Amazons neue Echo-Lautsprecher im Check: Die Hardware ist hier nicht das Problem
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Alle Jahre wieder stellt Amazon viel Hardware vor, um sie dann zu Events wie dem Prime Day oder dem Black Friday mit dicken Streichpreisen zu verkaufen. Auch die Neuzugänge, die der Versandhändler erst Ende September 2025 vorgestellt hatte, sind auf der Webseite bereits mit Streichpreisen und Prozenten versehen.
Dazu gehörten das smarte Display Echo Show 11 und die Lautsprecher Echo Dot Max und Echo Studio. Die haben alle einen ganz eigenen, teilweise neuen Formfaktor und machen viele Dinge besser als ältere Ausgaben. Sie haben aber auch eine gemeinsame Schwäche – zumindest noch. Sie heißt: Alexa. Zuerst aber das Positive.
Amazon Echo Show 11 – Smart TV im Miniformat
Besonders gut gefällt mir als Besitzer eines älteren Echo Show 5 Amazons neuer Echo Show 11. Der Name nimmt es hier bereits vorweg: Der Bildschirm des Geräts misst elf Zoll und zeigt Inhalte in Full-HD-Auflösung an. Das konnten bisher nur die deutlich größeren Echo-Show-15-Modelle. Das Bild geht grundsätzlich in Ordnung.
Nutzen könnt ihr den Echo Show 11 wahlweise zum Abspielen von Filmen und Serien via Amazon Prime Video oder Netflix oder als digitalen Bilderrahmen. Amazon selbst bietet als Hintergrund etwa eine Sammlung von Naturfotos oder Kunstwerke an. Um eigene Bilder anzeigen zu lassen, müsst ihr sie zunächst über die Amazon-Fotos-App in die Cloud des Versandhändlers laden.
Montiert ist der Bildschirm auf einer Basis, die gleichzeitig als Lautsprecher dient. Verbaut sind zwei Breitband- und zwei Bass-Speaker. Besonders letztere merkt man deutlich, wenn man Musik hört oder Serien anschaut. Das lässt sich bei Bedarf aber einpegeln. Insgesamt sorgt das neue Lautsprecher-Setup für einen vergleichsweise guten Ton. Mit teuren Boxen oder gar einem richtigen Hifi-Setup kann der Echo Show aber nicht mithalten. Da darf man sich keine Illusionen machen.
Gut gefällt die responsive Steuerung über den Touchscreen. Eingaben setzt das Gerät schnell um. Das war nicht bei jedem Echo-Show-Gerät so. Die Navigation geht leicht von der Hand, die Menüs sind simpel gestaltet und selbsterklärend. Neu hinzu kommt eine verbesserte Gestensteuerung. Wer vom oberen Bildschirm nach unten wischt, kommt einfacher wieder zum Startscreen. Das erinnert ans Smartphone, nur eben umgekehrt. Vermutlich, damit man das Gerät beim wilden Wischen nicht ins Wanken bringt.

Von der Seite sieht der Echo Show 11 aus wie ein Tablet, das auf einen Echo Dot geschraubt wurde. (Foto: t3n)
Punkten kann der Echo Show auch im Smarthome. Ein überarbeitetes Dashboard zeigt Geräte entweder nach Kategorie oder nach Räumen verteilt an. So ist die Temperatur im Wohnzimmer schnell geregelt und das Licht im Kinderzimmer ausgeschaltet, ohne erst die Spracherkennung nutzen zu müssen.
Ein Kritikpunkt bleibt wie bei jedem Bildschirm-Echo die beworbene Möglichkeit, Widgets auf dem Screen unterzubringen. Davon gibt es schließlich nur wenige, die meisten davon stammen auch noch von Amazon selbst. Einen weiteren Kritikpunkt hat Amazon selbst hinzugefügt. Für Videotelefonie ist eine Kamera verbaut. Die lässt sich bei anderen Bildschirmgeräten mit einer mechanischen Blende abdecken. Beim Echo Show 11 lässt sie sich nur softwareseitig deaktivieren. Man kann im Zweifel also nur hoffen, dass niemand Fremdes von außen auf das Gerät zugreifen kann.
Das ist auch mein größter Painpoint an dem Gerät. Darüber hinaus sind Display, Ton und Bildschirm gemessen am Preis gut. Regulär kostet der Echo Show 11 239,99 Euro. Derzeit bietet Amazon das Gerät für 214,99 Euro an.
Echo Dot Max und Echo Studio – der Kleine und der Große
Weitaus weniger lässt sich über Amazons neue Lautsprecher Echo Dot Max und Echo Studio sagen. Sie haben schließlich keinen Bildschirm und sind damit in ihren Anwendungsfällen limitiert. Dennoch hat sich der Hersteller ein paar Kniffe einfallen lassen und etwa das Design überarbeitet. Waren die Lautsprecher der vorherigen Generation noch alle fast kugelrund, sehen die beiden neuen dem Todesstern aus der Star-Wars-Reihe überraschend ähnlich.
In der Blende, die die Rundung unterbricht, sitzen jeweils die Bedienelemente aus Kunststoff mit genau drei Funktionen: leiser, lauter und Mikrofon stummschalten. Wirklich hochwertig fühlen sie sich nicht an. Umgeben sind die jeweils von dem obligatorschen LED-Ring, der anzeigt, ob die Mikros gerade zuhören. Der sitzt beim normalen Echo Dot am unteren Ende und ist entsprechend nicht immer leicht zu sehen.
Um die Wiedergabe zu pausieren und wieder zu starten, verbaut Amazon einen Sensor. Ein Tippen auf die Oberfläche genügt. Was beide noch eint: Sie sind mit einem Temperatursensor ausgestattet, der die Temperatur im Raum messen kann.

Nebem dem Echo Studio sieht der Echo Dot Max eher mini aus. Was beide gemeinsam haben: Das Gehäuse ist mit Stoff überzogen. (Foto: t3n)
Darüber hinaus sind die Unterschiede offensichtlich. Der eine Lautsprecher heißt nicht umsonst Echo Dot Max, denn viel größer als ein Echo Dot ist er nicht. Der Echo Studio hat dagegen die ungefähren Ausmaße und das Gewicht einer Kegelkugel. Natürlich ist im größeren Gehäuse auch mehr Technik untergebracht.
Ein Tieftöner, drei Hochtöner und ein Subwoofer verleihen dem Speaker einen satten, ausgewogenen Sound, der den des Echo Dot Max im direkten Vergleich locker übertrifft. Der kleinere Lautsprecher klingt aber allein schon durch seinen kräftigen Bass besser als jedes typische Küchenradio.
Auch preislich liegen die Geräte weit voneinander entfernt. Der Echo Dot Max kostet regulär 109,99 Euro, ist aber derzeit auf 99,99 Euro reduziert. Beim Echo Studio fällt der Preis momentan von 239,99 Euro auf 214,99 Euro. Wer das Kleingeld und die Ausstattung hat, kann Echo Dot Max und Echo Studio übrigens in Verbindung mit einem Fire-TV-Gerät zusammenschalten. Sie fungieren dann als Surround-Setup. Im Falle des Echo Studio mit Unterstützung für Dolby Atmos.
Die Schwäche bleibt Alexa
Während Amazon die Hardware seiner bestehenden Lautsprecher und Displays verbessert, bleibt die eine große Schwäche erhalten: Alexa. Zwar kann es durchaus bequem sein, die Musikwiedergabe und Smarthome-Geräte per Spracheingabe zu steuern. Man muss allerdings auch die Alexa-Sprache sprechen, damit das reibungslos funktioniert.
Stimmt eine Nuance im Sprachkommando nicht, kann es schon passieren, dass die Assistenz damit nichts mehr anzufangen weiß, oder aber etwas ganz anderes macht, als man eigentlich vorhatte. Wenn eine Routine zum Beispiel ähnlich heißt, wie eine Playlist, kann es schon einmal vorkommen, dass ein Echo plötzlich Popmusik spielt, anstatt die Lampen zu dimmen.
Eines meiner Lieblingsbeispiele derzeit ist aber die Wettervorhersage. Alexa kann einen ungefähren Ausblick darüber geben, ob es am nächsten Tag regnen könnte. Aber wehe, ihr wollt wissen, wann es aufhört zu schütten. Die Antwort von Alexa ist immer dieselbe: “Es regnet gerade.”
Natürlich hat Amazon dafür schon eine Lösung parat. Der Dienst Alexa Plus bietet Zugriff auf eine KI-gestützte Version der Sprachassistenz. Diese dürfte dann ähnlich wie Gemini oder Sprachmodus von ChatGPT dazu in der Lage sein, Eingaben selbst dann zu verstehen, wenn sie nicht dem üblichen Muster folgen. Zwar sind die drei Echos dank des verbauten AZ3-Chips fit für die KI-Version. Bis das Feature hierzulande verfügbar ist, kann es aber noch dauern.
In den USA haben Kund:innen erst nach und nach Zugriff darauf bekommen. Erst vor Kurzem hat Amazon Alexa Plus nach Kanada gebracht. In Deutschland ist gerade erst ein Beta-Test mit einigen wenigen Nutzer:innen gestartet. Wer keine Mail von Amazon im Postfach gefunden hat, darf vorerst nicht mitmachen. Weitere Informationen zu einem Deutschlandstart gibt es nicht. Immerhin scheint es aber voranzugehen.
Die Echos und das Prime-Abo
Bevor ihr jetzt mit Ausblick auf eine smartere Alexa bei den günstigen Preisen zuschlagt, solltet ihr euch noch eins ins Bewusstsein rufen. Hinter den preiswerten Geräten steckt natürlich Kalkül. Wer einmal ein Prime-Abo abgeschlossen hat, der soll nach Möglichkeit auch im Produktuniversum bleiben und die Amazon-eigenen Dienste wie Amazon Music oder Amazon Prime Video konsumieren. Mit den smarten Displays und Lautsprechern des Versandhändlers ist das kein Problem.
Sie funktionieren zwar auch mit anderen Streaming-Diensten, sind aber natürlich rund um die Produkterfahrung gebaut, die das Prime-Angebot bietet. Kann man damit leben, bekommt man mit der neuen Generation durchaus gute Hardware.