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Analyse

Amazon erzeugt 2017 rund 53 Prozent der deutschen E-Commerce-Umsätze

Amazon erwirtschaftet mittlerweile signifikante Umsätze im stationären Handel, seine wahre Größe zeigt der US-Konzern immer noch online.
(Foto: picture alliance/ZUMA Press)

Das vage Bauchgefühl der E-Commerce-Branche, dass Amazon den Markt dominiert, lässt sich jetzt in Zahlen fassen. Nach einer t3n-Hochrechnung könnte sich der Marktanteil auf über 50 Prozent belaufen.

Amazon hat seine detaillierte Bilanz veröffentlicht – zusammen mit den Erfahrungen und den Zahlen des letzten Jahres lässt sich deutlich abbilden, welche Marktrelevanz Amazon besitzt. Amazons eigener Handelsumsatz beläuft sich bei vorsichtiger Schätzung schon auf mindestens 26 Prozent des Marktes, unter Berücksichtigung der Marktplatzumsätze könnte der US-Konzern schon auf geschätzte 53 Prozent Marktanteil am B2B-E-Commerce kommen.

Amazons Gesamtumsatz: Retail und Marketplace (GMV)

Amazon macht keine Angaben zum gesamten Handelsvolumen auf seinem Marktplatz. Um eine annehmbare Hochrechnung zu erlangen, bietet sich der Bilanzposten „Seller Services“ an. Dieser beträgt 31,88 Milliarden US-Dollar. Dort werden die Händlerprovisionen und die Einnahmen aus dem Fulfillment-Dienst FBA zusammengefasst. Letzterer muss aus der Berechnungsgrundlage herausgerechnet werden, im letzten Jahr hat Amazon Versandkosteneinnahmen von neun Milliarden Euro angegeben. Ausgehend vom Umsatzwachstum von 31 Prozent ergäbe das hochgerechnet Versandkosteneinnahmen von rund 11,8 Milliarden US-Dollar. Amazon gibt an, dass 50 Prozent seiner Sendungen von Händlern verschickt werden, damit hätten Händler auch 50 Prozent der Versandeinnahmen verursacht. Also 5,9 Milliarden US-Dollar, die von 31,88 Milliarden Seller Service abgezogen werden müssen. Damit verbleiben rund 26 Milliarden Händlerprovisionen. 

Amazons Gebührensystem für Händler ist von Kategorie zu Kategorie unterschiedlich, beginnend bei 9 Prozent über 15 Prozent und höher. Für diese Hochrechnung wird von einer durchschnittlichen Provision von 15 Prozent ausgegangen, da diese Provisionshöhe auf die meisten Kategorien zutrifft.

Das ergibt nach konservativer Schätzung rund 173 Milliarden US-Dollar, Amazon selbst gibt einen Handelsumsatz von rund 160 Milliarden US-Dollar an, damit läge der geschätzte Handelsumsatz des Amazon Marktplatzes insgesamt bei 333,4 Milliarden US-Dollar.

The Spheres, das Amazon-Hauptquartier bei Tag

Amazons Biosphäre „The Spheres“ in Seattle. Ein Teil des Headquarters in der Innenstadt. (Foto: Jochen G. Fuchs)

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The Spheres, das Amazon-Hauptquartier bei Nacht

(Foto: Jochen G. Fuchs)

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Amazon.de: Rund 15 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2017

Amazon weist für Deutschland einen Umsatz von 16,95 Milliarden US-Dollar. Das entspricht umgerechnet rund 15 Milliarden Euro. Bei diesem Umsatz handelt es sich um den eigenen Umsatz von Amazon mit Handelswaren (Retail). Dieser Umsatz wird ergänzt durch Umsätze, die Händler auf dem Marktplatz von Amazon erzielen (Marketplace).

Die beiden großen Handelsverbände in Deutschland geben unterschiedliche Prognosen für den Jahresumsatz des letzten Jahres im B2C-E-Commerce. Der Handelsverband Deutschland (HDE) schätzt das Marktvolumen auf 48,7 Milliarden Euro, der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel liefert eine Schätzung von 58,5 Milliarden Euro – endgültige Zahlen aus den jährlich wiederkehrenden Studien der Verbände liegen noch nicht vor.

Damit macht Amazons eigener Handelsumsatz einen Anteil zwischen rund 26 und 31 Prozent aus. Um die Gesamtwirkung zu beurteilen, müsste noch der Umsatzanteil der Dritthändler auf dem Amazon Marketplace berücksichtigt werden. Nach der oben durchgeführten Hochrechnung liegt der Drittanbieteranteil bei 108 Prozent (173 Milliarden) des Eigenumsatzes von Amazon. Bei Anlage des gleichen Maßstabes in Deutschland würde sich damit ein Gesamtanteil am deutschen Markt von 31,2 Milliarden Euro ergeben.

Das entspräche einem Marktanteil von 53 bis zu 64 Prozent in Deutschland. 

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