News

Sensation: Amazon verrät deutschen Marktplatzumsatz – aus Versehen

Ein Amazon-Logo von vielen. (Foto: Sundry Photography/Shutterstock)

Das Geheimnis ist gelüftet: Amazon hat versehentlich in einer E-Mail verraten, wie hoch der deutsche Marktplatzumsatz ist. Die Zahl ist mehr als beeindruckend.

Und dann plötzlich ist das Geheimnis gelüftet. Mit einer E-Mail des Amazon-Marketings an deutsche Händler, die dazu aufruft, auch auf dem Marketplace in den USA zu verkaufen, hat der E-Commerce-Riese ganz nebenbei die Umsatzzahlen für den deutschen Markt verraten. Wie das? Ein vielleicht nicht ganz durchdachter Satz ließ die Information durchsickern: Auf dem Marktplatz von Amazon.com werde sieben Mal so viel Umsatz generiert wie auf Amazon.de – mit nur halb so vielen Händlern, stand da geschrieben. Findige Zahlenliebhaber hat das zu Berechnungen angestiftet. Die fehlende Variable dieser Gleichung war nun nämlich bekannt.

Deutscher Markplatzumsatz: 10,2 Milliarden Euro

E-Mail an Händler verrät deutschen Markplatzumsatz. (Screenshot: Wortfilter.de)

Der Marktplatzexperte Mark Steier ist einer von ihnen. Er hat eine einfache Rechnung aufgestellt: Das weltweite E-Commerce-Handelsvolumen von Amazon betrug im vergangenen Jahr 277 Milliarden US-Dollar. Davon steuerten Dritthändler 160 Milliarden Dollar bei. Das sind Zahlen, die Amazon-Chef Jeff Bezos in seinem Brief an die Aktionäre selbst veröffentlicht hat. Die Hälfte davon, auch das verrät die E-Mail an die Händler, kommt aus den USA. Wer jetzt den Umsatz von 80 Milliarden Dollar nur noch durch sieben teilt und in Euro umrechnet, landet bei 10,2 Milliarden Euro. (Update: Inzwischen hat Amazon dementiert.)

Amazon hat es bisher vermieden, diese Zahl öffentlich zu nennen. Man will der Konkurrenz schlichtweg nicht verraten, wie wichtig das Marktplatzgeschäft für den E-Commerce-Riesen hierzulande ist. Mitbewerber wie Ebay tun es Amazon übrigens gleich. Auch das Unternehmen verrät nicht, wie hoch der Umsatz der unabhängigen Händler in Deutschland ist. Einen abschließenden Vergleich, um zu demonstrieren, wie gigantisch die Zahl von 10,2 Milliarden Euro ist, stellt das Handelsblatt dann noch an: „Über die Plattform von Zalando, dem größten deutschen Onlinehändler, wurde im vergangenen Jahr ein Bruttohandelsvolumen von 6,6 Milliarden Euro erzielt“, heißt es da. Das sei jedoch der Umsatz von Zalando und den Dritthändlern zusammen.

Rundgang in Seattle: Das Amazon-Hauptquartier in Bildern
Amazon-Headquarter, Day One North. (Foto: Jochen G. Fuchs)

1 von 78

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Jeff Bezos ließ im Schreiben an die Aktionäre eine Bombe platzen – 160 Milliarden Dollar Umsatz haben Händler im vergangenen Jahr erwirtschaftet. Lies auch: Amazon-Händlerumsatz erreicht 160 Milliarden Dollar

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

15 Kommentare
Tobi
Tobi

Jetzt lacht mich mal nicht aus, aber müsste man die 80 Millionen nicht durch 8 teilen? Sonst ergibt doch USA (7x DE) plus DE (1x DE) mehr als 100%.

Antworten
FH
FH

Nein, denn die 100% Dritthändlerumsatz sind 160 Mrd.
Davon wurden 80 Mrd. in den USA umgesetzt (=50 %).
Der Anteil aus Deutschland am Gesamtumsatz (Dritthändler) ist etwas über 7%.

Einfacher und deutlicher wirds mit Äpfeln und kleinen Zahlen:
Ich hab einen Apfel, du hast „7-mal so viele Äpfel“, also sieben Äpfel.

Wenn ich nur weiß, dass du sieben Äpfel hast und dazu noch weiß, dass du „7-mal so viele Äpfel“ hast, dann muss ich durch sieben teilen und komme auf die Anzahl meiner Äpfel (einen).

Antworten
Kram Krim
Kram Krim

kurze Frage … wo in dem Brief steht die Zahl Sieben oder etwas über den deutschen Markt?

Mir erschliet sich das grade nicht …

Irgendwie sieht mir das ganze arg nach Clickbait aus – zumindest die Quelle!

Antworten
Andreas Weck

Im Footer der E-Mail unter „Gründe für eine Expansion“.

Antworten
Tony
Tony

Also 7-mal so viel wäre für mich 10,2 Milliarden x 7.
7-mal Mehr Umsatz wäre dann 10,2 Milliarden x 8.
:)

Antworten
nadann
nadann

Eigentlich schon komisch, dass man trotzdem Marktplatzhändler so schlecht behandelt und die es sich auch noch gefallen lassen.

Man kann sich ja, da die Provsionssätze mund monatlichen Gebühren bekannt sind, an 5 Fingern abzählen, dass diese Verkäufe recht lukrativ für Amazon sind. Die Leistungen für die Händler werden als Dank seit Jahren reduziert.

Vielleicht denken mal manche Händler um und investieren Zeit und Geld in die eigenen Shops.

Bei uns lief das recht gut: Angebot um fast die Hälfte reduziert, Preise bei Amazon erhöht und deutlich mehr für den eigenen Shop aktiv geworden. Umsatz +24% aktuell und Ärger gefühlte – 50%.

Antworten
Patrick

Herzlichen Glückwunsch. Amazon für Marketingzwecke zu nutzen ist, denke ich, von jedem das Ziel.

Vielleicht können Sie mir einige Fragen bezüglich Amazon beantworten.

Amazon Verkauf ist Kostensfrei zumindest als Individueller Verkäufer und als FBM.
Ich denke auch, dass 90 % der Händler bei Amazon, Dropshipper sind.
Desweiteren gehe ich davon aus, dass Ihr unternehmen eigene Produkte herstellt.

Sind die +24 % Umsatz gegen alle hürden für einen eigenen Onlineshop gegen gerechnet?

– Aufbau und Maintenace der Webseite
– Server sicherheit – Datenbankstruktur und Security
– Lagerkosten + Lagersysteme (ERP)
– Versand + etwaige rücksendungen

Das sind nur die Hürden, die mir gerade einfallen, implementierung KANBAN (Versand) und ERP Systeme + Mobilephone App ausgeschloßen.

Was mich auch stark interessiert ist, wie können Sie den Premium Versand (24) einhalten ohne dass der Kunde oder Ihre Firma zusatzkosten zahlen muss?

Ich freue mich von Ihnen zu hören.

Antworten
Weber
Weber

steuerfuchs
bitte die entgangene Steuer für D ermitteln und kommunizieren. Wenn man diese in die Gesamtbetrachtung mit einbezieht kauft man bei amazon nicht mehr billig.

Antworten
Jason
Jason

SENSATION! … aus Versehen … Hört mal auf mit diesem Clickbait-Mist. Was ist bloß aus euch geworden?

Antworten
maria
maria

tja, dann kann der deutsche Fiskus nun endlich angemessene Steuern errechnen :)
Kindergärten, Straßenbeläge, Seniorenhilfe, Spielplätze, Schwimmbäder, medizinische Grundversorgung, … werden sich freuen,
dass endlich mal Geld da ist.

Antworten
Christoph
Christoph

Jetzt stellt euch mal vor, dass das ganze Geld im eigenen Land bliebe, wenn niemand Amazon nutzen würde. Wäre das nicht klasse???!!!
Ich hab meine „Bestellsucht“ und die Inanspruchnahme von US amerikanischen Dienstleistern sowie den Konsum von US Produkten endlich deutlich zurückgefahren.

Antworten
Heinrich Ernst
Heinrich Ernst

Sehe es genauso. Nur gegen den Strom schwimmen, kann man hier empfehlen. Die Großkonzerne fluten die Märkte mit Made in China, scheffeln Milliarden und zahlen keine Steuern. Ich als Handwerksmeister versteuere Gewinn und Einkommen, zahle Gewerbesteuer und schließlich beim Konsum noch Mehrwertsteuer während die Riesen praktisch für null durchkommen. Wer Geiz ist geil bevorzugt, kann ja später auch bei Amazon oder Aldi nach einer Lehrstelle für seine Kinder anfragen. Mehr als Päckchen sortieren wird’s wohl nicht geben…

Antworten
Kevin
Kevin

Zum Glück ist der Verfasser des Artikels nicht für die Umsätze zuständig. 80 Milliarden geteilt durch 7 gibt 10,2??? Ohje… Wohl eher sowas wie 11,3…

Antworten
Andre
Andre

Bei den 80 Millarden handelt es sich um USD, während die 10,2 Millarden umgerechnet in Euro sind. Wird aber im Artikel auch so gesagt.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung