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Klage gegen Amazon und Facebook: Techkonzerne sollen ältere Bewerber diskriminiert haben

(Foto: Shutterstock)

Amazon, Facebook und T-Mobile haben Stellenausschreibungen nur in bestimmten Altersgruppen beworben. Drei Arbeitnehmer und eine Gewerkschaft klagen nun gegen diese Praxis.

Mit Hilfe von Targeting können Unternehmen in den sozialen Netzwerken genau die Zielgruppe finden, die sie erreichen wollen: Der Tierfutterhersteller kann sich gezielt an den Katzenliebhaber wenden, der Rucksackproduzent an den Schüler, die Nachhaltigkeitsinitiative an ökologisch interessierte Personen. Aber der Fokus auf spezielle Merkmale kann auch zu Problemen führen – etwa zu Diskriminierung.

Genau das wird jetzt Amazon, Facebook und T-Mobile in den USA vorgeworfen. Die Unternehmen sollen ihre Facebook-Werbung bei der Personalsuche auf jüngere Personen begrenzt und dadurch ältere Zielgruppen ausgeschlossen haben. Drei Arbeitnehmer und eine große Gewerkschaft klagen nun gegen diese Praxis. Das berichtet die Washington Post. In ihrer Klage beziehen sich die Parteien unter anderem auf eine Anzeige für einen Job bei T-Mobile, die sich an Personen im Alter von 18 bis 38 Jahren richtet. Facebook spielte Stellenausschreibungen auf der eigenen Plattform nur an 21- bis 55-Jährige aus.

Verstoßen die Techkonzerne gegen geltendes Recht?

Damit verstoßen die Unternehmen nach Ansicht der Kläger gegen US-amerikanisches Recht. In den Vereinigten Staaten ist es verboten, Menschen aufgrund ihres Alters in Bewerbungsprozessen zu benachteiligen. Dazu zählt auch, eine Jobanzeige zu veröffentlichen, die auf eine altersbedingte Präferenz hinweist. Auch in Deutschland könnten Unternehmen mit einer solch spitzen Auswahl Probleme bekommen. Seit vergangenem Jahr schützt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz vor Diskriminierung aufgrund des Alters.

 „Entscheidend ist, dass das Marketing breit angelegt und integrativ ist.“

Facebook wies die Vorwürfe in einem Blogpost zurück. Es könne nicht an sich diskriminierend sein, dass sich Unternehmen in Stellenanzeigen auf verschiedene Altersgruppen konzentrieren, schreibt Rob Goldman, Vizepräsident für Ads bei Facebook. Genauso gebe es auch Stellenanzeigen in Zeitschriften und Fernsehsendungen, die sich an jüngere oder ältere Menschen richten. „Entscheidend ist, dass das Marketing breit angelegt und integrativ ist und sich nicht nur auf eine bestimmte Altersgruppe konzentriert“, so Goldman. Mit dem Beitrag antwortete er auf vorherige Berichte der New York Times und Pro Publica, die ähnliche Vorwürfe publizierten.

Amazon zeigt sich einsichtig

Amazon zeigte sich einsichtiger. Zwar äußere man sich nicht zu laufenden Verfahren, sagte eine Pressesprecherin gegenüber der Washington Post. Doch vor kurzem habe der Konzern festgestellt, dass einige Stellenanzeigen nicht mit dem Ansatz, Personen über 18 Jahren zu suchen, vereinbar war. Diese Anzeigen habe man korrigiert. T-Mobile äußerte sich auf Nachfrage der Washington Post nicht.

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