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Amazon Fresh versus deutscher Lebensmittelhandel: Pleitewelle befürchtet

(Screenshot: Amazon)

In Kürze könnte Amazon Fresh hierzulande frische Lebensmittel liefern. Insolvenzverwalter warnen wegen des Einstiegs von Amazon in den deutschen Lebensmittelhandel vor einer Pleitewelle.

Amazon Fresh: Pleitewelle im deutschen Lebensmittelhandel?

Beginnend in Berlin könnte Amazon mit seinem Dienst Amazon Fresh in Kürze flächendeckend in den deutschen Lebensmittelhandel einsteigen. Schon Ende April soll es laut Medienberichten soweit sein. Als Lieferant ist demnach offenbar DHL vorgesehen. Jetzt warnen Insolvenzverwalter angesichts des bevorstehenden Einstiegs des US-Konzerns in den deutschen Markt für frische Lebensmittel vor einer drohenden Pleitewelle.

Keine guten Nachrichten für den Lebensmittelhandel: Amazon Fresh bald in Deutschland. (Bild: Shutterstock/Andriy Blokhin)

„Angebote wie Amazon Fresh werden das milliardenschwere Lebensmittel-Geschäft über kurz oder lang umpflügen und für zahlreiche Insolvenzen sorgen“, sagte Christoph Niering, Vorsitzender des Berufsverbands der Insolvenzverwalter in Deutschland (VID), der Wirtschaftswoche. Die Entwicklung gehe Niering nach zulasten traditioneller Handelsketten und ihrer Lieferanten aus der Ernährungsindustrie.

Schon jetzt, erklärt Niering, seien die Margen in diesem Bereich sehr niedrig. Online-Anbieter wie Amazon würden demnach einen zusätzlichen Preisdruck aufbauen, der die Situation weiter verschärfen werde. Das könnte „Tausende Arbeitsplätze kosten“, sagte Niering. Der Insolvenzverwalter hat schon zahlreiche Nahrungsmittelhersteller nach einer Pleite betreut.

Amazon Fresh und Co.: Verluste für Supermärkte

Ähnlich beurteilt die Lage eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman, der zufolge der zunehmende E-Commerce-Anteil im Lebensmittelhandel dafür sorgen wird, dass rund 15 Prozent der Supermärkte Verluste einfahren und 40.000 Arbeitsplätze gefährdet seien.

Der Lebensmittelmarkt in Deutschland ist rund 200 Milliarden Euro schwer, der E-Commerce-Anteil beträgt nur rund ein Prozent. Geht es nach Branchenexperten könnte der Anteil des Onlinehandels in den kommenden fünf Jahren auf bis zu zehn Prozent steigen. Einen nicht unbedeutenden Anteil daran wiederum wird sicher Amazon Fresh erobern.

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17 Reaktionen
Micha von SEO-Triebwerk

Ich finde es sehr spannend zu lesen, dass sich der online Lebensmittelverkauf noch immer nicht durchsetzen konnte. Bereits vor 17 Jahren saß ich mit einem Partner an einem solchen Projekt, an dem wir letztlich gescheitert sind. Ich befürchte, dass die Zeit noch immer nicht reif dafür ist.

Ähnlich das Thema E-Mobility übrigens: Bereits vor rund 8 Jahren begegnete mir das Thema bei meinem damaligen Arbeitgeber. Fragen zu Automobilen und einem flächendeckenden Netz an Ladeinfrastruktur wurden damals bereits diskutiert und Lösungsansätze gefunden. Wenn ich aber so umschaue, sind wir von dem Thema noch immer recht weit entfernt.

Ich bin immer wieder doch sehr erstaunt, wie lange teilweise Innovationen brauchen, um Akzeptanz in der Gesellschaft zu finden und sie Einzug in den Alltag der Durchschnitts der Menschen finden.

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André

Richtig so. Wenn sich der Rest nicht anpasst haben sie halt Pech!

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Peter

Hier in Koblenz – einer (wenn auch kleinen) Großstadt – gibt es immer noch keinen einzigen Supermarkt, der Waren liefert.

Da ich wenig Zeit und Lust auf nervige Supermarktbesuche habe, bin ich vor einiger Zeit dazu übergegangen, hauptsächlich bei Amazon Pantry und LIDL online einzukaufen, und kann es nur empfehlen. Bei LIDL sind die Preise wie im Laden, dank Gutscheinen waren auch bisher keine Versandkosten fällig. Amazon Pantry bietet bei Markenware auch übliche Ladenpreise, zum Teil sogar unter dem Preisniveau von EDEKA und REWE. Obst und Gemüse kann man bequem im Biosupermarkt (da macht das Einkaufen noch Spaß) oder beim Gemüsehändler kaufen. Wer beim Einkauf nur auf den Preis achtet (oder achten muss), wird weiterhin beim Discounter die Ausbeutung der dortigen Mitarbeiter unterstützen müssen.

Die Schwachstelle ist jedoch mal wieder DHL. Solange keine für arbeitende Menschen annehmbaren Lieferzeiten – Abendzustellung gibt es hier nicht – angeboten werden, ist man darauf angewiesen, dass ein Nachbar das Paket annimmt. Wenn man das einplant und auch noch ein paar Vorräte™ (die Älteren werden sich erinnern) hat, muss man auch nicht hungern, falls die Lieferung sich um einen Tag verzögert.

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Lars

Ausbeutung beim Discounter? Hast du schon mal die Gehälter bei Aldi oder Lidl gesehen? Auch die Discountschienen der Supermärkte Penny (Rewe) und Netto (Edeka) zahlen noch vergleichsweise gut.

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Thomas

Vergleichsweise gut? Es ist schön, wenn der Mindestlohn (evtl. plus 1 bis 2 €) für dich funktioniert, um Lebenszeit gegen Stress und unbezahlte Überstunden einzutauschen. Ich finde, dass diese Arbeit besser bezahlt werden sollte, auch angesichts der Gewinne dieser Unternehmen.

Es läuft etwas schief, wenn ich in einer Stunde am Schreibtisch mehr verdiene als ein Supermarktangestellter an einem ganzen Tag.

PS30566

Wer mal bei DHL gearbeitet hat wird mit sicherheit sich keine lebensmittel über DHL bestellen.
Ich bestelle bei rewe, kann meine zeit angeben, wann ich meine ware haben möchte z. B. 20 bis 22 uhr auf Samstag.
Ein nurmale lieferart ist ein zettel in briefkasten kunde war nicht erreichbar. Dann muss ich sowieso zur Post um meine ware zu bekommen, dann kann ich auch gleich zum markt fahren.

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Lars

DHL lieferte bereits Lebensmittel und dort kann man sich genauso wie bei Rewe ein Zeitfenster (ist. 2h) aussuchen. Bisher hat bei mir immer alles problemlos geklappt.

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Jens Käsbauer

Dieses Festhalten bei gleichzeitig maximalem Jammern bei jeder Neuerung ist ein faszinierendes deutsches Phänomen. Was haben wohl die Metzgereien, Bäckereien und "Kolonialwarenläden" gedacht, als die Gebrüder Albrecht das Einzelhandelsrad neu erfunden haben? Dieses weinerliche rumgeeiere ist die Art Mentalität, die Deutschland seit Jahren zum Zuschauer macht. Und das zieht sich ja durch jeden Wirtschaftsbereich: Dem Bauer gefällt das Wetter nicht, dem Einzelhandel gefällt der Versandhandel nicht, den Autobauern gefällt das neue Umweltbewusstsein der Menschen nicht. Leben bedeutet einfach Wandel. Und manchmal muss man eben "mit der Zeit gehen", damit man nicht mit der Zeit gehen muss.

Hier in Bayern kann man leider nicht bis 22 Uhr oder 24 Uhr einkaufen gehen. Hierzulande kann man am Samstag auch in mittelgroßeren Städten schon um 18 Uhr vor verschlossenen Türen stehen. Ich begrüße diesen Lieferservice, genauso wie ich den von REWE und sonstigen Einzelhändlern begrüßt habe. Ein Schritt zurück in Richtung Service und Kundennähe, so absurd es auch bei einem Lieferservice klingen mag. Im Supermarkt habe ich schon lange das Gefühl, dass man nicht mehr an mir als Kunden interessiert ist, sondern nur noch am Inhalt meines Geldbeutels

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Markus

/sign (Mehr kann ich dazu nicht beitragen)

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Martin

Da stimmen sicher alle zu, es sei denn es geht um ihre eigene Branche, weil da ja alles viel schlimmer ist.

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jaschmidtuss

Andere Unternehmen, wie Kaufland, setzen schon genau dieses Geschäftsmodell um, z.B. in Berlin. Von wegen die Deutschen sind hinterher im Wandel. Und es klappt einwandfrei. Ich möchte nicht mehr darauf verzichten und kann mir unter der Woche die großen Einkäufe mit Kind und Kinderwagen sparen und muss auch nichts mehr hochschleppen. Für Familien wirklich perfekt. Geliefert wird nach Wunsch im zwei-Stunden Fenster. Die Liefergebühr liegt bei 3.75 €.

Dir kleinen Einzelhändler werden deswegen nicht gleich pleite gehen. Es gibt auch nicht alles bei Lieferanten. Kleinigkeiten kaufe ich auch noch so ein, da es sicher auch bei Amazon einen Mindestbestellwert gibt.

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Max

Als Münchner, der nur bis 20 Uhr einkaufen kann und der an den Kassen der diversen Supermärkte idr kein deutsch sprechendes Personal (geschweige denn freundlich) vorfindet, bin ich schon längst Kunde von prime now.

Zurecht sollen die unfähigen Einzelhändler pleite gehen.

Amazon fresh kooperiert übrigens nur dort mit DHL, wo Amazon kein eigenes Netz installiert hat. Denn DHL ist wie der deutsche Einzelhandel in München, reif für disruption.

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Florian

Letzten Endes wird sich das durchsetzen, und solange der deutsche Einzelhandel alle seiner Macht stehende tut um mir beim Einkaufen Steine in den Weg zu legen (unnötig lange Wege installieren, regelmäßiges Umräumen, primitivste Manipulation und nicht zuletzt auch Unfreundlichkeit) hab ich auch wenig Probleme damit wenn das ein paar großen Konzernen richtig weh tut.

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Sangsisu

Es ist doch eher zweifelhaft dass das ganze auch klappt

1.) Der Preis bei Amazon kann gar nicht günstiger sein als die Eigenmarken und in D zählt nun mal der Preis-Leistung.
2.) Die Leistung des Anliefern ist natürlich ein Mehrwert den manche bezahlen würden,die keinen Bock haben am Tag hektisch einkaufen zu gehen. Aber in Großstädten kann man ohne Probleme bis 22:00h ,teilweise 24:00h einkaufen.
Aber dafür muss die Ware auch angenommen werden und selbst wenn dies der freundliche Nachbar macht müsste dieser auch zu Hause sein/nicht schon schlafen ,wenn der Bestellende nach Hause kommt.Ich muss bis zu 4d warten um am WE den Nachbarn zu begegnen.
3.)Gerade bei DHL bezweifel Ich dass die Anlieferung dann auch so läuft wie es sein soll. Angeblich geklingelt und Zettel im Briefkasten obwohl zu Hause hat wohl jeder schon mal erlebt und es handelt sich um verderbliche Ware, wenn Ich da tagelang warten muss , muss Ich doch einkaufen gehen, ungeplant.
4.) Wenn Ich Pfandflaschen habe werde Ich diese wohl kaum beim Paketboten abgeben können, muß also auf kurz oder lang in den Supermarkt.
Nicht nur dass Amazon dann Pfand kassiert und nimmer rausgibt, andere müssen auch rausgeben

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jaschmidtuss

Deine Bedenken sind zum Teil unbegründet. Natürlich musst du zum Lieferzeitpunkt da sein, wo sollen sonst 10 Tüten (Großeinkauf) abgegeben werden. Oder du nutzt eine Packstation. Und Pfand wird auch wieder zurück genommen - einfach leere Flaschen und Gläser dem Fahrer mitgeben. Ich teste es seit zwei Monaten mit Kaufland in Berlin und bin sehr zufrieden.

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Jens

Zu 1. Was spricht dagegen auch eine Amazon Eigenmarkte produzieren zu lassen?

Zu 2. Anlieferung kostet Geld, ja das stimmt. Ich schätze bei der Menge die Amazon beauftragt ungefähr 1,50 -2,50€. Dieser geringe Preis steht aber nicht in Relation zu einem Einkaufsladen der gepflegt, beheizt, gekühlt und beleuchtet werden möchte und das ganze x mal und nicht irgendwo Zentral. Zumal die Ware auch in diesen Laden gelangen muss.

Zu 3. Mag sein das du schlechte Erfahrungen gemacht hast. Aber auf dauer werden sich Briefkästen durch setzen in die auch ein Paket rein passt oder Packstationen die gekühlt sind oder sonst was.

Zu 4. Wieso nicht? Die Speziellen Kühlteile müssen doch auch irgendwie zurück kommen zum Laden. Wieso sollte ich da keine Pfandflaschen rein tun können? Zumal die meisten nur 1 mal im Monat Pfand weg bringen da sie es als Geldanlage sehen.

Is also alles klein Problem.

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Sebastian Wewer

Hilfe! Mein hundert Jahre altes Geschäftsmodell wird durch einen modernen Konkurrenten und sein neues Geschäftsmodell obsolet! Alle meine Mitarbeiter werde ich entlassen müssen! Hilfe! Hilfe! Das darf doch nicht sein?!

Was soll nur aus all Kutschefahrern werden, wenn sich dieses Automobil durchsetzt? Was soll nur aus den Büchern werden, wenn sich diese Schallplatte durchsetzt? Was soll nur aus den Schallplatten werden, wenn sich das Radio durchsetzt? Was soll nur aus dem Radio werden, wenn sich die Audio-Kassette durchsetzt? Was soll nur aus der Kassette werden, wenn sich die CD durchsetzt? Was soll nur aus der Musikindustrie werden, wenn sich streaming durchsetzt? Was soll nur aus Taxis werden, wenn sich Über durchsetzt?

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