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Amazon wird von China überholt: Eine Flut von Amazon-Go-Konkurrenten kommt

Der chinesische Konzern Jd bringt einen Amazon-Go-Konkurrenten. (Foto: Jd.com)

Amazon Go, der vollautomatisierte Mini-Supermarkt ohne Kassenschlange, ist immer noch in der geschlossenen Beta-Phase – da ziehen gleich mehrere chinesische Unternehmen mit Tempo an Amazon vorbei.

Amazon Go war bei der Vorstellung ein revolutionäres Konzept, dass den schmerzhaftesten Teil des Einkaufens eliminieren wollte: Die Kassenschlange. Ein Jahr später als geplant, scheint das Konzept laut Bloomberg jetzt vor der Vollendung zu stehen – und könnte in Kürze die erste Filiale für die Öffentlichkeit öffnen. Doch Amazon scheint spät dran zu sein, denn in China werden im Moment mehrere Ketten ähnlicher Läden ausgerollt. Der französische Retail-Konzern Auchan und das Startup BingoBox setzen auf Selfservice-Kassen und Rfid, und jetzt hat der E-Commerce-Riese Jd.com angekündigt hunderte mit Amazon Go vergleichbare Läden zu eröffnen.

JD.com eröffnet nach Beta-Phase hunderte automatisierte Supermärkte

JD.com, Alibabas größter Inlands-Wettbewerber mit rund 260 Milliarden Umsatz im Jahr 2016, wandelt auf Amazons Spuren. In der Unternehmenszentrale in Peking hat der chinesische Konzern im Oktober einen kleinen Supermarkt eröffnet, der den rund 10.000 Mitarbeitern der Zentrale zur Verfügung steht. Täglich rund 1000 Kunden sollen sich seitdem durch den automatisierten Supermarkt bewegt haben. Jetzt sei die selbstentwickelte Technologie soweit, dass der Konzern eine landesweite Ladenkette eröffnen möchte, berichtet die britische Zeitung The Daily Telegraph.

Die Pläne scheinen weit fortgeschritten zu sein, der Immobilienentwickler China Overseas Land & Investment (Coli) wurde beauftragt, entsprechende Flächen zur Verfügung zu stellen. Einen konkreten Zeitplan für den Rollout des Filialnetzes nennt Jd.com nicht.

Die Technologie soll Jd im hauseigenen Logistik-Innovations-Labor JDX entwickelt haben und ähnelt bei oberflächlicher Betrachtung in der Umsetzung dem Amazon-Konzept: Mit der Hilfe von Computer-Vision, Gesichtserkennung, Rfid und intelligenter Algorithmen ermöglicht Jd den Einkauf völlig ohne Kassenschlange. Darüber hinaus werde die Kamera- und Sensor-gesteuerte Technologie auch genutzt, um mittels Heatmaps Informationen zu den Kundenströmen und den Sortimentsvorlieben zu gewinnen. Außerdem soll die Gesichterkennung auch individuelle, personalisierte Werbung ermöglichen – ein Konzept, das hierzulande eher unbeliebt sein dürfte.

Das Thema „Unbemannte Supermärkte“ bekommt Hochkonjunktur in China

Auchan Minute, ein weiteres unbemanntes Supermarkt-Konzept. (Foto: Auchan)

Unbemannte High-Tech-Supermärkte mit unterschiedlicher technologischer Ausstattung stehen in China anscheinend vor dem Durchbruch. Vor kurzem hatte der französische Retail-Konzern Auchan angekündigt, dass die China-Sektion hunderte unbemannter Mini-Supermärkte eröffnen wird. Auch dieses Konzept, das gemeinsam mit dem Elektronik-Konzern Hisense umgesetzt wird, ist vom Kunden mit Hilfe seines Smartphones nutzbar. Im Vergleich zu Amazon Go, oder der Jd-Lösung, ist der kleine Shop technologisch noch einfach ausgestattet. Der Schiffscontainer-artige Store wird mit dem Handy geöffnet, dann werden die Produkte gescannt und mobil bezahlt. Alibaba ist mittlerweile an Auchan beteiligt.

So funktioniert die Nutzung der Auchan-Minute-Filiale. (Foto: Auchan)

Amazon Go könnte auch am Heimatmarkt Konkurrenz bekommen

Unter anderem das chinesischen Startup BingoBox oder die Alipay Solution der Alibaba-Tochter Ant Financial setzen auf das gleiche Konzept wie Amazon. Jd will seine Technologie künftig auch anderen Händlern zur Verfügung stellen, laut Ant Financial können Händler bei der Alibaba-Tochter die Technologie heute schon erwerben.

Im ersten Schritt wirken die weit entfernten Supermarkt-Filialen ungefährlich für Amazon. Falls jedoch ein westlicher Handelskonzern Technologie bei Jd oder Ant Financial beziehen würde, könnte Amazon Go schnell etwas entgegengesetzt werden. Ob das passieren wird ist eine Frage der Weitsichtigkeit der Handelskonzerne, viel Zeit wird aber nicht mehr bleiben, Amazons Technologe scheint jetzt auch reif für die Öffentlichkeit zu sein.

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