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Gadgets & Lifestyle

Amazon Fire Phone: Das neue Konsum-Smartphone zwischen iPhone und Android

(Quelle: Amazon.com)

Amazon hat, wie lange erwartet, endlich ein eigenes Smartphone vorgestellt. Das neue Gerät scheint die Vorteile zweier bisheriger Welten (iOS/iPhone & Android) zu kombinieren. Die Hardware ist hochwertig und ästhetisch ansprechend, gleichzeitig macht Amazon das Betriebssystem einfacher und simpler als normales Android.

Das ist es also endlich: Nach Jahren der Spekulation hat Amazon nun offiziell sein eigenes Smartphone vorgestellt. Passend zum restlichen Produkt-Lineup hört das Gerät auf den Namen „Amazon Fire Phone“ und nach dem ersten Eindruck könnte Amazon es vielleicht schaffen, damit eine Lücke zu besetzen, die bisher zwischen den beiden großen Smartphone-Welten von Apple und Google klaffte.

Amazons Fire Phone: Schickes Smartphone mit Head-Tracking und der „Kaufe alles was du siehst“-Funktion (Quelle: Amazon.com)
Amazons Fire Phone: Schickes Smartphone mit Head-Tracking und der „Kaufe alles was du siehst“-Funktion (Quelle: Amazon.com)

Amazon Fire Phone: Hochwertige Materialien und dezenter Look

Von außen wirkt das Gerät relativ dezent und hüllt sich in elegantes schwarz, genau wie die bisherigen Fire-Tablets von Amazon. Dabei scheint Amazon aber sehr viel Wert auf kleine Details gelegt zu haben. Zum Beispiel ist die Micro-USB-Buchse des Fire Phone kein Standard-Bauteil wie bei den meisten anderen Android-Geräten, sondern scheint aus dem Vollen gefräst zu sein, ähnlich wie Apples Lightning-Buchse an iPhone und iPad.

Hardware: Spezifikationen aus der oberen Mittelklasse

Alleine mit dem 4,7 Zoll großen Display mit HD-Auflösung (1280 x 720 Pixel) gewinnt Amazon noch keinen Preis, allerdings ist das Display mit 590 nits (etwa der gleiche Wert wie das Display eines iPhone 5s) relativ hell. Außerdem soll es eine überlegene Polarisationstechnik verwenden, womit es bei Sonneneinstrahlung deutlich besser lesbar sein soll als Konkurrenzprodukte – erneut ein Aspekt auf den Amazon bereits bei seinen Kindle-Produkten viel Wert legt. Geschützt wird es von Gorilla Glas, und auch die Rückseite des Geräts ist mit Glas versehen worden.

Bei den Innereien wählt Amazon einen, 2,2 Gigahertz schnellen Snapdragon-800-SoC mit vier Kernen und Adreno-330-Grafikeinheit und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Die rückwärtige Kamera verfügt über eine Auflösung von 13 Megapixeln und optische Bildstabilisation. Auf der Frontseite gibt es natürlich auch eine Kameraeinheit mit 2,1 Megapixeln für Videotelefonie.

Das Amazon Fire Phone bietet ein 4,7 Zoll großes Display, das besonders gut in der Sonne lesbar sein soll, allerdings nur mit bescheidener 720p-Auflösung (Quelle: Amazon.com)
Das Amazon Fire Phone bietet ein 4,7 Zoll großes Display, das besonders gut in der Sonne lesbar sein soll, allerdings nur mit bescheidener 720p-Auflösung (Quelle: Amazon.com)

Dynamic Perspective: Die Perspektive der Inhalte ändert sich mit dem Betrachter

Eines der spannendsten Features, über das es im Voraus bereits viele Gerüchte gab, ist die Head-Tracking-Technologie: Mit vier zusätzlichen Kameras auf der Frontseite erkennt das Smartphone die Position des Kopfes der Benutzer im Raum. Für eine solche, dreidimensionale Aufnahme werden üblicherweise zwei Kameras verwendet (ähnlich wie bei Microsofts Kinect). Da die Kameras im Landscape-Modus aber oft von Fingern verdeckt sind, hat Amazon vier Kamera-Module integriert, von denen jeweils die zwei mit „der besten Sicht“ verwendet werden. Damit das System auch im Dunkeln funktioniert, verfügen die vier Weitwinkel-Module außerdem über Infrarot-LEDs, welche das Gesicht des Benutzers für die Kamera besser erkennbar machen (für das menschliche Auge aber nicht zu sehen).

Das Amazon Fire Phone verändert seine Oberfläche wenn  der Nutzer seinen Kopf neigt oder das Display neigt. (Quelle: Amazon.com)
Das Amazon Fire Phone verändert seine Oberfläche wenn der Nutzer seinen Kopf neigt oder das Display neigt. (Quelle: Amazon.com)

Zum Einsatz kommt die Technik anscheinend in großen Teilen von Amazons Benutzeroberfläche. Das User Interface von einigen Anwendungen reagiert auf die Kopfposition des Nutzers in Kombination mit der Neigung des ganzen Gerätes. Bewegt der seinen Kopf minimal in eine Richtung und neigt gleichzeitig das Gerät, verändert sich auch die Benutzeroberfläche in ihrer Perspektive, ähnlich wie beim beliebten Parallax-Effekt, der inzwischen in vielen Software-Produkten zum Einsatz kommt.

Firefly: Mit dem Fire Phone kannst du alles kaufen was du siehst

Ein weiteres, relativ einzigartiges Feature hört auf den Namen FireFly: Mit Drücken eines speziellen Hardware-Buttons auf der Seite des Fire Phones öffnet sich eine spezielle Kamera-Anwendung. Alles was der Nutzer mit dieser Anwendung in den Sucher nimmt, versucht das Gerät zu erkennen – alles! Vom Kunstwerk über Bücher, DVDs, Smartphones, Telefonnummern und vieles mehr. Auch Musik, Filme und Fernsehserien die im Hintergrund laufen, kann Amazon am Ton erkennen. Alle physikalischen und digitalen Produkte, die das Fire Phone erkennt, können natürlich sofort auf Amazon gekauft werden. Insgesamt soll das Fire Phone über 100 Millionen Objekte erkennen können.

Firefly: Mit einem Druck auf den Button erkennt das Smartphone alle möglichen Gegenstände und der Nutzer kann diese sofort auf Amazon kaufen. (Quelle: Amazon.com)
Firefly: Mit einem Druck auf den Button erkennt das Smartphone alle möglichen Gegenstände und der Nutzer kann diese sofort auf Amazon kaufen. (Quelle: Amazon.com)

Einzigartig ist eine solche Funktion aber nicht. Bereits seit vielen Jahren hat Google ein ähnliches Produkt namens „Google Goggles“ im Programm, das aber bisher relativ unbekannt ist, und noch keinerlei kommerziellen Erfolg vermelden konnte.

Auf der Software-Seite orientiert sich das Fire Phone natürlich auch an den existierenden Fire-Tablets. Genauere Informationen zur verwendeten Android-Version gibt es noch nicht. Amazons eigene Android-Variante „Fire OS“ trägt jetzt die Versionsnummer 3.5 und bringt einige neue Features mit. So viel ist klar: Das Phone soll Amazons Ökosystem fördern, und deswegen werden Amazon-Inhalte an jeder möglichen Stelle beworben. Egal welche App: E-Books, Filme, und natürlich auch der brandneue Musikdienst Prime Music – alle Multimedia-Inhalte stammen natürlich aus dem Amazon-Imperium. Mit dieser engen Verknüpfung zu seinen Inhalten, und der stark vereinfachten Benutzeroberfläche (im Gegensatz zu Standard-Android) erinnert Amazons Philosophie auf Software-Ebene eher dem Ansatz von Apple mit seinem iTunes-Universum, als der restlichen Android-Konkurrenz.

Amazons Fire Phone bezieht natürlich alle seine Inhalte aus dem Amazon-Universum. (Quelle: amazon.com)
Amazons Fire Phone bezieht natürlich alle seine Inhalte aus dem Amazon-Universum. (Quelle: amazon.com)

Deutsche Kunden müssen warten – Amerikaner zahlen 650 Dollar

Wie auch bei den Fire-Tablets ist das Gerät zunächst nicht in Deutschland erhältlich. Amerikanische Kunden können das Gerät ab 27. Juli exklusiv beim Netzbetreiber AT&T kaufen. Ohne Vertrag kostet das Gerät 650 US-Dollar. Dazu gibt es außerdem noch 12 Monate Prime-Mitgliedschaft im Wert von 100 Dollar. Mehr Informationen zum Amazon Fire Phone gibt es auf der Produktseite.

Zu dieser Meldung gehört noch ein Kommentar, diesen findet ihr im Artikel: „Das Amazon Fire Phone ist kein Smartphone, sondern ein Onlineshop für die Hosentasche“ von Jochen G. Fuchs.

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4 Reaktionen
Amazon-Fan

- SD-Karte ? intern oder extern ?
- HDMI-Ausgang ?

Welche Auflösungen haben MaxDome und die anderen ?
720 ist in USA wohl recht verbreitet. Waren BluRay-3D-Filme nicht auch 2*720 statt 2*1080 damit die PS3 die anzeigen kann ?
Es kann also sein das aufgrund geringer Datenraten 720 für eine Weile Standard wird. Wenn h.265 preisgünstig en/decodierbar wird, kann man mit derselben Bandbreite 1080 statt 720 übertragen.
In USA gibts wohl fast überall WiFi aber die Datenraten (bei Home-DSL) sind wohl laut Kommentaren oft nicht so toll.

Haben irgendwelche Zerleger schon die Einzelteilpreise zusammengerechnet ? Kann kann man abschätzen wieviel es in 6-12 Monaten kosten wird. Subventioniert Amazon das Handy ?

650 finde ich auch viel. Hoffentlich sinkt sich das schneller als bei anderen Produkten. Mäglicherweise wird der Preis auch langsam abgesenkt wenn mehr produziert werden kann. Lichtstarke Handy-Kameras haben 1-2 andere Hersteller auch. Das setzt sich hoffentlich langsam durch.

Wenn der Google-Playstore nicht dabei ist und vielleicht nicht installiert werden kann, muss man bei Playstore und bei Amazon-Store seine Apps anbieten.

Ist Amazon besser bei Android-Updates als die üblichen Hersteller (Sony, LG, Samsung, HTC,...) ? Läuft ein Aktuelles Android auf Kindle-Fire ?

Firefly hat vermutlich den Nachteil das dasselbe Produkt oft unter mehreren Suchergebnissen angezeigt wird. Wenn ich Amazon wäre, hätte ich längst motiviert, EANs einzutragen.

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Marc Hoffmann

Die Firefly Funktion sollte verboten werden. Das kann nicht sein, dass man sich im Fachgeschäft beraten lässt, der Kunde dann den Artikel abknipst und anschliessend bei Amazon für ein paar Euros günstiger bestellt. Das ist nicht mehr rechtens und sollte die EU verbieten. Besonders: ich bezahle für mein Fachgeschäft Steuern im Lande, nicht so wie Amazon.

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Björn Dorra

@Thomas - Da schliesse ich mich an. Ahem. Lame.

- Björn Dorra, Founder http://versacommerce.de

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Thomas D.

650 Dollar für ein Smartphone der oberen Mittelklasse, das zudem noch als Türöffner, sprich: Werbung, für die eigene Produktpalette dient? Stolz ...

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