Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Kommentar

Es ist soweit, Jeff Bezos reißt den Einzelhandel an sich

(Foto: dpa)

Amazon ist zum Synonym für Onlineshopping geworden. Während Experten über den sterbenden Einzelhandel diskutieren, eröffnet Amazon einen Supermarkt – und wird damit zum Synonym für Handel.

Die Diskussion ist in der E-Commerce-Szene allgegenwärtig und wird gerne leidenschaftlich geführt. Stirbt der Einzelhandel? Die Verfechter des Online-Pure-Player sprechen dem Einzelhandel Sinn und Zweck ab. Amazon zeigt sich hingegen sehr undogmatisch. Online oder offline, das ist dem US-Konzern ziemlich egal – alles, was auf die Marke einzahlt, wird umgesetzt. Innovative Einzelhandelsprojekte sind in Amazons strategischer Ausrichtung ganz offensichtlich etwas, das definitiv auf die Marke einzahlt, wie der neue Supermarkt Amazon Go beweist.

Amazon Go: Von wegen einen Supermarkt kann man nicht revolutionieren

(Screenshot: Youtube/Amazon/t3n)
Außenansicht des neuen Amazon Supermarktes in Seattle – für die Öffentlichkeit zugänglich im Frühjahr 2017. (Screenshot: Youtube/Amazon/t3n)

Zwar finden sich auch in Deutschland Selbstbedienungskassen und mit dem Future Store der Metro Group auch ein Konzept-Supermarkt, aber was Amazon mit Amazon Go jetzt gestartet hat, ist eine echte Revolution.

Reinlaufen, kaufen, rauslaufen.

„Amazon hat die Kassenschlange abgeschafft.“

Soll ich's nochmal wiederholen? Vermutlich nicht notwendig. Und so funktioniert das: Computer Vision gepaart mit Deep-Learning-Algorithmen erkennt automatisch, was aus dem Regal genommen wird und beim Verlassen des Ladens bekommt der Kunde den Warenkorb automatisch berechnet und einen Beleg in die Amazon-App geliefert. Der Supermarkt ist für Amazons Mitarbeiter schon zugänglich, ab Anfang nächsten Jahres kann dann Jedermann in Seattle dort einkaufen gehen.

Damit hat Amazon etwas abgeschafft, was sowohl den Kunden als auch den Handel fürchterlich nervt: Kassenschlangen. Das zahlt auf die Marke ein.

Amazons Einzelhandelsprojekte

(Foto: Jochen G. Fuchs/t3n)
Der Amazon Bookstore in Seattle. Hier können Kunden mit der Amazon App bezahlen – und Prime-Kunden bekommen dank der fehlenden Buchpreisbindung Rabatte. (Foto: Jochen G. Fuchs/t3n)

Mit dem Amazon Bookstore und seinen Vorläufern, den Pick-Up-Points an US-amerikanischen Universitäten, haben Amazons ernsthafte Ambitionen auf den stationären Einzelhandel begonnen. Sieht man einmal von den schon länger existierenden, kleinen Pop-Up-Stores und Verkaufsautomaten für Amazon Hardware ab.

Dann folgte die laufende Eröffnungswelle der bis zu 100 Pop-Up-Stores, die auch Markenbotschafter für Amazon-Geräte und -Dienste sein werden. Und jetzt folgt mit dem Supermarkt Amazon Go ein Konzept, das geradezu danach schreit, schnellstmöglich mit so viel Filialen wie möglich ausgerollt zu werden.

Amazon reißt den Einzelhandel an sich

Amazons aktuelle Projekte unterstützen eine These, die ich kürzlich geäußert habe: Amazon sucht sich seinen nächsten Wachstumsschub im Einzelhandel.

„Amazon werden wir bald als Synonym für Handel betrachten.“

Die Diskussion, ob der stationäre Einzelhandel stirbt, wird in Seattle vermutlich belächelt. Die Diskussionsteilnehmer betrachten diese Frage oft von der falschen Seite: Nicht der stationäre Einzelhandel wird aussterben, sondern viele Einzelhändler. Vor einiger Zeit habe ich den Händlern zugerufen: „Ihr müsst ein Technologieunternehmen werden, um nicht auszusterben.“ Amazons Walk-Out-Technology, die Technologie hinter Amazon Go, zeigt wieso: Diesen technischen Vorsprung aufzuholen, das ist einem reinen Handelsunternehmen nicht mehr möglich. Das ist nur noch Unternehmen möglich, die Technologie in der DNA führen.

Amazon wird nicht das einzige Unternehmen sein, das Chancen auf eine Platzierung in den vorderen Rängen des Handels der Zukunft hat. Aber wir können uns sicher sein, dass wir von Amazon im Einzelhandel noch viel mehr hören werden. Die Chancen stehen gut, dass wir auch im Einzelhandel Amazon bald als Synonym für Handel betrachten werden.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

2 Reaktionen
Sebastian

Die Abschaffung der Kassenschlange würde ich sehr begrüßen. Zu manchen Uhrzeiten macht es wirklich keinen Spaß Einkaufen zu gehen. Hinzu kommt, dass in vielen Großstädten Rewe mittlerweile fast wie ein Monopol aufgestellt ist, daher freue ich mich auf frischen Wind im Lebensmittel-Einzelhandel.

Antworten
Maik

Sebastian hats leider gar nicht kapiert. Schade.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.