E-Commerce

Paketversand nach dem Uber-Prinzip: So funktioniert Amazon Flex

Amazon Flex. (Foto: Amazon.com)

Mit Amazon Flex geht das Unternehmen jetzt einen ganz neuen Weg bei der Auslieferung. Statt bestehende Lieferdienste zu nutzen, rekrutiert der E-Commerce-Gigant vor Ort private Fahrer.

Amazon Flex: Paketversand nach dem Uber-Prinzip

Schon im Juni hatte das Wall Street Journal berichtet, dass Amazon Privatpersonen zur Auslieferung von Paketen engagieren wolle. Jetzt startet in den USA ein entsprechender Testballon unter dem Namen Amazon Flex. Das Ganze ist zunächst auf die Stadt Seattle beschränkt, soll aber bald auf Manhattan, Baltimore, Miami, Dallas, Austin, Chicago, Indianapolis, Atlanta und Portland ausgeweitet werden.

Über die Amazon-Flex-Website sollen interessierte Privatpersonen selbst bestimmen können, zu welchen Zeiten sie bereit sind, Pakete für das E-Commerce-Unternehmen auszuliefern. Derzeit können die privaten Lieferfahrer wählen, ob sie zwei, vier oder acht Stunden lang Pakete ausliefern wollen. In Zukunft soll es aber auch möglich sein, zwölf Stunden pro Tag Pakete für das Unternehmen auszuliefern. Laut Amazon soll die Bezahlung zwischen 18 und 25 US-Dollar pro Stunde liegen.

Amazon Flex: Das Unternehmen rekrutiert private Lieferfahrer aus der Nachbarschaft. (Screenshot: flex.amazon.com)
Amazon Flex: Das Unternehmen rekrutiert private Lieferfahrer aus der Nachbarschaft. (Screenshot: flex.amazon.com)

Amazon Flex: Derzeit nur für Prime-Now-Produkte

Zum jetzigen Zeitpunkt sollen von Flex-Fahrern nur Pakete im Rahmen von Amazon Prime Now ausgeliefert werden. Dabei handelt es sich um Produkte, bei denen Amazon eine Auslieferung innerhalb von nur zwei Stunden verspricht. Das wird allerdings nur in bestimmten Gegenden der USA angeboten. Langfristig könnte Amazon die Flex-Fahrer aber auch für die Zustellung regulärer Pakete einsetzen.

Neben einem gültigen Führerschein benötigen die Flex-Fahrer ein Andriod-Smartphone. Darüber hinaus müssen sie mindestens 21 Jahre alt sein und eine nicht näher spezifizierte Hintergrundüberprüfung von Amazon überstehen. Es wird interessant zu sehen sein, wie diese Art der Paketzustellung in den USA ankommt.

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist unser Artikel „Amazon-Patent enthüllt, wie die Paket-Zustellung per Drohne funktionieren soll“.

via www.producthunt.com

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

5 Reaktionen
Jochen Paulsmeyer

Der Ansatz ist eine Zumutung für die Warenempfänger, die sicherlich nicht gerne sehen, wenn aufgrund der Streckenoptimierung von Amazon ein Nachbar die Pakete mitbringt.
Im übrigen ist es ein logischer Denkfehler, dass dieses Amozon flex für Amazon die Paketstückkosten am besten senken kann.
Es gibt wesentlich intelligentere Modelle, um einen mehrfach same day Service kostengünstiger als heute und qualitativ homogen zu produzieren.
Wir arbeiten daran...........

Antworten
Gute Idee

Wollte ich schon vor Jahren programmieren. Abmahnungen und Software-Patente verhinderten es natürlich.
Es sollte klar sein das jeder Pendler ein paar Klein-Pakete mitnehmen kann und sich z.b. Studenten damit ein paar Euros jeden Tag pro Fahrt z.b. in der Eisenbahn dazuverdienen können. Die letzte Meile macht der Empfänger selber indem er es am Abholpunkt abholt oder sich halt liefern lässt. Die Idee mit den Abholpunkten gibts bei Hermes schon ewig und auch die Post hat in kleinen Dörfern bei normalen Geschäften und Supermärkten inzwischen Abgabe-Stationen wo man seine Zalando-Pakete usw. abgeben kann. Achtet mal darauf! Briefe/Einschreiben usw. kann man dort nicht abgeben und auch nichts abholen. Im Prinzip werden die Geschäfte per DHL (Briefpost per Briefträger ist nicht gemeint) täglich mit Volumen-Paketen für Waren beliefert oder man fährt (wegen der vielen Zalando- und Amazon-Kunden) sowieso dort herum, also kann man den frischen empty-Space im LKW dann sofort mit Zalando/Amazon-Rücksendungen füllen und alle freuen sich.

Man sollte natürlich in Amazon seine Verfügbarkeit Ein/Ausschalten können.
Interessant sind auch immer Flächenmäßig große Länder wie Australien, Kanada oder in Afrika. Da fährt immer jemand in die richtige Richtung. Bei schlauer Kommunikation (Internet, Apps) per Smartphone kann man solche Deals ("Bring das Paket weiter in die Nähe wo es hin soll") computerbasiert in Gang setzen.

Antworten
Romy Matthias

Bin gespannt, ob sich das Konzept durchsetzt, es ist ja dann nur eine Frage der Zeit bis es nach Deutschland kommt. LG Romy

Antworten
Ribert

Garnicht. So ein Modell ist in Deutschland nicht ohne weiteres kopierbar, da das unter den Bestand "Scheinselbstständigkeit" fallen würde.
Wir müssen uns hier wohl noch länger mit den Schnecken von DHL, Hermes und deren MitschneckInnen zufrieden geben.

Antworten
nicmare

So ein quatsch. Den Job machen dann ganz normale selbstständige Kuriere die sowieso schon den ganzen Tag durch die Gegend fahren (zB Messenger Kuriere). Dem stünde also nichts im Wege.

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung