Analyse

Amazons Fashion-Festival: Unterhalten, umgarnen, Umsatz generieren

Amazon veranstaltet vom 24. bis zum 27. Oktober ein Fashion-Festival im Kühlhaus Berlin. (Foto: Amazon)

„Destination Denim“ heißt das neue Fashion-Event für Kunden, das ab dem 24. Oktober in Berlin stattfindet. Amazon kämpft mit dem Spektakel um Marktanteile.

Zu erwarten ist eine Mischung aus Tech- und Fashion-Show mit hochkarätigen Star-Einlagen, Talks und Workshops. Ein Launch-Event am 24. Oktober leitet das Festival ein. Kunden können sich dann vom 25. bis 27. Oktober beispielsweise an einem digitalen Catwalk ausprobieren und die Outfits gleich mittels eines QR-Codes, den Amazon „Smile Code“ nennt, in den Warenkorb legen. Nachdem About You mittlerweile mit dem Pangea-Festival und eigenen Fernsehsendungen genauso wie Zalando kräftig bei dem Thema mitmischt, ist jetzt auch Amazon am Start. Ein Zeichen dafür, dass man sich Marktanteile im Fashion-Segment erkämpfen will. Ein Bereich, in dem Amazon noch nicht als Category-Winner gilt.

Amazon-Festival Destination Denim

Nach dem Prime-Day, der in diesem Jahr zum ersten Mal mit Festival-Charakter eröffnet wurde, und den Weihnachts-Popup-Stores im vergangenen Jahr jetzt also ein weiteres Event. Ein Fashion-Event im Kühlhaus Berlin namens „Destination Denim“, das allen Interessierten offen steht. Neben den Marken Levi’s, Wrangler, G-Star, Replay, 7 For All Mankind sowie exklusiven Styles von Tommy Jeans und Find wird auch Amazons eigene Marke Amazon Essentials präsent sein.

Für die Live-Veranstaltungen sind kostenlose Tickets notwendig, bei denen es sich bereits abzeichnet, dass Amazon nicht über mangelnde Besucher wird klagen müssen: Die Gigs mit den Sängerinnen Rita Ora, Jorja Smith und Anne-Marie sind schon vergriffen. Außerdem mit an Bord sind Modeexpertinnen und Influencerinnen wie Veronika Heilbrunner, Farina Opoku und Leyla Piedayesh. Die Talks werden ergänzt von Workshops, auf denen Designerstudios und Labels zeigen, wie Denim aufgewertet werden kann.

Amazons Events haben sich in der Vergangenheit als Mischung aus PR, Berührungs- und Verführungsshow für Amazon-Hardware, -Services und -Marken sowie – tatsächlich – auch aktivem Verkauf erwiesen.

Erlebnisse, die sowohl die Marke aufwerten als auch verkaufen

Das vorrangige Ziel bei solchen Events von Amazon ist eine emotionale, erlebnisbasierte Aufladung der Marke. Eine Rolle spielt mittlerweile auch das Angebot von Offline-Berührungspunkten mit dem Unternehmen. Das erschließt auch in diesem Jahrhundert noch immer neue Kunden. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Amazon-Abstinenzler handeln, es können auch Kunden sein, die zum ersten Mal mit Alexa in Verbindung kommen oder eben in diesem Fall Amazon als Größe im Fashion-Markt wahrnehmen sollen.

Amazon hat dazu einen digitalen Catwalk geschaffen: Eine interaktive, zwölf Meter lange LED-Wand wird zum virtuellen Laufsteg, der eine endlose Reihe von Models und eine große Auswahl an Amazon-Denim-Outfits präsentiert. Kunden können am Catwalk ihre eigenen Bewegungen mit denen der Models synchronisieren und mittels interaktiver 3D-Ansicht begutachten, wie die Kleidungsstücke im Detail aussehen. Alle Outfits können mit einem QR-Code in den Warenkorb der Amazon-App gelegt werden.

Amazons digitaler Sprachassistent Alexa wird mit „Discover Your Perfect Pair“ eine sprachgesteuertes Styling-Beratung demonstrieren. Dabei werden die Modevorlieben des Kunden abgefragt und anhand der Antworten die Denim-Kollektion von Amazon gefiltert.

Klassisch ausgestellt wird die Mode auch – das wird ebenfalls Umsatz generieren, da auch hier alle Styles der sogenannten „Capsule Collections“ wieder mit QR-Codes versehen sind. Influencerinnen wie Stefanie Giesinger und Leonie Hanne haben die Outfits ausgewählt und gestaltet.

Abgerundet wird das Event optisch von einer Installation namens „Infinite Rail“: Auf einer Höhe von mehr als sieben Metern sind 78 Paar Jeans, 156 Plexiglasplatten und über 200 Meter Neon-Röhren kombiniert: Das Ganze bildet als Mischung aus Kunstwerk und Bühne den Rahmen.

 Amazons letztes Winter-Event in Berlin: Bildergalerie zum House of Christmas

(Foto: Jochen G. Fuchs/t3n)

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Amazon folgt einem Trend – aber auf eigenen Wegen

Events dieser Art, das zeigen About You und Zalando, bringen unter Umständen sehr viel Aufmerksamkeit und werden in Zukunft sicher öfter bei Amazon zu sehen sein. Nicht nur im Fashion-Bereich. Den Weg zum Content-Produzenten hat Amazon ebenfalls einschlagen, auch wenn das Unternehmen eher nicht wie About You bei Fernsehformaten enden wird. Dazu sind Amazon das eigene Momentum und die eigenen Kanäle viel zu wichtig; Prime-Events werden vorrangig über Prime Video übertragen.

Das Fashion-Event Destination Denim betont ein weiteres Mal, dass Amazon mit aller Macht in dieser Kategorie wachsen will.

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Ein Kommentar
Wolfgang Kurth

Als Betreiber einer Vergleichsseite finde ich das Angebot im Netz sehr vielfältig und erleichtert den Einkauf enorm. Kein langes suchen um einen Parkplatz und der Transport nach Hause entfällt.
Mittlerweile gibt es immer mehr Bestellungen im Lebensmittelbereich.
Euch ein erfolgreiches suchen
LG Wolfgang

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