuern in andere Länder zu verlagern, müßte sich die EU schon bewegen (es sind meist EU Mitgliedsstaaten, die das machen).

Ansonsten versuchen wir unseren kleinen Beitrag zu leisten, um den Verkauf via Amazon immer unwichtiger für uns zu machen (derzeit ist das Verhältnis ca 8:1 Umsatz im eigenen Shop zu Umsatz via Amazon, aber beim Ärger mit ca 1:30 führen Amazon Verkäufe deutlich).

Ich bin gespannt auf den Amazon Beitrag im TV. Eigentlich meide ich seit Monaten die öffentlichen Sender, da ich meine, mir selbst eine eigene Meinung bilden zu können, aber das sehe ich mir an.

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Sven

Ich war einer der glühensten Anhänger von Amazon, habe viele 100 Produkte in den vergangenen 15 Jahren (!) bei Amazon und über Händler gekauft: Meine letzten beiden Bestellungen waren bei fake-Verkäufern. In einem Fall war das Konto eines echten Verkäufers gekapert worden. Und Amazon wiegelt nur ab: Kann schon mal ein Fehler beim Einstellen der Ware passieren. Ja, geht's noch! Ich rate allen (ehemaligen) Kunden, Rezensionen bei Amazon zu löschen und andere Händer zu suchen!

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Allie

Meine Kindelbücherrei hat Amazon auch gesperrt. Als das Urleil aus Köln rechtskräftig wurde, dass Amerzon nicht mehr die bezahlten digitalen Inhalte der gesperrten Kunden blockieren darf, wurde mein Kundenkonto nach meinem Anruf für kurze Zeit freigeschaltet. In einer Nacht und Nebelaktion habe ich meine ganzen über 15 Jahre erstellten über 1000 Rezensionen gelöscht. Da hat Amazon nachgefragt, wieso ich das mache. Ich Habe geantwortet: Warum soll ich für das sozialunverträglichste und unfairste Unternehmen Werbung machen?! Danach war das Konto und meine Kindelbücherrei wieder gesperrt. Amazon brauch sich ja noch nicht mal an Greichtsurteile halten. Das Kölner OLG hat Amazon die Kundenfeindlichsten AGB bescheinigt, was hat das gebracht? Wer kontrolliert Amazon?. Wenn jeder seine Rezessionen löschen würde, würde Amazon auch Googlelove entzogen werden und die Umsätze würden einbrechen. Ja toll Zwen das Du Deine Rezessionen gelöscht hast!

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Danny

@Sven: Hatte die selben Probleme wie du, von meinen letzten 10 Bestellungen waren 3 von Fake-Verkäufern. Habe einen Beschwerdebrief an Amazon verfasst, aber warte im Moment noch auf eine Stellungnahme. Ich rate es auch nur allen Kunden denen so etwas zugestoßen ist, löscht eure Rezensionen, um den Fake-Verkäufern keine Chance zu geben. Werde mich in Zukunft von Amazon fern halten und direkt bei den Händlern bestellen. Trotz evtl. einem teureren Preis, kann ich mich da zu 100% drauf verlassen, dass ich die Ware auch zusehen bekomme.

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Allie

Ich finde die Geschichte zu unglaublich mit den Fakekonten. Ja geht alle weg von Amazon! Amazon hat es nicht anders verdient, und sollte unbedingt gemieden zu werden. Nirgends ist die BurnOut Rate so hoch wie bei Amazon, Amazon ist rücksichtslos, Amazon jagdt die eigenen Fulfillmentkunden und Händler und stiehlt deren Produkte!

Schreiber

Das Problem dürfte doch die fehlende Konkurrenz für Amazon sein. Ebay hat in der Vergangenheit nicht die Potentiale geboten, die Amazon bietet. Otto / Quelle haben schnell aufgegeben und allyouneed und Rakuten scheinen keine wichtige Rolle zu spielen. Hitmeister in nun Real. Amazon hat, wenn man ehrlich ist als Händler, doch auch zu guten Verkäufen geführt und manch alter Lagerbestand konnte reduziert werden. Und neben diesen Fakeshops, die ja mittlerweile auch beim Käuferforum ein großes Thema sind, gab es doch in der Vergangenheit immer wieder Dinge, die man eigentlich nicht hätte akzeptieren sollen: seltsame Garantieentscheidungen, Käufer, die genau wussten, wie man vorgehen musste, damit man immer Recht bekommt (Ist ja sowieso fast Standard bei Amazon), Verwirrung in Lagerbeständen und nie wollte Amazon verantwortlich sein usw usw..
Trotzdem blieben so ziemlich alle Händler dabei und das, obwohl diese ja zu Beginn quasi die Verkaufsanalysen für Amazon getätigt haben und Amazon dies auf seine Art genutzt hat mit teils radikalen Preisen bei Produkten, die man reingenommen hatte, nachdem diese bei Händlern liefen.

Bleibt doch eigentlich nur, sich dem entweder zu beugen, da sich vermutlich nichts ändern wird. Oder man beginnt zu überlegen, wie man ohne Amazon Verkäufe generiert.

Amazon wird immer alles mit Algorithmen steuern und das sicher nicht ändern. Sicher wären in vielen Bereichen 1 oder 2 Leute, die lesen und mitdenken, sinnvoller, aber das will man offenbar nicht. Wenn Händler an den Verifizierungsvorgang denken, ist es umso erstaunlicher, dass sich Fakeshops anmelden können. Auch möchte man meinen, dass das massenhafte Löschen mal nach "oben" gemeldet werden sollte, aber es scheint nichts zu passieren.

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Allie

Amazon hat uns Umsatzsteuerpflichtigen Händler in Deutschland heimtückisch ruiniert, um Platz für die eigenen Landsleute auf dem Deutschen Markt zu schaffen. Diese von Amazon protegierten Händler genießen in Deutschland eine "Kleinunternehmerregelung" Ivon 100.000 Euro Umsatz. Ich bin mir sicher, das die Fakeshops eine Rache für die unfaire Behandlung der Deutschen Händler von Amazons sind. Mit einer Amerikanischen Adresse und einer LTD auf Malta oder Osterropa entgeht man der Personensperre über die Schufa. Die Amerikaner kennen die Schufa nicht und haben somit keine Personensperre. Mit so einem Konstrukt kommt man zu einem neuen Amazonkonto und wischt Amazon eins aus, macht den Marktplatz noch unsicherer und schädigt Amazons Ruf. Wenn die Politik und die Gesetzgeber bei Amazon nicht hinschauen und es zulassen, dass wir Deutschen ruiniert und ausgeschlossen werden von Amazon, hilft man sich selbst.

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Schreiber

Naja, ich würde niemandem den Vorwurf machen, wenn man Steuergestaltungsmöglichkeiten nutzt. Diese gibt es nun mal stärker, da die EU bzw. deren Mitgliedsländer verstärkt Möglichkeiten schaffen - vermutlich alles ungewollt ;)

Würde Amazon die Geschäfte so besteuert bekommen wie die normalen Händler, wäre man sicher nicht so gewachsen, da die Liquidität gefehlt hätte.

Ansonsten spielt doch die Situation gerade wieder dem Drang von Amazon in die Hände, verstärkt die Marketplace Händler in FBA zu drängen. Es werden immer mehr Amazon Paketboxen aufgebaut und es entstehen verstärkt Versandzentren. Also dürfte wohl Amazon auch versuchen, die Infrastruktur zu füllen.

Es gab auch nach dem TV Bericht vor ca. 2 Jahren viele, die nie wieder bei Amazon kaufen wollten - das hat sich schnell gelegt. Konsequent sind wenige Käufer bei uns, da es zu häufig nur um den Preis geht.

Wir hatten bereits vor einiger Zeit nach schlechten Erfahrungen mit FBA (erst massiv dafür werben seitens Amazon und dann schnell die Gebühren erhöhen) beschlossen, FBA zu beenden. Und vor 3 Jahren haben wir begonnen, das Angebot bei Amazon zu reduzieren, was diverse Gründe hatte. Ebenso haben wir dort die Preise erhöht und nach der Aktion mit den neuen Rücksenderegeln den Auslandsversand eingestellt. Per jetzt ist uns daraus kein geschäftlicher Nachteil entstanden und Amazon läuft eben so mit, was den Ärger ebenso reduziert.

Gespannt sind wir, ob unser Staat es wirklich will, dass alle Händler Mehrwertsteuer zahlen, wie es gerade in den Medien stand. Einen Willen erkennen wir nicht, da es bei Ebay und Amazon noch unzählige "Privatanbieter" mit langen Listen an Neuware gibt, die offenbar seit Jahren in Ruhe gelassen werden. Ob es logisch ist, nun nur Richtung China zu blicken, bezweifele ich, da man auch bei Händlern innerhalb DE was tun sollte.

Allie

Ich bin mir sicher, Amazon hat sich unter den Händlern zu viele Feinde gemacht. Ich war einer der ersten Kunden in Deutschland und mal der größte Fan von Amazon. Amazon hat zu viele Menschen grundlos ruiniert. Ich selbst wurde grundlos runinert und denke nur noch darüber nach, wie ich ständig so schlecht wie irgendmöglilch, jedem von den unfairen und rücksichtlosen Machenschaften von Amazon erzählen kann. Ziel ist die soziale Ächtung von Amazon. Dass es so viele Fakeangebote gibt, ist meiner Meinung nach die Rache der runinerten Händler. Ein Herr Kleber sollte sich nicht wundern, wenn niemand mehr was mit Amazon zu tun haben möchte! Der Arbeiter Samarita Bund, würde noch nicht einmal geschenkt etwas von Amazon annehmen - da steht Amazon schon auf dem Index der NOGO Firmen. Amazon ist die eigentliche Firma die Unsicherheit verbreitet und sich zu viele Feinde geschaffen hat. Im Sommer 2017 wird eine Sendung ausgestrahlt, wie Amazon seine Händler runinert. Bezos Lieblingsspruch ist: alle werden von der Klippe geschleudert. Amazon gehört zerschlagen, reguliert und dürfte selbst nicht mehr als Wettbewerber auf der eigenen Plattform auftreten! Allen würde es ohne diesen unfairen Laden, der rechts- und stuerfrei hier so undankbar agieren darf und subventioniert wird, besser gehen. #boycottamazon #boykottamazon

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Peter

@Allie: dem stimme ich voll zu. Zwar verdiene ich noch Geld mit Amazon, aber ich würde den Tag feiern an dem Amazon zerschlagen würde. Amazon hat sehr unfaire Geschäftspraktiken. Ich hoffe wirklich das es dieses Unternehmen irgendwann einmal nicht mehr geben wird. Auch wenn es utopisch ist.

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Allie

Einen florierenden Markt kann man nicht zerstören, aber Amazon kann man zerschlagen und regulieren. Ich feiere auch den Tag an dem Amazon zerschlagen wird. Es gibt kein unfaireres Unternehmen. Da der Markt auch ohne Amazon weiter florieren wird, wäre es für uns Deutschen besser. Wenn dann noch die unfaire Kleinunternehmerregelung für Ausländer von 100000 Euro hier abgeschafft wird, haben wir eine weitere Chance und noch einen Grund zum feiern. Ich freue mich schon auf die Doko im Sommer! Ich hoffe der Aufschrei wird groß!

Jochen G. Fuchs

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Jochen G. Fuchs

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Sebastian

Ich glaube, dass sich Amazon versucht auf Augenhöhe mit Händlern zu bewegen und möglichst schnell Maßnahmen ergreifen will, es aber durch die unglaubliche Masse einfach nicht schafft.
Auch Händler und Kunden sollten in die Verantwortung gezogen werden besser auf ihre Konten bzw. Zugangsdaten zu achten. Wenn ich das recht mitbekommen habe, gehen gerade bei Händlern oft "Fake-Mails" ein, über die dann das Phishing läuft. Da muss es eine entsprechende Sensibilität seitens der Händler geben.
So sehe ich das.

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Allie

In welchen Dialog tritt Amazon mit seinen Händlern? Für zwei Jahren, als ich noch Händler war, gab es ja noch nicht mal einen festen Ansprechpartner! Man musste sich bei jeden Anruf mit der Kreditkartennummer verifizieren und hatte immer einen neuen unbedarften Ansprechpartner in Leitung. Meistens waren es osteuropäische sehr junge Frauen. Wie teuer waren die ganzen Schulungen für Amazonhändler, die von Externen durchgeführt wurden?! Warum lässt Amazon jeden auf die Plattform, ohne Ausbildung? Es ist üblich in die Lehre zu gehen und Leistungsnachweise zu erbringen. Ich hab mir 10 Jahre mein Handwerk für teures Geld angeeignet. Und grade als ich es hauptberuflich tat und die Lager voll waren und der Umsatz hoch, meinte Amazon unter dem Vorwand der Verifikation das Konto löschen zu müssen und mich komplett zu enteignen! Ich war verifiziert und Umsatzsteuer habe ich auch bezahlt. Ganz bestimmt bin ich kein Geldwäscher. Das macht wahrscheinlich alles nur aus Amazon Sicht Sinn! Mich erfreuen diese Berichte über Fake Shops!

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