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Amazon soll Daten von Händlern für Eigenmarken genutzt haben

Amazon soll Daten von Bestsellern genutzt haben, um Eigenmarken zu entwickeln. Eine interne Untersuchung wurde eingeleitet. (Foto: BigTunaOnline / Shutterstock)

Amazon steht unter dem Verdacht, Händlerdaten zum eigenen Vorteil genutzt zu haben. Der Konzern hat eine interne Untersuchung eingeleitet.

Eine Untersuchung des Wall Street Journal (Paywall) will Belege dafür zutage gebracht haben, dass Führungskräfte von Amazon den Zugang zu Händlerdaten genutzt haben, um Produkte unter eigener Marke zu entwickeln. Amazon hat laut Auskunft eines US-Unternehmenssprechers gegenüber CNBC eine interne Untersuchung eingeleitet, um die Vorwürfe zu überprüfen.

Amazon soll Bestseller-Daten zur Entwicklung von Eigenmarken genutzt haben

Führungskräfte des Unternehmens sollen laut Berichterstattung Zugriff auf Händlerdaten genommen haben, um Bestseller zu identifizieren, mit denen Amazon in Konkurrenz treten könnte. Die Mitarbeiter hätten Workarounds entwickelt, die Amazons interne Beschränkungen umgangen hätten, um sich Zugriff auf Statistiken einzelner Händler zu verschaffen. Eine Praxis, die laut WSJ als „Going over the Fence“ – über den Zaun klettern – bezeichnet werden soll.

Amazon bezweifelt Bericht, leitet aber interne Untersuchung ein

Im April vergangenen Jahres hatte der Onlineversender noch getwittert: „Wir nutzen die Daten individueller Händler nicht dazu, um Eigenmarken-Produkte zu starten (die nur für etwa 1 Prozent des Umsatzes stehen).“ Ein Unternehmenssprecher äußert sich gegenüber CNBC zweifelnd: „Wir verbieten unseren Mitarbeitern strengstens, nicht-öffentliche, verkäufer-spezifische Daten zu verwenden, um zu bestimmen, welche Eigenmarkenprodukte auf den Markt gebracht werden sollen.“ Trotzdem nehme man die Anschuldigungen ernst und habe eine interne Untersuchung eingeleitet.

Ohne die Daten des WSJ zu analysieren, habe Amazon keine Möglichkeit, deren Echtheit zu überprüfen, so der Sprecher. Er bestätigte aber gegenüber CNBC, eine Überprüfung habe ergeben, dass Daten der betreffenden Produkte aggregiert wurden und verschiedene Angebote von Händlern enthalten hätten.

Amazon verweist darauf, dass die Produktion von Eigenmarken eine gängige Praxis im Einzelhandel sei. Viele Einzelhändler würden zudem das Absatzvolumen der Produkte im eigenen Laden kennen. Amazon, so heißt es, würde für seine Eigenmarken-Strategie das Einkaufsverhalten von Kunden sowie Mode- und Einkaufstrends über die gesamte Branche hinweg beobachten. Ebenso würden Vorschläge von Herstellern für neue Produktlinien oder Lücken im Produktsortiment im Vergleich zu Mitbewerbern zurate gezogen.

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3 Kommentare
cableguy
cableguy

Ist wirklich jemand so naiv und glaubt, dass sie es nicht nutzen? Und die FBA-Händler sind wahrscheinlich trotzdem weiterhin so d..mm und denken, sie hätten ein „Geschäftsmodell“…

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Salih Eygi

man weis es nicht mehr wem vertrauen soll.

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Fabian Rossbach

Da jeder versucht an solche Daten zu kommen und diese auch zu nutzen ist das nicht wirklich schwer vorstellbar. Wer würde solche Daten, denn als Händler nicht nutzen?

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