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Amazon-Chef Bezos will sich eine Kinokette kaufen

Amazon-Gründer Jeff Bezos. (Foto: dpa)

Amazon soll einem Medienbericht zufolge die Übernahme der Indie-Kinokette Landmark Theatres planen, die unter anderem dem Milliardär Mark Cuban gehört. Was will Jeff Bezos mit den Kinos?

Ein paar echte Buchläden hat der als Online-Buchhändler gestartete E-Commerce-Riese schon, und eine Tageszeitung gehört ebenso zum Firmenimperium des Amazon-Gründers und Multimilliardärs Jeff Bezos wie ein Filmstudio und ein Musikdienst.

Jetzt könnten ein paar Dutzend Kinohäuser hinzukommen. Laut einem Bericht des seriösen US-Wirtschaftsnewsdienstes Bloomberg verhandelt Amazon gerade die Übernahme der Indie-Kinokette Landmark Theatres.

Amazon-Boss Jeff Bezos plant Kauf einer Kinokette

Für den möglichen Deal gibt es noch keine Bestätigung. Die Verhandlungen mit dem Landmark-Eigentümer Wagner/Cuban Cos. könnten dem Bericht zufolge noch scheitern. Klar ist, dass Mark Cuban und Todd Wagner, die spätestens mit dem Verkauf von Broadcast.com an Yahoo im Jahr 1999 zu Milliardären aufstiegen, seit dem Frühjahr nach Käufern für die Kinos suchen. Zu der 1974 gegründeten Kette, die sich auf Indie- und ausländische Filme spezialisiert hat, gehören über 50 Häuser, darunter in New York, Philadelphia, Chicago, Los Angeles und San Francisco.

Jeff Bezos angelt nach Landmark-Kinos. (Bild: Landmark Theatres/Facebook)

Den Preis für Landmark Theatres dürfte Jeff Bezos, der derzeit allein über ein Vermögen von rund 150 Milliarden US-Dollar verfügen soll, fast aus der Portokasse bezahlen können. Wagner und Cuban hatten Landmark im Jahr 2003 für knapp 80 Millionen Dollar gekauft. Zu den Gründen, warum sich die beiden Geschäftspartner, die auch das Filmstudio Magnolia Pictures, die Produktionsfirma 2929 Entertainment sowie die TV-Netzwerke AXS TV und HDNet Movies betreiben, sich von ihren Kinos trennen wollen, ist nichts bekannt.

Ebenso wenig wissen wir, warum Bezos seine Fühler ins Kinogeschäft ausstreckt. Aber seine bisherigen Schritte aus der reinen Onlinewelt – erinnert sei noch einmal an die Buchläden und die Supermärkte – legen nahe, dass Amazon sein Nutzererlebnis in die analoge Welt transportieren will. Dadurch könnten Marken- und Kundenbindung gestärkt werden. Ein Buch im Buchladen anzufassen oder einen Film in einem Kino zu sehen hat für die meisten noch einen höheren Wert als der Konsum der Medien an Tablet, Computer oder Fernseher.

Amazon: Kinos als sinnvolle Ergänzung zum Streamingdienst

Mit den Kinos dürfte Bezos den Amazon-eigenen Streamingdienst sinnvoll ergänzen wollen. Schon seit Jahren verfügt der E-Commerce-Riese mit Amazon Studios über eine eigene Produktionsfirma. Ähnlich wie Netflix steckt Amazon zudem viel Geld in eigene Film- und Serienproduktionen für seinen Prime-Video-Service – sicher vor allem, um die in vielerlei Hinsicht lukrativen Prime-Kunden zu binden.

Rundgang in Seattle: Das Amazon-Hauptquartier in Bildern
Amazon-Headquarter, Day One North. (Foto: Jochen G. Fuchs)

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Dass Amazon trotz eigenem Filmstudio überhaupt in der Lage sein könnte, eine Kinokette zu besitzen, liegt daran, dass die US-Regierung wohl bald ein 70 Jahre altes Gesetz, die sogenannte Paramount-Regel, abschaffen will. Die besagt bisher, dass Besitzer eines Filmstudios keine eigenen Kinos haben dürfen.

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