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Analyse

Drive-in, Abholschalter oder Lieferung: Die Zukunft des Lebensmittel-Handels

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Drive-In-Markt, Abholmarkt oder Lieferung: Was ist die Zukunft des Lebensmittel-Onlinehandels?

Im Prinzip erinnern Amazons Pick-Up-Stores an die frühen Drive-In-Märkte. Doch auch wenn der Service und Komfort bei Amazon wieder herausragend gelöst ist, ist der separate Drive-In mit einer eigenen Fulfilmentstruktur nicht die einzige richtige Antwort auf die Frage nach der Zukunft des Lebensmittel-Onlinehandels.

(Foto: Leclerc)

Ein Teil dieser Antwort ist die direkte Lieferung nach Hause, die aber einen enormen Aufwand für den Handel darstellt und von Kunden in Deutschland nur langsam angenommen wird. Ein anderer Teil ist, dass der Handel nicht so unflexibel sein darf, sich auf ein einziges Abhol-Konzept einzuschießen. Es müssen standortabhängig unterschiedliche Abhol-Konzepte betrieben werden. Konzepte, wie sie in Frankreich bei Supermarktketten wie Leclerc oder Carrefour schon seit mehr als zehn Jahren zum Einsatz kommen. Dort sind mittlerweile laut Nielsen tausende Drive-In-Schalter im Betrieb, der Markt wächst stetig: Von 2010 bis 2014 hat sich der Umsatz im Segment Drive-In verfünffacht auf rund drei Milliarden Euro.

Es bedarf unterschiedlicher Abhol-Konzepte!

Die Abholkonzepte bei Leclerc, Carrefour und anderen in Frankreich lassen sich kategorisieren: Von Abholern hochfrequentierte Märkte beispielsweise haben für Wochenendeinkäufer eigene Abhol-Infrastrukturen für das Fulfilment und die Abholung durch den Kunden in und am bestehenden Supermarkt geschaffen. Durchschnittlich von Abholern frequentierte Märkte bestehen nur aus einer Drive-Infrastruktur ohne Supermarkt und von Abholern niedrig frequentierte Märkte lassen Picker mit Einkaufswagen die Bestellungen ausführen. Dann wird die Bestellung einfach auf einen als Abholbereich markierten Teil des Parkplatzes gebracht, eingeladen – und der Kunde ist fertig. Nur diese unterschiedlichen Konzepte werden es erlauben, das Dilemma aus Skalierbarkeit der Infrastruktur für viele Abholungen und der damit verbundenen Kosten standortabhängig zu lösen. Und gleichzeitig ermöglichen es diese Konzepte auch, größere Sortimente zugänglich zu machen.

Nicht zu vergessen, dass die Einrichtung solcher Infrastrukturen auf dem Supermarkt-Gelände neue Nutzungskonzepte für die oben angedrohten, in Zukunft freiwerdenden Parkplatz- und Verkaufsflächen bietet.

Wieso die Abholung an sich ein gutes Übergangskonzept ist

Generell wird sich die Abholung mit dem Auto als eine viel genutzte Alternative zur Auslieferung der Bestellungen erweisen, ganz besonders als Übergangskonzept für Generationen, die immer noch am Auto als persönlichen Verkehrsmittel festhalten. Denn die Abholung erlaubt eine vergleichsweise schnelle und akkurate Abwicklung – 15 Minuten nach der Bestellung abholen, das entspricht dem eher spontanen Einkaufsverhalten vieler deutscher Supermarktkunden. Und der konservative Deutsche kann den bekannten Vorgang des „Wochenendeinkaufs“ weiter beibehalten, nur wesentlich bequemer abwickeln.

Fazit: Der komfortabelste Drive-In-Markt wird gewinnen

Beim Blick nach Frankreich darf nicht vergessen werden, dass dieser Markt Jahre hatte, um den heutigen Beliebtheitsgrad der Drive-In-Schalter zu erreichen. Deshalb wäre der Handel gut beraten, die Abholung energisch zu forcieren – und gleichzeitig Pläne zu entwickeln, um die eigenen Infrastrukturen im Laufe der Zeit flexibel auf das passende Abholkonzept am passenden Standort umzustellen. Denn die Forcierung wird in den Standorten auch zu einer sinkenden Besucherfrequenz führen.

Der Handel ist gut beraten, die Abholung energisch zu forcieren.

Der später einsetzende Wettbewerb unter den Drive-In-Märkten, die in Frankreich je nach Standort des Drive-In-Marktes zu Stammkundenabwanderungen aus klassischen Märkten geführt haben, wird dann auch dazu führen, dass an und für sich banale Kleinigkeiten wie die komfortable Nummernschilderkennung von Amazon plötzlich ausschlaggebend sein können. Denn sind zwei Drive-In-Märkte in meiner Nähe, dann gewinnt der komfortabelste. Und das kann fatal für den Umsatz der Supermärkte werden, denn wie Real festgestellt hat, sind die Warenkörbe der Drive-In-Kunden deutlich höher.
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2 Reaktionen
HaliGali

Drive-In = Kein Cross oder Upselling... kann Amazon aber egal sein, daher haben die anderen ein Problem und kommen nicht aus Ihrer Komfortzone

Antworten
Bide

Quatsch .. Das entsprechende Cross-/Upselling erfolgt dann eben einfach nur online.

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