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Amazon: Darum bringt der Onlinehändler jetzt deutsche Produkte nach China

Amazon erweitert seinen China Global Store um deutsche Produkte. (Foto: dpa)

Mit dem China-Global-Store bringt Amazon deutsche Produkte ins Reich der Mitte. Dabei interessieren sich chinesische Kunden vor allem für einige bestimmte Warengruppen, die man nicht erwarten würde.

Deutsche Produkte sind in China sehr beliebt und hoch angesehen. Die Chinesen verbinden damit gute Qualität und Langlebigkeit. Jetzt macht sich Amazon diesen Vertrauensvorschuss zunutze und liefert in seinem China-Global-Store rund 400.000 Produkte aus Deutschland ins Reich der Mitte. Verglichen mit den mehreren hundert Millionen Artikeln, die im deutschen Shop verfügbar sind, ist das sehr wenig, aber Amazon fokussiert sich hier eben auf Waren, die auf dem chinesischen Markt besonders gefragt sein dürften (und wird das Sortiment sicherlich im Laufe der Zeit ausweiten).

Amazon kommt erst einmal mit kleinem Sortiment

Den China-Global-Store hat Amazon vor drei Jahren mit US-amerikanischen Produkten gestartet, nach und nach kamen Waren aus Großbritannien und Japan hinzu. Auch wenn Amazon in China nur ein vergleichsweise kleiner Player ist – rund drei Viertel des Marktes beherrschen die chinesischen Player Alibaba und JD.com mit ihren diversen E-Commerce-Portalen und Line-Extensions – verfügt das Unternehmen aus Seattle über einen hohen Vertrauensvorschuss bei chinesischen Kunden. „Den Kunden ist es sehr viel wert, zu wissen, dass das Produkt tatsächlich aus Deutschland kommt“, erklärt der Amazon-Deutschland-Chef gegenüber der FAZ.

Chinesen stehen in der Tat auf deutsche Produkte und die Produktpalette der Waren, die chinesische Kundinnen und Kunden kaufen, ist breit. Sie reicht von Pfannen und Töpfen, Besteck und Haushaltsgegenstände über Lederwaren und Textilwaren bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln, Kosmetikartikeln und Babynahrung. Auch Artikel, die irgendetwas mit Sicherheit zu tun haben, beispielsweise Vorhängeschlösser und Babysitze fürs Auto, genießen in China hohes Ansehen, wenn sie aus Deutschland stammen.

Amazon ist nicht das erste Unternehmen mit deutschen Produkten in China

Für westliche Hersteller und Händler ist das ein gutes Geschäft, zumal der Markt noch nicht so gesättigt ist wie in den Industrieländern. Das ist auch der Grund, warum nicht nur verschiedene Drogerieketten von dm bis Rossmann nach China liefern oder dort eigene Versandlager eingerichtet haben, sondern auch Aldi den Markt erprobt. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Händler, oft Chinesen, die in Deutschland leben, die für ihre Landsleute Waren nach China exportieren. Als digitales Schaufenster werden hierzu oftmals Gruppen im chinesischen Whatsapp-Pendant Wechat verwendet.

Amazon schließlich beliefert aktuell noch nicht ganz China, sondern nur rund 80 Regionen und Ballungsräume. Der Versand läuft über die europäischen Fulfillment-Center. Fünf bis neun Tage Lieferzeit – das ist ein durchaus ambitioniertes Ziel in einem riesigen Land wie China, das logistisch über eine andere Ausgangslage verfügt als die USA oder Deutschland. Konkurrent Taobao, ein Portal der Alibaba-Gruppe, liefert bereits über Nacht Waren aus, wenn auch nicht landesweit, sondern ebenfalls nur in bestimmten Ballungszentren des Landes.

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4 Kommentare
asdf
asdf

„sondern auch Aldi den Markt als ersten Markt außerhalb Europas erprobt.“

In den USA gibt es Aldi seit Ewigkeiten…

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Tobias Weidemann

In der Tat – es war dm, für die es der erste außereuropäische Markt ist (hatte ich übrigens auch vor einigen Monaten in dem verlinkten Artikel geschrieben). Aldi ist natürlich schon länger in den USA und auch in Australien, wie wir jede Woche beim Blick auf die Aldi-Startseite zu sehen bekommen ;-). Danke für den Hinweis, habe es korrigiert!

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JK
JK

„sondern auch Aldi den Markt als ersten Markt außerhalb Europas erprobt.“
Schlecht recherchiert. ALDI ist neben China auch in USA und Australien vertreten.

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Paul
Paul

Chinesen ist es extrem wichtig, dass die Produkte nicht nur aus Deutschland kommen, sondern auch für den deutschen Markt produziert werden! Insbesondere bei Medikamenten, Cremes, Nahrungsergänzungsmittel, etc.. Daran sind schon viele deutsche Hersteller gescheitert, die speziell für den chinesischen Markt Produkte angeboten haben.

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