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Amazon Business: Auch im B2B-Bereich ganz vorne dabei

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Auf amazon.jobs, einer der interessantesten Indikatoren zur Beobachtung von Amazons aktuellen und zukünftigen Entwicklungen, finden sich gleich zwei Executive-Stellen für Amazon Business in Deutschland. Natürlich sind Stellenanzeigen in erster Linie dazu da, die Attraktivität des Arbeitgebers und der Position zu unterstreichen. In diesem konkreten Fall lassen sie jedoch, ob gewollt oder ungewollt, einen tiefen Einblick in die strategische Stoßrichtung von Amazon Business in der nächsten Zeit zu. Aus den Stellenbeschreibungen spricht der gewohnt selbstbewusste Ton:

In Nordamerika erfindet sich Amazon mit Blick aufs Geschäftskundenumfeld gerade neu und gestaltet mit „amazonbusiness“ den größten und innovativsten B2B-Marktplatz der Welt. Und jetzt rekrutieren wir die Besten ihres Fachs, um Europa in diesen Marktplatz zu integrieren.

Eine meiner häufigsten Beobachtungen in B2B-Digitalprojekten ist, dass viele schon früh an Ambitionsmangel scheitern. In Seattle und München hat man derartigen Tendenzen schon früh einen kulturellen Riegel vorgeschoben, der Fehler zulässt, mutige Entscheidungen hervorruft, gleichzeitig aber das große Ganze nicht aus den Augen verliert. Amazon möchte nicht nur am Markt teilnehmen, Amazon Business soll den digitalen B2B-Markt neu definieren. Eine Ambition, an der sich andere Projekte in diesem Bereich eine Scheibe abschneiden könnten.

Mit unseren B2B-Aktivitäten erschließen wir ein neues Marktsegment und eine neue Kundenbasis von gewaltigen Ausmaßen. Hierbei entwickeln wir speziell Lösungen, mit denen B2B-Kunden Produkte und Services aus einer riesigen Auswahl finden und kaufen können – über die verschiedensten elektronischen Geräte und über Marktplätze und Regionen hinweg.

Das ist Ihre Chance, das B2B-E-Commerce-Geschäft neu zu erfinden und Ihren Beitrag zum Wandel einer ganzen Branche zu leisten.

Amazon wird bei Amazon Business früh zwei Dinge richtig angehen. Eines davon erkennt man an der Beschreibung der Kundenstruktur in Nordamerika. Der B2B-Markt wird als Ganzes betrachtet, es wird nicht differenziert nach „Amazon Industry“, „Amazon Craftsmen“ oder „Amazon Carworkshop“. Somit bleibt die Markteintrittsgeschwindigkeit entsprechend hoch. Einige traditionelle Groß- und Fachhändler, die Generalisten sind, nehmen oft große Aufwände auf sich, um möglichst als Spezialist dazustehen. Amazon Business hingegen bekennt sich absolut als Generalist:

In Nordamerika gehören Selbstständige, Kleinunternehmen und Konzerne (und alles dazwischen) zu unseren Kunden, die entweder in hoher Taktfrequenz oder in großen Mengen einkaufen.

Ein weiterer Punkt, den Amazon offensichtlich frühzeitig erkannt hat, ist, dass B2B-Kunden eben NICHT immer mehr wie B2C-Kunden werden. Die Gemeinsamkeiten zwischen B2C- und B2B-Kunden sind insofern vorhanden, dass in der Regel beides Menschen sind und sie somit eine sehr geringe Toleranz für schlechte Services und bescheidene Usability haben. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Unter der Wasseroberfläche gehen die Bedürfnisse der beiden Cluster gewaltig auseinander. Zudem fand Forrester Research schon 2015 in einer Studie mit dem bezeichnenden Titel „Death of a B2B Salesman“ heraus, dass 93 Prozent der B2B-Einkäufer lieber über eine Website einkaufen, als über den persönlichen Kontakt. Bei Amazon ist dies auf jeden Fall schon auf dem Radar aufgetaucht:

Da unsere B2B-Kunden völlig andere Bedürfnisse als traditionelle Amazon-Kunden haben, müssen wir alles überdenken – von der Art, wie wir unsere Produkte darstellen, über unsere Preisgestaltung bis hin zur Schaffung der richtigen Einkaufserlebnisse.

Die gesuchten Profile deuten darauf hin, dass Amazon auch erkannt hat, dass man mit Digitalmarketing und Social Media wohl kaum die B2B-Kunden en masse bekommen wird, die man auch in Deutschland braucht, um kurzfristig auf eine Milliarde Euro Umsatz zu kommen. Amazon Business ist drauf und dran, eine smarte Key Account Struktur aufzubauen, wie man sie bei den Marketplaces von Seiten des Händlermanagements kennt. Auf diese Art arbeiten große B2B-Player wie Würth oder Staples schon lange.

  • Leiter (m/w) Firmenkundenbetreuung / Enterprise Account Management

In dieser Position soll als Mitglied des europäischen B2B-Managementteams zuerst daran gearbeitet werden, die Sales-Teams in Deutschland aufzubauen. Gesucht wird „ein Impulsgeber“, der „Geschäftskunden einen völlig neuen Weg aufzeigt, Arbeitsmaterialien und Betriebsmittel einzukaufen.“. Erfahrung im Aufbau von B2B-Vertriebsteams erwünscht.

  • Vertriebsleiter (m/w) Innendienst – Kleine und mittelständische Firmenkunden

Bei dieser Stelle, nicht ganz in der Beletage von Amazon angesiedelt, geht es um den Aufbau der Vertriebsinnendienstabteilung. Ist dieser bei klassischen Wettbewerbern aus der analogen Welt doch eher im Hintergrund, will Amazon aus dieser Position heraus vor allem KMUs auf die Plattform holen. Nicht aufwändig mit großer Außendienstmannschaft, sondern effizent und günstig aus dem Münchner Office heraus.

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Ein Kommentar
alex
alex

Haptsache amazon zahlt keine steuer und den kleinen und mitleren händlern geht es immer schlechter…es muß sich endlich was tuen…

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