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EU-Verfahren: Amazon soll Marketplace-Händler benachteiligt haben

EU-Kommission in Brüssel. (Foto: dpa)

Amazon droht in der EU ein offizielles Verfahren wegen möglichen wettbewerbswidrigen Verhaltens, der Startschuss soll noch im Juli erfolgen. Es geht wohl um den Marketplace.

Schon länger hat EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager Amazon wegen seiner Geschäftspraktiken auf dem eigenen Marketplace im Visier. Im September erfuhren europäische Händler aus einem Schreiben der EU-Kommission, dass diese eine Untersuchung wegen „mutmaßlich wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen von Amazon“ durchführe. Jetzt scheint Vestager mit den Voruntersuchungen fertig zu sein und schon in den kommenden Tagen ein offizielles Verfahren gegen den E-Commerce-Riesen anzustreben, wie Bloomberg unter Berufung auf zwei nicht näher genannte Insider berichtet.

Amazon soll Marketplace-Händler benachteiligt haben

Demnach wird es darum gehen, ob Amazon die ihm vorliegenden Daten über die Verkäufe der Händler auf seiner Marketplace-Plattform verwendet hat, um kleineren Händler etwa im Preis zu unterbieten. Ein formelles Verfahren ermöglicht es der EU-Kommission letztlich, Strafen gegen Amazon zu verhängen oder die beanstandeten Geschäftspraktiken zu verbieten. Ende des vergangenen Jahres hatte schon das Bundeskartellamt ein Missbrauchsverfahren gegen Amazon angestrengt. Hierbei stehen mögliche missbräuchliche Geschäftspraktiken auf dem deutschen Marktplatz amazon.de im Fokus.

Beobachter gehen davon aus, dass Vestager kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit im Oktober noch einmal den Druck auf die US-Tech-Riesen erhöhen will. Sollte das EU-Verfahren, wie jetzt prognostiziert, starten, wäre zum ersten Mal Amazons Online-Geschäft direkt im Visier. Allerdings stand der E-Commerce-Riese zuvor schon wegen seiner Steuerpraktiken und dem E-Book-Sektor unter Beschuss von Brüssel. Auch in den USA ist Amazon Objekt von Untersuchungen durch die Behörden.

Aktuell droht dem US-Chiphersteller Qualcomm ein neues Bußgeld. Die EU-Kartellwächter werfen Qualcomm vor, bestimmte 3G-Chips unter Preis verkauft zu haben – zum Nachteil des Wettbewerbers Icera, wie ZD-Net schreibt. Hier könnte die Entscheidung schon in der kommenden Woche fallen. In den vergangenen Jahren hatten die Wettbewerbshüter unter Vestager nicht zuletzt Google im Visier. Bisher musste Google satte 8,2 Milliarden Euro an Strafen berappen – und weitere Verfahren drohen.

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