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E-Commerce

Amazon, Facebook, Google, Microsoft und weitere Tech-Unternehmen kämpfen für Netzneutralität

US-Unternehmen kämpfen für Netzneutralität. (Bild: © forkART Photography - Fotolia.com)

Gegen die Pläne der US-Regulierungsbehörde FCC zur Einführung eines Zwei-Klassen-Netzes protestieren mit Amazon, Facebook und Google jetzt viele weitere namhafte IT-Unternehmen. Es wird Zeit, am 15. Mai sollen die Pläne öffentlich vorgestellt werden.

Gemeinsam mit Netflix, Bittorrent und Amazon haben unter anderem die Tech-Unternehmen Microsoft, Yahoo, eBay, Facebook Google, Kickstarter, Zynga, Twitter, Reddit, Level 3 und Foursquare ein förmliches Protestschreiben an die US-Regulierungsbehörde FCC gerichtet und gegen die angekündigte Einrichtung einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ im Internet protestiert. Die Unterzeichner fordern laut der US-Website Gigaom in ihrem Schreiben die US-Regulierungsbehörde FCC auf, die notwendigen Schritte zu unternehmen, damit das Internet weiterhin eine offene Plattform für Kommunikation und Handel bleiben kann.

Bild: Ser Amantio di Nicolao Lizenz: CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0), via Wikimedia Commons)
Im Gebäude der US-Regulierungsbehörde FCC in Washington werden in naher Zukunft Entscheidungen zur Netzneutralität getroffen. (Bild: Ser Amantio di Nicolao Lizenz: CC-BY-3.0 via Wikimedia Commons)

Die US-Regulierungsbehörde plant einen Schlag gegen die Netzneutralität

Am 15. Mai werden die neuen Regulierungspläne der FCC der US-amerikanischen Öffentlichkeit vorgestellt, die Bürger haben dann die Möglichkeit die Pläne zu beurteilen: Internet-Service-Providern soll die Möglichkeit eingeräumt werden, für die bevorzugte und schnelle Beförderung von Datenpaketen den Seitenbetreibern Gebühren zu berechnen. Diese Regelung würde zahlungskräftigen Unternehmen eine bessere Behandlung ihrer Internetdienste ermöglichen und so das Prinzip aushebeln, das als Netzneutralität bekannt ist: der Umstand, dass Daten unbesehen ihrer Herkunft einfach der Reihe nach weitergeleitet werden. Keine Bevorzugung und damit eine der Grundlagen für ein offenes und freies Internet.

US-Unternehmen setzen sich für den Erhalt der Netzneutralität ein

Die neue Verordnung wäre ein zweischneidiges Schwert für die großen IT-Unternehmen. Manche könnten aufgrund der finanziellen Kaufkraft des Unternehmens Wettbewerbsvorteile erlangen, aber auch große Unternehmen wie Google würden aufgrund der enormen Datenmengen, die ihre Dienste verursachen unter den zu erwartenden Zahlungen leiden. Sicher mit ein Grund warum eine respektable Gruppe von Unternehmen sich vehement gegen die Pläne der US-Regulierungsbehörde zur Wehr setzt. Bereits am 02. Mai ist eine Abordnung aus Bürgerrechtlern, Startups und Tech-Unternehmen sowohl bei Kongress-Mitgliedern als auch Mitarbeitern der US-Regulierungsbehörde vorstellig geworden, um sich persönlich für den Erhalt der Netzneutralität einzusetzen. Der jüngst veröffentlichte Brief bekräftigt dies erneut. Die Liste der Unterzeichner liest sich dabei wie das Who is who der Branche – auch wenn bedeutende Namen wie Apple fehlen. Die Telekommunikationsbranche fehlt vollständig. Eventuell bringen die öffentliche und die mediale Aufmerksamkeit weitere Giganten der Branche dazu, sich zu engagieren.

Das Schreiben im englischen Original-Text

Dear Chairman Wheeler and Commissioners Clyburn, Rosenworcel, Pai, and O’Reilly:

We write to express our support for a free and open internet. Over the past twenty years, American innovators have created countless Internet-based applications, content offerings, and services that are used around the world. These innovations have created enormous value for Internet users, fueled economic growth, and made our Internet companies global leaders. The innovation we have seen to date happened in a world without discrimination. An open Internet has also been a platform for free speech and opportunity for billions of users.

The Commission’s long-standing commitment and actions undertaken to protect the open Internet are a central reason why the Internet remains an engine of entrepreneurship and economic growth.

According to recent news reports, the Commission intends to propose rules that would enable phone and cable Internet service providers to discriminate both technically and financially against Internet companies and to impose new tolls on them. If these reports are correct, this represents a grave threat to the Internet.

Instead of permitting individualized bargaining and discrimination, the Commission’s rules should protect users and Internet companies on both fixed and mobile platforms against blocking, discrim-ination, and paid prioritization, and should make the market for Internet services more transparent.  The rules should provide certainty to all market participants and keep the costs of regulation low.

Such rules are essential for the future of the Internet. This Commission should take the necessary steps to ensure that the Internet remains an open platform for speech and commerce so that America continues to lead the world in technology markets.

U.S. Internet Firm's Letter to the FCC | Andrew Couts, veröffentlicht auf Scribd.com 08. Mai 2014

EU-Kommission mit ähnlichen Plänen gescheitert

Die EU-Kommission hat bereits im letzten Jahr mit einem Vorschlag zur Netzregulierung ähnliche Pläne veröffentlicht. Die Verordnung sah mit der Einführung der sogenannten „specialised services“ eine ähnliche Regelung vor. Die Kritiker der Verordnung konnten die entscheidenden Punkte des Gesetzentwurfs noch rechtzeitig mit Änderungsanträgen beeinflussen und so das Zwei-Klassen-Internet in Europa scheinbar fürs erste abwenden – wie mein Kollege Andreas Weck in seiner Kolumne „Aufgeweckt“ zum Thema Netzneutralität kürzlich kommentiere.

 

via gigaom.com

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